Mr. Hayabusa sagt Goodbye

Elmar Geulen beendet Rundstrecken-Karriere

| Autor: Stephan Maderner

Mit 60 Jahren hängt Elmar Geulen seine Sportaktivitäten bei Rundstreckenrennen an den Nagel.
Mit 60 Jahren hängt Elmar Geulen seine Sportaktivitäten bei Rundstreckenrennen an den Nagel. (Bild: Suzuki)

Elmar Geulen alias Mr. Hayabusa hat beim Fischereihafen-Rennen am 5. Juni in Bremerhaven sein letztes Rundstrecken-Rennen bestritten.

Über Elmar Geulen muss man in der deutschen Motorradszene wohl keine erklärenden Worte liefern. Wer es schafft, die Deutschen Behörden zu überzeugen „Mr. Hayabusa“ als offiziellen Künstlernamen – inklusive Eintrag im Personalausweis – tragen zu dürfen, hat einiges dafür getan, bekannt zu sein. Der 60-Jährige ist, im besten Sinne gemeint, ein „bunter Hund“ der Motorradwelt und durch unzählige Presse- und TV-Beiträge im deutschsprachigen Raum bekannt.

Gestartet (und durchaus erfolgreich) im Motocross, wechselte der Rheinländer 1982 in den Straßensport und kann nach 35 Jahren Rennsport auf eine unglaubliche Karriere zurückblicken. Das legendäre Langstreckenrennen Bol d'Or, die TT auf der Isle of Man, Asien-GP in Macau oder unzählige Starts in nahezu allen Deutschen Meisterschaften – Elmar Geulen zog fast überall am Gashahn und stand mit Legenden wie Joey Dunlop, Steve Parrish oder Ron Haslam in einer Reihe.

Mit Suzuki – nomen est omen – war der leidenschaftliche Kraftsportler schon immer besonders verbunden, verstärkt wurde diese Partnerschaft durch das Erscheinen der Suzuki Hayabusa im Jahr 1999. „Das erste über 300 km/h schnelle Serienmotorrad! Kontrovers diskutiert, brachiale Leistung, aber als Sporttourer für den Motorsport eigentlich ein bisschen zu schwer. Irgendwie passte das zu mir...“, lacht Geulen, wenn er an seinen ersten Kontakt mit dem „Falken“ zurückdenkt.

In den nächsten Jahren sorgte Geulen mit zahlreichen Rennerfolgen, Geschwindigkeitsrekorden und PR-Aktionen dafür, dass man seinen Namen untrennbar mit dem japanischen Sporttourer verbunden wurde.

„Ich werde am 12. Juni 60 Jahre jung und so war es mehr als symbolisch für mich, genau bei der 60. Auflage dieses Rennklassikers vor einem fantastischen Publikum Abschied zu nehmen“, versichert Geulen die besondere Bedeutung seiner Abschiedsveranstaltung.

„Meine Gesundheit lässt es nicht mehr zu, um das Treppchen mitzukämpfen. Seit meinem dreifachen Genickbruch 2013 kann ich mich nur noch eingeschränkt auf meiner LKM-Hayabusa bewegen“, räumt Geulen ein. „Das Hauptproblem ist die Tatsache, dass ich meinen Kopf fast nicht mehr drehen kann. Und ihr wisst, dass der Rennfahrer dorthin fährt, wo er hinschaut.“

Der Tausendsassa wird der Motorradsportszene dennoch erhalten bleiben: „Geradeaus geht immer!“, lacht Geulen. Deshalb konzentriert er sich mit einer SD-Performance-Turbo-Suzuki-Hayabusa (511 PS) zukünftig auf Beschleunigungsrennen. Zum Beispiel bei den NitrOlympX auf dem Hockenheimring.

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