Gefahren: Yamaha MT-03

Spaß braucht kaum Hubraum

| Autor / Redakteur: Ulf Böhringer/SP-X / Alisa Götz

Yamaha weitet seine unverkleidete MT-Baureihe mit der MT-03 nach unten aus und kreiert damit ein sehr fahraktives Klein-Motorrad.
Yamaha weitet seine unverkleidete MT-Baureihe mit der MT-03 nach unten aus und kreiert damit ein sehr fahraktives Klein-Motorrad. (Foto: Yamaha)

Yamaha weitet seine unverkleidete MT-Baureihe mit der MT-03 nach unten aus und kreiert damit ein sehr fahraktives Klein-Motorrad. Das aber durchaus auch für lange Fahrer taugt.

Sie haben Oberwasser bei Yamaha: 70.000 Fahrzeuge ihrer erst zwei Jahre jungen MT-Baureihe konnten die rührigen Japaner 2014 und 2015 in Europa verkaufen. Auf solche Zahlen schauen nicht nur die drei anderen japanischen Hersteller mit großen Augen; auch die europäischen Zweiradproduzenten haben allen Grund, die Marke mit den drei Stimmgabeln im Fokus zu behalten. Zufrieden mit diesem Erfolg ist Yamaha aber noch lange nicht, weshalb man diese unverkleidete Baureihe demnächst mit der MT-10 nach oben und bereits jetzt mit der MT-03 für knapp 5.000 Euro nach unten hin ausweitet.

Die Basis für die MT-03 kommt vom kleinen Racer R3: Von diesem Mini-Supersportler wurden Motor und Fahrwerk übernommen. Der Paralleltwin mit 321 Kubikzentimetern Hubraum arbeitet nicht nur willig, sondern überzeugt auch durch hohe Laufkultur. Fünfstellige Drehzahlen realisiert das 42 PS-Triebwerk mit Leichtigkeit, doch braucht man sie nur selten. Denn der kleine Zweizylinder ist keineswegs schwach auf der Brust: Bereits mit 5.000 bis 8.000 Umdrehungen ist zügiges Vorwärtskommen möglich. Ist der Verkehr dicht, schnurrt das Triebwerk auch mit 2.000 Touren vor sich hin. Klar, dass bei einem kleinvolumigen Motor öfter geschaltet werden muss als bei einem Bigbike, doch das fällt angesichts der leichtgängig und präzise arbeitenden Schaltbox einfach. Den Benzinverbrauch gibt Yamaha mit vier Litern pro 100 Kilometer an; wer den Twin auf Überlandfahrt nicht permanent in höchsten Drehzahlen jubeln lässt oder nur in der Stadt herumgurkt, kann diesen Wert durchaus realisieren – der Bordcomputer zumindest behauptet das. Nachmessen konnten wir leider noch nicht.

„bike und business“-Testfahrer Phillip Dotzler auf der MT-03 im Raum Alicante

Ebenso zufriedenstellend wie mit dem Antrieb fiel der Erstkontakt mit dem Fahrwerk aus. Der Stahlrohr-Brückenrahmen bietet gute Stabilität, durch die aufrechte Sitzposition, den hübsch breiten Lenker und die geringe Sitzhöhe von nur 78 Zentimetern fällt es wunderbar leicht, die MT-03 „um die Ecken zu werfen“. Das Zirkeln auf engem Raum, beispielsweise im dichten Stadtverkehr, wird durch den groß bemessenen Lenkeinschlag erleichtert. Ein gutes Gefühl vermitteln auch die von einem sauber regelnden ABS beaufsichtigten Scheibenbremsen; Wirkung, Dosierbarkeit und Standfestigkeit entsprechen voll den Ansprüchen, die man in dieser Fahrzeugklasse haben darf.

Erstaunlicherweise ist der Sitz- und Fahrkomfort auf der kleinen und mit 168 Kilogramm auch leichten MT-03 selbst für Fahrer mit etwa 1,90 Metern Größe noch durchaus okay. Normalos fühlen sich sowieso wohl, und weil der Sattel im vorderen Bereich recht schmal gestaltet worden ist, werden sich selbst Einsteiger ins Bikerleben als auch kleiner gewachsene Frauen mit diesem Motorrad nicht schwer tun. Alle Bedienelemente wie Kupplung und Bremse erfordern nur geringen Kraftaufwand. Die Cockpitgestaltung ist hinreichend übersichtlich, bis hin zum Akut- und Durchschnittsverbrauch sind alle nötigen Informationen vorhanden.

Sowohl die zweizylindrige MT-07 mit 700 Kubikzentimetern wie die dreizylindrige MT-09 (850 ccm) haben eine Punktlandung hingelegt; sie überzeugen funktional in allen wichtigen Kriterien und sind erschwinglich ausgepreist. Mit 4.995 Euro gilt das für die kleine MT-03 in gleichem Maße. Sie folgt der Marketing-Vorgabe, kombiniert leichte Fahrbarkeit mit großem Fahrvergnügen. Aufgrund des aggressiven Stylings der größeren MT-Modelle hat der Hersteller den vergnüglichen Slogan von der „dunklen Seite Japans“ lanciert. Auch die MT-03 soll Teil werden der „dark side of Japan“. Das ist sie, da frech gestylt – einerseits. Andererseits leuchtet sie den Markt der kleinvolumigen Nakedbikes ausgezeichnet aus und setzt mit dem einzigen Zweizylindermotor in diesem Segment ein Schlaglicht.

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