Yamaha T-Max: Der Motorrad-Scooter

Technisch verfeinerter Tausendsassa

| Autor / Redakteur: Thilo Kozik/SP-X / Stephan Maderner

Den T-Max gibt es in drei Ausstattungsstufen: Die Basis für 11.495 Euro, den SX für 12.295 Euro und das Spitzenmodell DX für 13.195 Euro.
Den T-Max gibt es in drei Ausstattungsstufen: Die Basis für 11.495 Euro, den SX für 12.295 Euro und das Spitzenmodell DX für 13.195 Euro. (Bild: Yamaha)

Beim T-Max will Yamaha den Komfort und die Bequemlichkeit eines Rollers mit der Dynamik und Agilität eines Motorrades verknüpfen Für 2017 haben die Japaner ihren Tausendsassa verfeinert, vom Motor über das Fahrwerk bis zu elektronischen Hilfssystemen reichen die Neuerungen.

Bei uns zählt er zu den Exoten, doch europaweit ist der Yamaha T-Max eine große Nummer: Bei 233.000 verkauften Modellen in 15 Jahren ist er nicht nur der meistverkaufte Maxi-Roller Europas, er gehört auch zu den erfolgreichsten Modellen in der Geschichte von Yamaha.

Seine Besonderheit: Er will den Komfort und die Bequemlichkeit eines Rollers mit der Dynamik und Agilität eines Motorrades verknüpfen. Für 2017 haben die Japaner ihren Tausendsassa verfeinert, vom Motor über das Fahrwerk bis zu elektronischen Hilfssystemen reichen die Neuerungen. Gleichzeitig gibt es das Vorzeigemodell nun in drei Ausstattungsstufen: Den Basis-T-Max für 11.495 Euro, den T-Max SX für 12.295 Euro und das Spitzenmodell T-Max für 13.195 Euro.

Das Bumerang-Styling

Alle drei sind von einer neuen, sportlicheren Front mit vier LED-Scheinwerfern und Positionsleuchten gekennzeichnet, am Heck finden sich ebenfalls LEDs für Rück- und Bremslicht. Dazwischen verströmen die Kunststoffteile eine frische Dynamik, ohne das typische Bumerang-Styling abzulegen – auch der Neue ist auf Anhieb als T-Max erkennbar. Unter der Hülle werkelt ein komplett überarbeiteter flüssigkeitsgekühlter Reihenzweizylinder, der für Rollerverhältnisse beeindruckende 34 kW/46 PS und 53 Newtonmeter Drehmoment schafft.

Ein rollertypisches CVT-Automatikgetriebe leitet diese Kraft über einen offen laufenden Zahnriemen aus Kohlefaser ans Hinterrad weiter, was eine erstaunlich direkte Kraftübertragung bewirkt: Der T-Max flitzt vom Start weg wie von der Tarantel gestochen, ohne Schalten zu müssen schiebt er schnell in führerscheingefährdende Geschwindigkeitsregionen. Lastwechsel fallen so gut wie keine an, und auch die Laufruhe ist mustergültig. Das liegt an den neuen Computer gesteuerten Drosselklappen, die auch den Spritkonsum auf unserer Testrunde bei 4,5 Litern hielten. Lediglich der Auspuffsound des Serienschalldämpfers hinkt der gesteigerten Fahrdynamik etwas hinterher.

Neun Kilo Gewichtsersparnis

Das Beschleunigungsvermögen wie die gesamte Agilität profitieren vom neun Kilo leichteren Gesamtgewicht gegenüber dem Vorgänger, wofür zahlreiche Maßnahmen erforderlich waren: Von leichteren Variomatikbauteilen reicht der Katalog über eine kleinere Hinterradfelge, leichteren Reifen bis zum neuen, kompakteren Leichtmetallrahmen und einem Kunststoff-Hilfsrahmen für das überarbeitete Staufach, das nun zwei Helme fasst. Neu ist auch die für Roller ungewohnte Anlenkung des Federbeins – zusammen mit der überarbeiteten Abstimmung der USD-Gabel und einer längeren Schwinge bietet der T-Max damit einen ungewöhnlich guten Fahrkomfort und gleichzeitig eine herausragende Stabilität, an die so schnell kein Scooter heran reicht.

Die Diät tut auch der Agilität des Japaners gut, der sich mit geringem Kraftaufwand einlenken lässt und Wechselkurven in Windeseile durchpflügt. Damit die Dynamik auch voll ausgekostet werden kann, regelt eine Traktionskontrolle eventuellen Schubüberschuss behutsam ein. Dazu bremst das 2017er-Modell mit den beiden vorderen Vierkolbenzangen äußerst effektiv und gut dosierbar, während am Heck der Stopper recht früh in den ABS-Regelbereich gerät.

Die Roller-Oberklasse

Bei der Ausstattung repräsentiert der T-Max ohnehin die Roller-Oberklasse mit seiner feinen Verarbeitung und den hochwertigen Materialien. Neu hinzugekommen sind das schlüssellose Smartkey-Startsystem und das moderne TFT-Cockpit, das zwischen zwei Analoguhren für Tempo und Drehzahl angesiedelt ist. Eine intelligente Lösung ist darüber hinaus die Möglichkeit der Hauptständer-Arretierung, die Langfingern zusätzliches Kopfzerbrechen bereitet. Die SX- und der DX-Version bietet zusätzlich zwei Fahrmodi: Einen sehr sanften T-Modus für den Stadtverkehr und bei Regen sowie den S-Modus, bei dem der T-Max seine sportlichen Talente voll zur Geltung bringen kann. Umgeschaltet wird auf Knopfdruck vom rechten Lenkerende aus. Beide lassen sich zudem über die My-T-Max-Connect-App mit dem Smartphone vernetzen, was eine fernbediente Hup- und Blinkfunktion, eine Batterieentladungswarnung, einen Geofence (geografischer Zaun) sowie Fahrtenschreiber bietet.

Tempomat, Griff- und Sitzheizung...

Der T-Max DX zeigt serienmäßig außerdem eine Griff- und Fahrersitzheizung sowie einen Tempomaten, mit dem sich längere Autobahnetappen leichter bewerkstelligen lassen. Nützlich ist auch die elektrische Windschildverstellung, die in der obersten Position für weitgehende Ruhe bei nahezu allen Fahrerstaturen sorgt. Umständlich, weil unter dem Roller gelegen, erlaubt der DX die Einstellung von Federvorspannung und Zugstufendämpfung des Federbeins – besonders engagiert zu Werke gehenden Zeitgenossen ist die Schräglagenfreiheit aber selbst nach Federbasiserhöhung zu gering.

Aber keine Frage: Vor allem die famose DX-Version hat mit ihrer Dynamik, Agilität und der ausgezeichneten Ausstattung den Abstand zum Motorrad so klein werden lassen wie nie zuvor. Bei uns wird der T-Max ein Fahrzeug für stilbewusste Individualisten bleiben, was auch am üppigen Preis von 13.195 Euro liegt – ungeachtet der Tatsache, dass Innenstadtpendler ihren Arbeitsplatz ohne Stau und Parkplatznot, aber mit viel Komfort und Fahrvergnügen erreichen können.

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