Gefahren: Kymco AK 550i – Volltreffer

Smart-Scooter ist neues Spitzenmodell

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Judith Leiterer

Kymco präsentiert mit dem Roller AK 550i ein neues, leistungsstarkes Topmodell.
Kymco präsentiert mit dem Roller AK 550i ein neues, leistungsstarkes Topmodell. (Bild: Kymco)

Kymco präsentiert mit dem Roller AK 550i ein neues, leistungsstarkes Topmodell, das erstmals das Fahrer-Smartphone in das Fahrzeug integriert.

Mit großen Erwartungen hat der taiwanesische Zweiradhersteller Kwang Yang das neue Spitzenmodell seiner Marke Kymco präsentiert. AK 550i lautet die Modellbezeichnung. Der erste und 9.800 Euro teure Sport-Touringroller der ansonsten für ihre eher sehr funktional konzipierten Scooter bekannten Firma fällt sowohl durch füllige Leistung und hochwertige Technik-Details, aber auch durch die Einbeziehung des Fahrer-Smartphones in die Fahrzeugarchitektur auf. „Noodoe“ nennt Kymco das System, das den AK 550i zum ersten vernetzten Smart-Scooter macht. Roller, Fahrer und Außenwelt werden dabei mit Hilfe des Smartphones miteinander verknüpft.

Sichtbar wird die neue Technologie auf dem runden Zentraldisplay im Cockpit, das sich zwischen zwei weiteren, ziemlich bunten Digital-Anzeigenfeldern für Tempo, Motordrehzahl und andere Fahrzeugdaten befindet. Nach Wahl kann sich der Fahrer dort die Navigation, Wetterangaben oder andere Informationen einblenden lassen, die er am Smartphone ausgewählt hat; den Wechsel zwischen den verschiedenen Info-Ebenen bewerkstelligt er mittels Tastendruck rechts am Lenker. Auch eingehende Kurznachrichten werden auf Wunsch signalisiert; angezeigt werden sie aber nur bei Stillstand des Fahrzeugs.

Jenseits der Informations-Vernetzung ist der Kymco AK 550i ein gediegen ausgestatteter, sehr potenter Halbliter-Scooter, dem erfolgreichen Yamaha T-Max nicht unähnlich. Mit dem muss der Kymco mithalten können, sonst wird er auf dem Weltmarkt kaum auf Stückzahl-Touren kommen. Die technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben: Der Zweizylinder-Reihenmotor mit 550 Kubikzentimetern Hubraum produziert gut 50 PS, eine Variomatik ist ohnehin selbstverständlich, der Hinterradantrieb erfolgt mittels pflegeleichtem Zahnriemen. Zugunsten einer ausgewogenen Gewichtsverteilung gibt es keine Triebsatzschwinge, sondern Motor und Getriebe wurden so weit vorne wie möglich installiert. Rückgrat des AK 550i ist ein Aluminiumrahmen, auch die hintere Schwinge besteht aus Leichtmetall. Ausgesprochen hochwertig ist auch die Bremsanlage: drei Scheiben plus radial montierte Vierkolbenzangen vorne entsprechen gehobenem Motorrad-Standard. Auch das Bosch-ABS des Typs 9.1 dokumentiert, dass Kymco an hoher Qualität gelegen ist.

Fahrdynamisch ist der AK 550i ein Volltreffer. Sowohl die Fahrstabilität in Kurven wie bei der Spitzengeschwindigkeit von 160 km/h überzeugen, und auch die Kurvenfreudigkeit des bestens austarierten Fahrwerks animiert zu sehr flotter Fahrt. Die hohe Schräglagenfreiheit unterstützt den Fahrer dabei, motorradtypisch unterwegs zu sein. Weil die Variomatik sehr spontan reagiert und das drehmomentstarke Triebwerk rasch in den Bereich hoher Leistungsabgabe bringt, kann der Kymco AK 550i mit einer prächtigen Fahrdynamik überzeugen. Die Federung arbeitet dabei recht ausgewogen; lediglich sehr harte Stöße gelangen bis in Fahrers Rücken. Der ist vorzüglich untergebracht, denn sowohl der Sitz selbst wie auch die Ergonomie und das Raumangebot überzeugen. Auch die auf langen Auslegern montierten Spiegel tragen zur sicheren Fahrzeugbeherrschung bei.

Überzeugend fällt die Ausstattung des Kymco-Topmodells aus: Griffheizung ist serienmäßig, weiterhin wird der Reifendruck elektronisch überwacht und angezeigt, das Keyless-System erleichtert das Starten und Abschließen des Rollers und das Windschild lässt sich in der Höhe um fünf Zentimeter verstellen; dafür ist allerdings ein Inbusschlüssel nötig.

Zufrieden darf man als Fahrer nicht nur mit der Fahrdynamik des AK 550i sein, sondern auch mit Reichweite und Verbrauch. Bei „gasiger“ Fahrweise liegt der Benzinkonsum im Bereich der Norm-Angabe (4,8 Liter/100 Kilometer), bei gleitender Fahrweise ergeben sich etwa 4,5 Liter/100 Kilometer. Weil die Reserveleuchte bereits bei einer Restmenge von vier Litern anspringt, erscheint die Reichweite anfangs relativ niedrig. In der Praxis sind jedoch 250 bis 280 Kilometer möglich, bis nachzutanken ist.

Mit einem Preis von 9.799 Euro erscheint das Kymco-Topmodell fair gepreist. Dank hochwertiger Ausstattung, kräftiger Motorisierung und dem sehr guten Fahrverhalten sind Kymcos Chancen gut, sich mit dem AK 550i im Segment der sportlichen Tourenroller vorteilhaft in Szene setzen zu können. Das nicht zuletzt auch deshalb, weil die Entwickler in Taiwan einen sehr sonoren Sound komponiert haben. Auch damit unterstreicht der Kymco, dass er tatsächlich ein Mittelding zwischen Motorrad und Motorroller ist.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44743742 / Bikes)