Bike-Emotionen alla Milanese

Starke Europäer, auch Honda gibt Gas

04.11.2010 | Redakteur: Stephan Maderner

BMW zeigte seine spektakuläre Großroller-Studie Concept C.

Die 68. Mailänder Motorradmesse Eicma zog die Massen elektrisch an. Der Innovationsbogen der Hersteller spannt sich von mutig bis mutlos.

Diese Woche traf sich die internationale Motorradszene in Mailand. Viele waren gespannt, was die Motorradmesse EICMA dort nach der Kölner Intermot noch zu bieten hatte. Nun, es war eine ganze Menge!

Ducati nutzte traditionell das Heimspiel auf italienischem Boden und spielte mit dem Powercruiser Diavel und der Monster 1100 Evo groß auf. Auf dem Stand von Aprilia erregte neben der bereits in Köln vorgestellten Supermoto Dorsoduro 1200 die Aprilia Tuono V4 die Biker-Gemüter.

Honda versucht der Motorradkrise gleich mit acht neuen Modellen und zwei interessanten Konzept-Bikes die Stirn zu bieten. Neu für 2011 offeriert Honda den Großroller SW T 600, SH 300i, CBR 125 R, CBR 250 R, CBR 600 F, Hornet 600, CB 1000 R und den Crossrunner mit 800 cm³ Kubik. Wirkliche Hingucker waren Hondas V4 Crosstourer Concept mit 1.200 cm³ Hubraum und das New Mid Concept RT. Respekt, Honda, für diesen Mailänder Auftritt. Im größten Motorradbauer der Welt steckt noch viel Potenzial!

Viel Beifall erntete Triumph für die neue Tiger 800. Die Briten stellten gleich zwei Varianten der kleinen Tiger vor, eine für die Straße und eine fürs Gelände (XC). Außerdem zog die neue Daytona 675 R das Publikum in seinen Bann.

Bayernpower in Mailand

Wer dachte, BMW habe sein Pulver bereits in Köln verschossen, den belehrten die Bayern auf der Fieramilano eines Besseren. Nach dem bärenstarken Auftritt mit den Sechszylinder-Premieren zündeten die Bayern auch auf der Eicma ein Innovationsfeuerwerk. Die neue G 650 GS als Einsteigerbike zählt dazu und die Großrollerstudie Concept C. Für ihre Tochter Husqvarna hatten die weiß-blauen ein besonderes Schmankerl bereit: die Studie Mille 3.

MV Agusta stellt dem interessierten Fachpublikum die neue F3 vor. Beeindruckend schöne Maschine! Aber ansonsten war über die Zukunft der Marke nicht viel zu erfahren. Das Castiglioni-Team hatte keinen eigenen Stand. Die F3 wurde in einer Art „Kunstaustellung“ in einer separaten Box präsentiert, „garniert“ von zwei hübschen Mädels und die Besucher wurden in einer Art Pilgerstrom an der heiligen Kuh vorbeigeschleust.

Ansonsten drehte sich das Neuheitenkarussell manch anderer Motorradhersteller eher gemächlich. Eher zaghaft traten Yamaha und Suzuki auf. Immerhin hatte Suzuki eine spacige Bikestudie mit nach Mailand gebracht. Kawasaki hatte in Köln bereits Gas gegeben und konnte diese Fieberkurve der Premieren auch in Mailand auf hohem Niveau halten. Harley-Davidson agierte ebenfalls in ruhigen Bahnen. KTM hatte mit der 1190 RC 8 R und einem neuen Crosser-Modell nur Moderates zu bieten.

Dies waren im Schnelldurchgang die Highlights der Eicma. Fest steht, dass vor allem die Europäer einen starken, mutigen Auftritt hatten. Die Asiaten mit Ausnahme von Honda (und zuvor in Köln Kawasaki) agieren vorsichtig bis mutlos. Das gilt auch für den US-Hersteller Harley-Davidson. Ausführliche Berichte über die Produktneuheiten und was es sonst noch zu sehen gab in Mailand, finden Sie in »bike und business«-Ausgabe 12/2010, die am 10. Dezember erscheint.


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