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Ablösesumme für Azubis?

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 23/I), Folge 695: Mit frischer Energie und vollgetankt mit neuen Ideen melde ich mich aus meiner Brückentagsglückseligkeit zurück. War wirklich mal dringend nötig diese kleine Auszeit: Fünf Tage am Stück nicht am PC sitzen und ohne Druck seinen Hobbies nachzugehen (Motorradfahren, Gärtnern, mit dem Fichtenmoped im Wald, Wandern, Essen gehen, Serien gucken etc.) Was tun Sie, um sich von Ihrem Job zu erholen? Lesen gehört für mich definitiv dazu: Und so stieß ich heute morgen bei der Zeitungslektüre auf die äußerst interessanten Pläne des Hans Peter Wollseifer, seines Zeichens...

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Communications Group)

...Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Seine Idee: Betriebe könnten künftig Ablösesummen zahlen, wenn sie Azubis gleich nach der Lehre beim Wettbewerber abwerben. Zwei von drei Fachkräften, die im Handwerk qualifiziert würden, arbeiteten im Laufe ihres Berufslebens in anderen Wirtschaftsbereichen, sagte der ZDH-Präsident gegenüber der Deutschen Presseagentur. „Unsere gut ausgebildeten jungen Leute werden abgeworben.“ Deshalb denke er über eine Entschädigung für Ausbildungsbetriebe nach, die Azubis direkt nach der Lehre verlieren. Wollseifer schwebt eine Regelung vor, wonach Auszubildende in den ersten Jahren nach ihrer Lehre nur dann das Unternehmen wechseln dürften, wenn der neue Arbeitgeber einen Teil der Ausbildungskosten übernehme. Denn die Betriebe stecken während der dreijährigen Lehre viel Geld in die Azubis. Natürlich mit dem Hintergedanken, den Nachwuchs später zu übernehmen und ohne lange Einarbeitungszeit produktiv einsetzen zu können. Was ein Auszubildender kostet, ist je nach Branche unterschiedlich, „Insgesamt zahlt der Betrieb aber immer drauf“, meint Wollseifer. „Die Ausbildung kostet im ersten und zweiten Jahr Geld – im ersten Jahr viel, im zweiten weniger. Im dritten Lehrjahr kommt dann auch ein bisschen was rein.“ Nach einer aktuellen Kosten-Nutzen-Rechnung des Bundesinstituts für Berufsbildung (bibb) hat ein Betrieb pro Azubi jährliche Kosten von etwa 18.000 Euro zu schultern. Zugleich erwirtschaftet der Lehrling aber rund 12.500 Euro. Nach Adam Riese lässt sich der Betrieb einen passgenau ausgebildeten Mitarbeiter bei dreijähriger Ausbildung also mehr als 15.000 Euro kosten.

Was meinen Sie? Wie finden Sie die Idee einer wie auch immer gearteten Ablösesumme für Ihre gut ausgebildeten Lehrlinge? Müssen ja nicht gleich Summen gezahlt werden wie bei Ronaldo, Neymar & Co. Schicken Sie mir Ihre Überlegungen.

PS. Angesichts der seit kurzem bundesweit herrschenden sommerlichen Gluthitze wünsche ich Ihnen nun möglichst viel Coolness im Büro und in der Werkstatt. Spendieren Sie Ihrem Team öfter mal ein Eis oder ein erfrischendes Getränk zwischendurch. Das hebt die Stimmung und bringt dem Chef Sympathiepunkte. Und verhindert womöglich allzu voreilige Wechselabsichten des Mitarbeiters.

(ID:45947643)

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