Wie die Stute zu ihrem Hengst kam oder so geht Motorradhandel der Zukunft

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 28/2017/I), Folge 520: Einen Motorradhandelsbetrieb, den es seit 92 Jahren gibt und so frisch und jung geblieben ist sowie energiegeladen...

...motiviert und freudig in die Zukunft blickt, habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Vergangenen Mittwoch war es soweit. Besuchstermin in Köln-Kalk, auf der rechts-rheinischen, vermeintlich „ärmeren“ Seite der Domstadt. Kurz nach halb zehn Uhr morgens biege ich mit meinem blauen BMW in den Parkplatz an der Kalk-Mülheimer-Straße 255-257 ein und stelle meinen Dienstwagen in den Schatten eines großen Ahornbaumes.

Im Showroom werde ich am Empfangscounter von einem freundlichen Mädel begrüßt, das mir den Weg zum Kaffeeausschank zeigt und dem Chef mein Kommen signalisiert. Mit einem kräftigen Händedruck und einem netten „Wie is et“ bricht Ralf Stute von der ersten Sekunde an das eventuell vorhandene Eis zum Kunden. Ist bei mir aber nicht nötig, weil wir uns schon seit vielen Jahren von Facebook her kennen – und ich generell kommunikativ und offen mit Menschen interagiere und das Eis auf dem ich gehe, niemals dünn ist.

Kleine Geschichtsstunde

Kleine Geschichtsstunde vorab: Das Unternehmen Stute wurde 1925 in Köln-Kalk als Fahrradhändler gegründet. Bereits in den 1930er-Jahren kamen NSU-Motorräder dazu. Mit NSU gelang auch der Neustart nach dem zweiten Weltkrieg. Den Niedergang der deutschen Motorradindustrie Ende der fünfziger Jahre hat das kleine Unternehmen überlebt und mit Kreidler und kurz darauf mit der damals noch wenig bekannten Marke Honda den Neuanfang gewagt und gewonnen.

1996 erfolgte der Übergang in die dritte Generation. Nachdem die Platzverhältnisse an der alten Betriebsstätte viel zu eng geworden waren, gelang durch den Neubau mit 1.600 m² Fläche ein Quantensprung. Während immer mehr Händler ihre Geschäftsbetriebe aufgeben mussten, gelang Stute eine weitere Expansion mit immer mehr zufriedenen Kunden.

Folgerichtig wurde das Markenportfolio 2009 um BMW erweitert, was der Stute den Hengst einbrachte, denn damals brauchte man aus rechtlichen Gründen noch eine zweite Firma.

Schließlich rundete Suzuki im Jahre 2013 das Sortiment ab und Ende 2014 kam noch KTM dazu. Waren es 1970 lediglich vier Mitarbeiter, die sich um die Kunden kümmerten, sind es heute etwa 30 bestens ausgebildete und motivierte Motorradenthusiasten, die ihren Dienst am Kunden versehen.

Vorbild Stute Hengst

Ein Teil des Erfolgsrezepts ist die Arbeitsteilung der vier Inhaber: Neben Rolf Stute (verantwortlich fürs Kaufmännische) und seinem Bruder Frank (Leiter Werkstatt) sind dies Wolf-Georg Rohde (Steuerberater und zuständig für die betrieblichen Prozesse und die Warenwirtschaft) sowie der IT-Manager Christian Theilmann (Homepage, Social Media, Online-Marketing und -Vertrieb). So bringt jeder der vier Chefs gewinnbringend seine Kernkompetenzen ins Unternehmen ein. Nach eigenen Aussagen erreicht das Team um Stute Hengst in Köln bereits einen Marktanteil von über 40 Prozent.

Und wie war das jetzt genau, als beim Motorradhaus Stute der Hengst dazu kam? Nun, das hat sich Wolf-Georg Rohde ausgedacht. Der Marathonläufer mit Benzin im Blut und Motorradnarr, der 59 eigene historische Fahrzeuge sein eigen nennt, und sich neben dem Thema Recht, Wirtschaft und Steuern auch in Sachen Marketing und PR zu Hause fühlt, hat bei einer gesellschaftsrechtlich angezeigten Umfirmierungen wie zum Beispiel RST Motorrad Holding AG & Co. KG einen Namen für einen Ableger benötigt, in dem Fall für die zweite Marke BMW (siehe oben). Bei einem Glas guten Rotweins, so erinnert sich Rohde, sei ihm die Idee mit dem Hengst zur Stute gekommen. Der damals künstliche Zusatz Hengst habe sich sowohl beim Kunden als auch in der Belegschaft längst verfestigt und sei nicht mehr wegzudenken.

