Acem: Trump, die Zölle und Harley-Davidson

Angst vor neuem Handelskrieg

| Redakteur: Stephan Maderner

Acem-Präsident Stefan Pierer äußerte sich besorgt über eine mögliche Zuspitzung des USA-EU-Handelskonfliktes wegen der von US-Präsident Donald Trump geplanten Strafzölle auf Stahl und Aluminium.
Acem-Präsident Stefan Pierer äußerte sich besorgt über eine mögliche Zuspitzung des USA-EU-Handelskonfliktes wegen der von US-Präsident Donald Trump geplanten Strafzölle auf Stahl und Aluminium. (Bild: Acem)

Acem-Präsident Stefan Pierer und mit ihm die gesamte europäische Motorradindustrie äußern sich besorgt über eine mögliche Eskalation der Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU, die sich auf den Motorradsektor auswirken könnten.

Der Europäische Verband der Motorradhersteller (Acem) ist zutiefst besorgt über die jüngsten Presseerklärungen der amerikanischen und europäischen Behörden zu den US-Einfuhren von Stahl und Aluminium. Der Brüsseler Verband würdigt in einem heute veröffentlichten Communiqué die Gründe für mögliche Vergeltungsmaßnahmen der EU, falls die USA die Zölle auf importierten Stahl und Aluminium erhöhen sollten. Allerdings wäre die Motorradindustrie schwer geschädigt, wenn sie in diesen Handelsstreit einbezogen würde.

Pikant bei diesem aufkommenden Handelsstreit ist, dass eines der Acem-Mitgliedsunternehmen, Harley-Davidson, ein mögliches Ziel für Vergeltungsmaßnahmen durch europäische Behörden ist. Deshalb schrieb Acem an die EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und betonte, dass die Industrie zwar die Gründe für die Absicht der EU, entschlossen und rasch Gegenmaßnahmen zu ergreifen, versteht, dass aber eine mögliche Erhöhung der Zölle auf amerikanische Motorradausfuhren eindeutig den amerikanischen Unternehmen, aber auch den europäischen Volkswirtschaften und Arbeitsplätzen schaden würde. Das wiederum könnte dazu führen, dass die US-Regierung Vergeltungszölle auf europäische Exporte erhebt. Insgesamt könnte dies zu erheblichen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen und Arbeitsplatzverlusten für den Motorradbereich sowohl in den USA als auch in Europa führen, insbesondere in Bereichen wie der Herstellung und dem Vertrieb von Fahrzeugen, Teilen und Komponenten.

Stefan Pierer, Vorstandsvorsitzender der KTM AG und Präsident von Acem sagte: "Motorradunternehmen sind Global Player, die sich für freie und ausgewogene Handelsabkommen einsetzen. Die USA und die EU sollten zusammenarbeiten, um den internationalen Handel und die Konvergenz der Rechtsvorschriften zu erleichtern und nicht durch einseitige und politisch motivierte Maßnahmen einzuschränken."

Antonio Perlot, Generalsekretär des Acem, sagte: "Die EU ist ein Schlüsselmarkt für amerikanische Motorradmarken. Die USA sind aber auch Europas erster Handelspartner im Motorradbereich. Wir vertrauen darauf, dass die amerikanischen und europäischen Behörden es vermeiden werden, eine Eskalation des Welthandels auszulösen, die für die Motorradindustrie auf beiden Seiten des Atlantiks äußerst schädlich sein könnte."

Rund 156.000 Arbeitsplätze hängen von der Motorrad-, Moped-, Dreirad- und Vierradindustrie in der EU ab. Nach Angaben von Eurostat beliefen sich die EU-Ausfuhren von Motorrädern in die USA im Jahr 2016 auf 483,1 Millionen Euro, was 29,1 Prozent aller europäischen Motorradausfuhren entsprach. Darüber hinaus exportierten die in der EU ansässigen Unternehmen 139,6 Millionen Euro an Motorradteilen und -komponenten nach Amerika (30,8 Prozent des Gesamtwertes). Im Jahr 2016 waren die USA das erste Ziel für europäische Exporte von Motorrädern sowie von Teilen und Komponenten.

Der Europäische Verband der Motorradhersteller (Acem) vertritt die Hersteller von Mopeds, Motorrädern, Dreirädern und Vierrädern (Fahrzeuge der L-Kategorie) in Europa. Zu den Acem-Mitgliedern gehören 17 produzierende Unternehmen: BMW Motorrad, Bombardier Recreational Products (BRP), Ducati Motor holding, Harley-Davidson, Honda, Kawasaki, KTM, Kymco, MV Agusta, Peugeot Scooters, Piaggio, Polaris Industries, Renault, Royal Enfield, Suzuki, Triumph Motorcycles und Yamaha. Hinzu kommen 17 nationale Industrieverbände mit Mitgliederstatus.

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