Yamaha Tricity: ein Perpetuum mobile des Alltags

The Big Easy

| Autor: Stephan Maderner

Da liegst di nieder – der Yamaha Tricity 125 im Alltagstets von »bike und business«.
Da liegst di nieder – der Yamaha Tricity 125 im Alltagstets von »bike und business«. (Foto: Archiv)

Morgens zum Bäcker, Obst und Gemüse auf dem Markt holen oder ab zum Shopping in den nächsten Baumarkt – der leichte und wendige Tricity von Yamaha ist für vieles zu gebrauchen und eine echte Allzweckwaffe auf drei Rädern. Die »bike und business«-Redaktion durfte das Fahrzeug vier Monate lang auf seine Alltagstauglichkeit testen.

Piaggio MP3, Peugeot Metropolis oder Quadro – Dreiräder waren bislang eine Domäne der Europäer. Doch vor einem Jahr wagte sich Yamaha als erster japanischer Zweirad-Hersteller aus der Deckung: Mit dem 125er-Tricity nahmen die Japaner die innerstädtische Mobilität ins Visier. Klein, leicht und besonders einfach beherrschbar. Und mit 3.595 Euro auch günstig im Preis. Im Juli 2014 war »bike und business« in Amsterdam auf der Produktvorstellung am Start und konnte erste Eindrücke zum Fahrzeug sammeln. Bericht siehe hier. 2015 folgte die Einladung zum Dauertest.

Rückblende: Anfang des Jahres fragte mich Yamaha-Pressechef Karlheinz Vetter, ob wir nicht Lust hätten, den Yamaha Tricity über einen längeren Zeitraum hinweg einem Praxistest zu unterziehen. Was fragt der noch, dachten wir uns – und gesagt, getan! Noch vor Ostern lud uns die Spedition das Objekt der Begierde auf dem Hof von Vogel Business Media ab.

Sein majestätisches Weiß passte kurz vor Saisonstart im März hervorragend zu dem einen oder anderen Schnee- oder Graupelschauer, der durch den Würzburger Kessel peitschte. Doch das machte rein gar nichts. Denn die drei Räder und das vorzügliche Fahrwerk schlagen Sicherheitsbedenken des Fahrers schnell in den Wind. Die Neigetechnik arbeitet leichtgängig und stabil gleichermaßen; selbst wenn in schnell gefahrenen Kurven plötzlich Widrigkeiten wie Straßenbahnschienen oder Asphaltfugen auftauchen, hält der Tricity unerschütterlich Kurs. Konventionellen Rollern dieser Hubraum-Kategorie ist Yamahas Dreirad insbesondere bei schwierigen Straßenverhältnissen wie Nässe, Laub oder Kopfsteinpflaster deutlich überlegen. Das subjektive Sicherheitsgefühl ist hoch, der Fahrer fühlt sich wohl. Die Abstimmung der Federelemente vorne und hinten ist gut, solange die Zuladung moderat bleibt; sehr schwere Einzelpersonen oder Fahrer mit Passagier wünschen sich mehr Reserven, damit es nicht zum Durchschlagen insbesondere der hinteren Federbeine kommt. Gleichwohl hat der 1,90 Meter große „Sozius“ Jan Rosenow beim Beifahrertest nicht übermäßig gemeckert und anlässlich des Facebook-Postings den Daumen nach oben gereckt (Beweisfoto siehe Bildergalerie).

Auch in allen anderen wichtigen Kriterien macht der Yamaha Tricity eine gute Figur: Im Schnitt verbrauchten wir 2,9 Liter Super auf 100 Kilometer. Wer denkt da noch ans Tanken? Manchmal hatten wir das Gefühl, ein Perpeutuum mobile zu steuern, das niemals Sprit nachfassen muss. Im gut geformten Staufach unterm Sitz findet nicht nur ein Integralhelm Platz, sondern auch allerhand Einkaufsutensilien wie Narzissen-Zwiebeln, Regentonnenschläuche, große Rationen an Kartoffeln oder Karotten, Sonntagsbrötchen oder Darjeeling-Tee-Aktionspackungen.

Zudem glänzt der Tricity mit einer sehr guten Sitzposition, solange der Fahrer nicht extrem groß oder extrem klein gewachsen ist. Auch das sehr übersichtliche Digitalcockpit gefällt, wie überhaupt die Bedienung des Fahrzeugs sehr einfach ist.

Fazit der Redaktion: Wir haben den Tricity nach fast vier Monaten im Einsatz in unser Herz geschlossen. Der Meister des U-Turns ist auch ein Meister des Alltags. Draufsitzen, Schlüssel umdrehen, losdüsen und Spaß haben. Manchmal sind Passanten ob der Optik bass erstaunt. Huuch, was kommt denn da für ein Vehikel daher geschossen, mit drei Rädern?! Wenn die Fußgänger aber dann sehen, wie dynamisch das Dreirad um die Kurve fetzt, geht der Daumen hoch.

Wie begehrt dieses Fahrzeugkonzept ist, haben wir heute, keine fünf Tage, bevor Karlheinz Vetter das Teil bei uns wieder abholen lässt, erfahren müssen: Gestern Nacht um 2 Uhr 10 kletterten Unbekannte über den 2,50 Meter hohen festen Stahlzaun bei Vogel Business Media und schraubten die Spiegel unseres Yamaha-Tricity-125-Testrollers ab. Nachdem der Wachdienst die beiden Diebe auf frischer Tat ertappte, flüchteten sie über den Zaun und waren nicht mehr gesehen. Die herbeigerufene Polizei konnte nur noch das ins Gebüsch geworfene Diebesgut aufsammeln und der Spurensicherung übergeben. Die Kripo nimmt gerade die Fingerabdrücke auf. Pflichtübung, aber mehr wird wohl nicht bei rumkommen. Da überlegen wir uns nun doch ernsthaft, den Parkplatz mit einer Wild(dieb)kamera zu schützen. Dann hätten wir die „Überläufer“ jedenfalls auf'm Bild. Abschreckung tut not! Und die Reportage findet ihr (un)rühmliches Ende.

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