SIP Scootershop auf der Isle of Wight

Isle of Wight Scooter Rally 2017

| Redakteur: Judith Leiterer

SIP Scootershop war am Start bei der Scooter Rally 2017 auf der Isle of Wight.
SIP Scootershop war am Start bei der Scooter Rally 2017 auf der Isle of Wight. (Bild: SIP Scootershop)

Auf der Isle of Wight findet jedes Jahr eine internationale Scooter Rally der feinen englischen Art statt – die Jungs und Mädels vom SIP Scootershop waren diesmal vor Ort und haben ihre Eindrücke zusammengefasst.

„Ich bin echt nicht zu alt für den Scheiß. Nicht für die Klamotten, nicht für die Musik und erst recht nicht für den Roller. Da war ich mir immer sicher und musste auch nicht überzeugt werden. Aber nach dem Wochenende auf der Isle of Wight habe ich da nochmal eine andere Sicherheit bekommen. Besonders die Meile an der Strandpromenade, wo sich klassischer Weise die Seaside Runs in England abgespielt haben, dort scheint die Zeit stehengeblieben. Mods, Skinheads, Scooterboys und auch ihre Begleiterinnen halten sich exakt an den Dresscode, dem sie vor 20, 30, 40 oder auch mehr Jahren folgten. Und wer da heute steht und den Look seiner Subkultur präsentiert, der stand da auch schon damals, vor Karriere, vor Kindern und Familie, vor dem Hausbau und bei manchen sogar auch schon vor der Rente. Die Roller, die Kleidung, die Musik und auch die Orte der Treffen sind dieselben geblieben. Damit auch die alten Freundschaften, die Freude und das schwer zu fassende Gefühl, das diese Faszination auslöst und meist ein Leben lang erhalten bleibt. Und wenn der Abend später wird, dann fallen, nach einigen Drinks im Flackerlicht der Tanzfläche, die Jahre in den Gesichtern auch immer weniger auf.

Das Rollertreffen auf der Isle of Wight ist eine Institution. Das größte in England, vielleicht auf der Welt und ebenfalls eines der Ältesten. Hier trifft sich die britische Rollerkultur mit Parka, Bomberjacke, Soul, SKA und allem, was ganze Subkulturen rund um Vespa und Lambretta hat entstehen lassen. Ein perfektes Ziel, um auf der dortigen Händlermeile einen SIP-Stand über das Wochenende aufzubauen. Leider war die Anreise etwas aufwändiger. Je ca. 30 Stunden für eine Strecke haben wir gebraucht. Es hat sich aber gelohnt. Wir wurden sehr gastfreundlich vom VFM, den Organisatoren der Veranstaltung, empfangen. Auch die Besucher an unserem Stand waren sehr freundlich und aufgeschlossen.

Den Stand konnten wir im „Smallbrook Stadium“ aufbauen, einer Speedway-Rennstrecke, wo der Großteil der Veranstaltungen an diesem Wochenende stattfand. Es gab eine große Zeltwiese, drei verschiedene Locations für Nighter und Konzerte, viel Platz für Händler und Aussteller in der Mitte der Rennstrecke und eine große Halle für die Customshow.

Die Customshow war eines meiner persönlichen Highlights. Die Halle war randvoll mit aufwändigen Umbauten, anspruchsvollen Lackierungen, lückenlos gravierten Chromteilen und mit Hightech-Sonderanfertigungen. Eine Show, die ihrem Namen alle Ehre machte. Mein Favorit war eine Lambretta mit einem RG500-Motor unter den Seitenhauben. Ein Roller, der nicht nur für die Show gebaut, sondern später auch auf der Straße fahrend zu sehen war.

Das lange Wochenende ließ den Besuchern Platz, zwischen den einzelnen Programmpunkten noch etwas auf der Isle of Wight zu entspannen. Die Insel beeindruckt mit viel schöner, rauer englischer Natur. Es gibt Badestrände, steile Klippen und viele Kilometer Straßen zwischen Wiesen, Wäldern und kleinen Dörfern. Ideal für kurze Rollertouren.

Die Abende konnte man am Veranstaltungsplatz oder in den Pubs von Ryde verbringen. Beides lohnte sich. Musik und Stimmung vom feinsten. Wer nicht so sehr auf Bier nach englischer Art steht, der konnte auf besten Cider zurückgreifen. Am Sonntag endete die Veranstaltung mit einer Ausfahrt über die Insel. Fast 30 Minuten schlängelte sich der startende Corso an den wartenden Zuschauern vorbei. Ein Schauspiel, für das die komplette Innenstadt von Ryde gesperrt war und das tausende Zuschauer am Streckenrand anzog.

Nach dieser letzten Demonstration, was Rollerkultur in ihrem Heimatland bedeutet, ging es für uns zurück zur Fähre. Hinter uns ein Treffen mit bleibenden Eindrücken und dem Vorsatz zurückzukommen. Ich hoffe, sie tanzen noch viele Jahre in den Pubs der englischen Küste, die Mods und Scooterboys. Genauso, wie in den letzten Jahrzehnten. Was sie dort pflegen ist eine Kultur, mehr als eine Mode. Zeitlos, klassisch, alterslos.“

Der Bericht wurde verfasst von Alex vom SIP Scootershop. Mehr Bilder gibt es hier.

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