Alle weiteren Infos zum interessanten Unternehmen und seinem galoppierenden Erfolg lesen Sie in der Printausgabe von »bike und business« 9-10/2017, die am 29. September erscheint.

Umfrage zur Halbzeitbilanz 2017 im Handel

Aufgelegt habe ich an dieser Stelle eine neue Online-Umfrage. Wie ist die erste Halbzeit der Motorradsaison 2017 im Handel gelaufen? 1. Umsatz und Ertrag sind im Vergleich zum Vorjahr gewachsen - ich bin sehr zufrieden. 2. Die Geschäfte gehen genauso gut wie im Vorjahr, es passt. 3. Der Verkauf von Neufahrzeugen ist derzeit schwierig und entspricht nicht meinen Erwartungen. 4. Das erste Halbjahr der Saison 2017 ist überwiegend schlecht gelaufen, die Kunden halten ihr Geld zusammen. 5. Erste Halbzeit 2017? Abhaken. Das war katastrophal.

Wie fällt Ihre Bilanz aus – machen Sie das Kreuzchen an der passenden Stelle!

UMFRAGE
Wie zufrieden sind Sie mit dem aktuellen Bonus- und Margensystem Ihres Herstellers?
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Sehr zufrieden

3 %

Zufrieden

3 %

Neutral

10 %

Geht so

33 %

Überhaupt nicht

50 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Letzte Plätze zur Motorradtour 2017 sichern

Noch neun Tage sind es, bis es wieder heißt: Gentlemen and Women start your engines. Auf geht's zu der Branchenausfahrt des Jahres. „Vogel Business Media on the road“ – bereits zum 12. Mal laden die Fachmedienmarken »bike und business«, »kfz-betrieb« und »Fahrzeug+Karosserie« zum gemeinsamen Cruisen mit Business-und Weiterbildungsdrehmoment ein. Los geht es für die Teilnehmer, die mögen, bereits am Donnerstag, den 20. Juli, um 9 Uhr 30, auf dem Hof von Vogel Business Media in Würzburg zur gemeinsamen Fahrt nach Einbeck. Stand heute haben wir 85 Anmeldungen. Sichern Sie sich jetzt noch die letzten Plätze (Klick zur Tourregistrierung).

Reise zum Mittelpunkt von Deutschlands Bikerherz

Reise zum Mittelpunkt von Deutschlands Bikerherz

19.06.17 - 1.350 Kilometer in 52 Stunden – die Vorerkundung der diesjährigen Motorradtour von Vogel Business Media in den Harz und ins Weserbergland war ein gleichermaßen adrenalingetränkter wie romantischer Ritt durch zwei grandiose Motorradreviere. lesen

Es geht gechillt zu auf der Tour und alles im Rahmen der StVO – versprochen. Alles, was die Teilnahme an einem solchen Motorrad-Event so wertvoll und begehrenswert macht, finden Sie hier. Danke vorab an unsere drei Hauptsponsoren und die zahlreichen Tourförderer, die das Event mit ihren Produkten und Services bereichern. Neu als Tourförderer mit von der Partie ist seit kurzem übrigens Andreas Meusel von J+A Zweirad. Er wird den Teilnehmern der Tour seine Motorrad-Airbag-Westen und -jacken der Marke Helite vorstellen.

Verena schnuppert Motorradluft

Offizielles Tourbegleitfahrzeug ist ein Skoda-Kodiaq. Danke an die offizielle Tour-de-France-Mobilitätsmarke, dass sie auch die Rennleitung unserer Motorradtour 2017 mit einem adäquaten fahrbaren Untersatz ausstattet! Am Steuer unsere Eventmanagerinnen Uschi James und Silke Hussy. Erstmals wagt sich auch meine neue Marketing-Produktmanagerin Verena Otto (seit 1. Juli) an die Bike-Community heran und darf original Motorradluft schnuppern.

Auf Sendung ist auch »bike und business«-TV mit Kamerateam um Artjom Schwarz (Schollys Motorrad) und Assistent und Interviewer Fabian „Fabi“ Pfeiffer. Das Equipment unserer Bewegtbildtruppe ist dieses Jahr der Hammer: Neben der Basic-Cam sind das vier Go-Pro-Onboard-Kameras, eine 360-Grad-Kamera sponsored by Can-Am und eine Drohne für die Vogelperspektive. Liebe Teilnehmer, macht noch schnell ein Schräglagentraining und denkt an die geilen Bilder...

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