BMW GS-Trophy: Qualifikation auf holprigen Pfaden

Schwarzwaldrennen um Mongolei-Tickets muss wiederholt werden

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Judith Leiterer

Wer bei der nächsten Internationalen BMW GS Trophy im Frühsommer 2018 in der Mongolei tatsächlich die deutschen Farben vertritt, wird sich nach einem technisch bedingten Fehler bei der Auswertung der Fahrerbücher erst im Spätsommer herausstellen.
Wer bei der nächsten Internationalen BMW GS Trophy im Frühsommer 2018 in der Mongolei tatsächlich die deutschen Farben vertritt, wird sich nach einem technisch bedingten Fehler bei der Auswertung der Fahrerbücher erst im Spätsommer herausstellen. (Bild: BMW Motorrad)

Spaß gemacht hat die Qualifikationsrunde allen Teilnehmern, das Team Germany für die Internationale GS Trophy 2018 wird jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt ermittelt: Aufgrund technischer Probleme bei der Auswertung wurden die Ergebnisse annulliert.

Die Namen der Stationen waren nicht zufällig gewählt und versprachen allerhand: „Kleiekotzer“, „zum Teufel!“ oder „Tough Mudder“ ließen nichts Angenehmes erwarten. 300 Männer und Frauen auf ihren BMW GS-Motorrädern nahmen im südlichen Schwarzwald an der deutschen Qualifikation zur Internationalen BMW GS Trophy 2018 teil und genossen eine Veranstaltung mit Seltenheitswert: Zwei Tage lang stand Fahrspaß abseits des Asphalts im Mittelpunkt, verbunden mit der Aussicht, kommendes Jahr als Mitglied des deutschen Teams in der Mongolei zum Wettstreit gegen 19 Teams aus aller Welt antreten zu dürfen. Doch vor der Teilnahme waren einige harte Prüfungen zu absolvieren.

Wie schon in den sieben vorangegangenen Qualifikationsprüfungen zur Internationalen BMW GS Trophy seit 2008 hatte sich das Organisationsteam einen bunten Mix aus fahraktiven Prüfungen und Team- sowie Technikaufgaben einfallen lassen, die von den Teilnehmern bewältigt werden mussten. Mehr denn je stand das Fahren auf unterschiedlichstem, teils äußerst rutschigem Terrain im Mittelpunkt, aber es ging auch um Geist, Erfindungsreichtum, Kondition und Wissen, so dass auch reine Hobbyfahrer zu ihrem Recht kamen und sich nicht nur Offroad-Cracks in den Vordergrund fahren konnten.

„In der Internationalen BMW GS Trophy ist Teamwork das Allerwichtigste“, sagte Tomm Wolf, langjähriger sportlicher Leiter der Veranstaltung, und erklärte damit die Bedeutung des speziellen Team-Wettbewerbs. Dabei handelte es sich diesmal um echte Schwerarbeit, auch wenn die Station den unverfänglichen Titel „Leergewicht“ trug. Eine nagelneue BMW R 1200 GS im Serientrimm musste von jedem Team aus zufällig zusammengelosten Teilnehmern in vorgegebener Zeit über einen Hindernisparcours geschafft werden; „Höhepunkt“ war der Transport des Bikes durch einen wassergefüllten Bauschutt-Container, was allen Team-Mitgliedern zumindest nasse Füße verschaffte. Obwohl die Teilnehmer alle ihre Kräfte mobilisierten, wiesen die beiden für diese Aufgabe bereitgestellten Motorräder anschließend erheblichen Reparaturbedarf auf.

So witzig und unterhaltsam die Technik- und Geschicklichkeitsprüfungen auch waren, so hatten die 300 Teilnehmer doch an den sieben Enduro-Stationen am meisten Spaß. Die Vielfalt war enorm: So mussten Steinbruchhalden, enge Single Trails im dichten Wald, Naturstrecken, feuchte Waldwege und schlammige Wasserdurchfahrten bewältigt werden. Ein kräftiger Gewitterregen in der Nacht zum zweiten Veranstaltungstag steigerte die Anforderungen zusätzlich. Das erneut verfeinerte Konzept der Veranstaltung stieß auf große Zustimmung: „Es ist für die 50 Leute genügend Action geboten, die ganz heiß auf die Teilnahme bei der nächsten Trophy in der Mongolei sind“, weiß Tomm Wolf, doch fänden auch diejenigen ihren Spaß, die reine Hobbyfahrer sind und sich keinerlei Siegchancen ausrechnen würden. „Mindestens 60 Prozent kommen sogar schon zum wiederholten Mal zu dieser Veranstaltung, die alle zwei Jahre auf dem Programm steht“, sagt Projektleiter Mario Rubel.

Wie wichtig vielen Männern und Frauen das Dabeisein war, verdeutlicht das Beispiel von Marion Lindner: Die 44-jährige Physiotherapeutin aus Bad Tölz hatte extra eine Schulteroperation verschoben, um ihre BMW R 1200 GS Adventure im Südschwarzwald artgerecht bewegen und den Teamspirit der GS-Fangemeinde aufsaugen zu können.

Wer bei der nächsten Internationalen BMW GS Trophy im Frühsommer 2018 in der Mongolei tatsächlich die deutschen Farben vertritt, wird sich nach einem technisch bedingten Fehler bei der Auswertung der Fahrerbücher erst im Spätsommer herausstellen. Das Organisationsteam wird aus Fairnessgründen erneut eine Finalentscheidung ansetzen, wenn die nun initiierte zweite Auswertung ein hieb- und stichfestes Ergebnis gebracht hat. „Diejenigen drei Männer und zwei Frauen, die sich am Ende des zweiten Veranstaltungstages bereits auf der Reise zu einem anderen Kontinent wähnten, müssen leider ein zweites Mal zeigen, was sie draufhaben“, gaben BMW-Verantwortliche zerknirscht zu verstehen und fügten hinzu, dass alle Betroffenen bereits persönlich kontaktiert worden seien. Die Finalprüfung der neun vermeintlich besten Männer und der besten Frau war vor mehreren tausend begeisterten Zuschauern auf dem Travel-Event-Gelände der Firma Touratech in Niedereschach über die Bühne gegangen.

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