Gefahren: KTM 125 Duke

Das Baby-Biest

| Autor / Redakteur: Thilo Kozik/SP-X / Joram Schweizerhof

Die KTM Duke 125 trägt den Spitznamen „Baby-Biest“.
Die KTM Duke 125 trägt den Spitznamen „Baby-Biest“. (Bild: Marco Campelli / Sebas Romero)

Der Beiname trifft den Nagel auf den Kopf – ganz im aggressiven Stil der starken Super Duke R gehalten schickt sich die KTM 125 Duke „Baby-Biest“ an, das 125er-Segment auf ein neues Level zu hieven.

Das kompromisslose „Ready-to-race“-Image hat KTM nicht davon abgehalten, 2013 die weltweit erste 125er mit serienmäßigem ABS aufzulegen. Und der Erfolg gibt den Österreichern recht: Die Duke avancierte auf Anhieb zum 125er-Topseller, in Deutschland und ganz Europa. Vier Jahre später und die gestiegene Konkurrenz machen die Zeit reif für eine umfangreiche Renovierung: Die kleine Duke wirkt für 4.695 Euro nun noch erwachsener.

Design & Features

Das hat sie vor allem der Übernahme zahlreicher Stilelemente der großen Super Duke R zu verdanken: Die 125er zeigt das gleiche verstörende Gesicht mit längs geteiltem LED-Scheinwerfer und randlichem LED-Positionslicht nach Art der großen 177 PS starken Beast. Auch der geschraubte Heckrahmen, das aktualisierte Bodywork sowie Einzelsitze für Fahrer und Beifahrer stammen daher und verleihen der Duke ausgewachsene Proportionen.

Nur wenig angepasst zeigt sich die Ergonomie – wozu auch? Mit lässigen Kniewinkeln, aufrechtem Oberkörper und Griff an die mittelbreite Lenkstange hockt es sich bequem, aber durchaus angriffslustig in 83 cm Polsterhöhe. Ihre Abmessungen machen klar, dass sie in jeder Hinsicht ein ausgewachsenes Motorrad darstellt – selbst Großgewachsene finden jede Menge Platz und Bewegungsfreiheit. Völlig neue Perspektiven erschließt dagegen der Blick nach vorn auf das ausgefeilte Dashboard mit farbigem TFT-Display, dem ersten in dieser Klasse. Das Instrument bietet die Drehzahl als Balkendiagramm dar, signalisiert den eingelegten Gang und lässt sich mit dem optionalen „My Ride“ für knapp 30 Euro zum Audioplayer mit Freisprechfunktion erweitern. Die gut ablesbaren Anzeigen sind über einen Menüschalter am linken Lenkerende abrufbar, das ist ebenso einzigartig in der 125er-Welt.

Power

Schön aber, dass vor lauter Ausstattung die Technik nicht zu kurz kommt. Der auf höchste Drehzahlen ausgelegte Dohc-Vierventiler schaufelt seine 15 PS über ein eng gestuftes Sechs-Gang-Getriebe ans Hinterrad. Dabei ist ein fleißiger Schaltfuß sehr hilfreich, denn echten Vortrieb liefert der kurzhubige, fein und spritzig am Gas hängende Motor erst ab rund 7.000 Touren. Eine Ausgleichswelle sorgt für gute Laufkultur, doch das Beste kommt von unten: Das Achtelliteraggregat tönt nicht mehr 125er-typisch luftleer pröttelnd, sondern voll und beständig aus der neuen, seitlich verlegten Auspuffanlage – Euro 4 sei Lob und Dank!

Performance

Weiterentwickelt, erwachsener und hochwertiger zeigt sich auch das modifizierte Fahrwerk mit neuen Federelementen zwischen dem KTM-typischen Gitterrohrrahmen. Lohn des Technologie-Transfers vom Schwesterunternehmen WP-Suspension ist eine angenehm satte Straßenlage: Sensibles Ansprechverhalten und eine progressive Dämpfung sorgen für Stabilität und eine rasiermesserscharfe Präzision, ohne die unbeschwerte Agilität des 153-Kilo-Flohs auch nur irgendwo einzuschränken. Weniger Sein als Schein gilt jedoch für die Stopper, die trotz brachialer Aufmachung eine eher sanfte Verzögerung propagieren und notfalls per Bosch-ABS reguliert werden.

Mit anderen Worten: Über die lässig gepackte Lenkstange dirigiert der Duke-Pilot seine 125er nach Belieben auf jedem Strich, sei es beim Angreifen im Winkelwerk oder im Innenstadt-Dschungel; selbst leichten Stunt-Einlagen ist die Österreicherin nicht abgeneigt. Dieser Genuss ohne Reue darf dank des großen 13,4-Liter-Stahltanks auch noch ziemlich lange ausgekostet werden. Weil KTM bei der 125 Duke eine Vielzahl von Gleichteilen mit den Duke-Schwestermodellen verbaut und das Ganze auch noch kostengünstig beim Kooperationspartner Bajaj in Indien montieren lässt, steht die Maschine für Junge und Junggebliebene zum adäquaten Kurs von 4.695 Euro beim KTM-Händler.

Inhalt des Artikels:

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  • Seite 2: Technik

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