05.12.2011 | Autor / Redakteur: Anne Carstensen / Stephan Maderner

Motoport-Geschäftsführer Jens Föhl stellt die Vorzüge des modernen Fachhandelsverbundes dar.
Mit einer Welt-Neuheit im Gepäck sind die beiden Motoport-Manager Jens Föhl und Klaus Rohrbach auf die 2. Fachtagung „bike und business“ nach Würzburg gereist. Die Dane Lynsted LED-Gore-Tex-Jacke definiert das Thema Sichtbarkeit im Straßenverkehr neu. Durch LED-Lampen in der Jacke liegt die Entscheidung jetzt bei dem Motorradfahrer, wie er gesehen werden möchte. Es gibt drei Beleuchtungsmodi, die wahlweise zur Verfügung stehen:
1. Beleuchung weiße LEDs vorn und Beleuchtung rote LEDs hinten.
2. nur Beleuchung weiße LEDs vorn.
3. nur Beleuchtung rote LEDs hinten.
Diese Sichtbarkeit kann über einen einfach zugänglichen Bedienknopf bequem von außen gesteuert werden. Betrieben durch einen langlebigen kleinen Akku mit einer Betriebsdauer von ca. 15 Stunden. Per USB-Kabel lässt sich die Bike-Klamotte an jedem PC in nur 3,5 Stunden mit der notwendigen Energie aufladen. Lieferbar ist die 589 Euro teure Jacke ab Februar 2012.
Neben dieser spektakulären Produktneuheit ist auch der Vortrag von Jens Föhl sehr gut bei den versammelten Branchenprofis angekommen. Gleich eingangs gab der Bekleidungsexperte den Zuhörern das Versprechen, am Ende seines Vortrages dargelegt zu haben, wie ein Unternehmen bei gleichem Zahlungsumsatz eine Ertragssteigerung von 30 Prozent erzielen könne. Das ließ das Auditorium auf der diesjährigen Fachtagung “bike und business” im Vogel Convention Center Würzburg aufhorchen. Der Titel des Vortrages des Motoport-Geschäftsführer lautete: “Erfolgreiche Konzepte. Modell für den Motorradbekleidungsverkauf in Deutschland”. Nach der Übernahme von Difi im Jahre 2002 brachte Jens Föhl nach eigenen Angaben theoretisch-fundiertes Wissen zum Einsatz, das er während seines Ökonomie-Studium erarbeitet hatte, gleichsam als Grundlage für die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells für Motoport. Heute ist Motoport Europas größter Fachhandelsverbund in der Motorradbekleidungsbranche.
Die derzeitige Lage der Motorradbekleidungsbranche sei allerdings problematisch; der Markt für Motorradbekleidung bewege sich seit ungefähr zehn Jahren stark rückläufig und die einzelnen Fachhändler hätten große Probleme, sich gegenüber den bekannten Ketten wie Polo, Louis oder Hein Gericke zu behaupten. Diese profitierten vor allem von den günstigeren Einkaufskonditionen, größerer Marketingkraft und einem umfangreicherem Sortiment. Der Fachhandel leide besonders unter den günstigeren Internetpreisen der großen Vertreiber, welche den Einkauf in einem professionellen Motorradbekleidungsgeschäft als wenig lukrativ erscheinen lassen. Dieses Problem werde dadurch verschärft, dass in den Geschäften oft die gleichen oder ähnliche Produkte wie im Internet angeboten würden, so Föhl.
Hier setzt Motoport an und biete seinen Vertragspartnern nicht nur eine eigene exklusive Kollektion, sondern auch Lösungsansätze für die Probleme, gegen die einzelne Händler ankämpfen müssten. „Dies gelingt ihnen durch die Organisation in unserem Verbund, der nach dem Vorbild des Genossenschaftsmodells organisiert ist“, sagt Föhl. Zum Beispiel sinken die Marketingkosten, wenn man einen gemeinsamen Katalog produziert. Des weiteren organisiert die Motoport-Zentrale Abverkaufsaktionen und Warenumtäusche für ihre Partner.
Diese und andere Ideen bilden ein Gesamtkonzept, welches Motoport von anderen Lieferanten abhebt und seinen Partnern die besagte Ertragssteigerung von 30 Prozent ermöglichen soll. „Ein Konzept, das seine Kraft in großen Teilen aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit der beteiligten Parteien zieht“, ist sich Föhl sicher.
Der Vortrag kam beim Publikum des Fachkongresses gut an. So wurde zum Beispiel Andreas Vohl, Besitzer des Motoshops Vohl in Hattert, auf das erfolgsversprechende Konzept von Motoport aufmerksam und erwägt nun eine Partnerschaft. Die Meinungen aus dem Publikum bezüglich der Wichtigkeit eines professionellen Motorradbekleidungsgeschäfts lassen ebenfalls Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage des Fachhandels zu. Professionelle Beratung und die Anprobemöglichkeit seien beim Kauf einer Motorradjacke oder eines Helmes für viele Motorradfahrer unerlässlich. Hobby-Motorradfahrer Oliver Legrand, Ausbildungsmeister der Gewerbe Akademie Freiburg, weist zudem auf den beachtlichen Vorteil hin, eine Jacke in Bewegung oder einen Helm beim Testfahren auszuprobieren.
Wie sich die Situation der Motorradbekleidungshändler im Einzelnen entwickelt ist natürlich nicht genau abzusehen, jedoch liegt es nicht zuletzt an Menschen wie Jens Föhl, dass die Branche optimistisch in die Zukunft blicken kann.
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