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After-Work-Ride: Valerias erstes Mal hinten drauf

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Pfui Spinne oder wie ökologisch ist ein Alkoholfreies?

Das bekamen wir besonders beim Einkehren in Aub zu spüren. Nach einem standesgemäßen Gruppenbild vor einer Statue der Heiligen Maria, schoben wir im Goldenen Lamm (auch ein typischer Gasthausname in Franken) eigenmächtig die Tische zusammen. Was den Wirt aber nicht störte – genau dafür seien die nicht festgebunden, witzelte er mit uns. Angesichts unserer zehn Mann und zwei Frauen starken Truppe schien der Wirt ein wenig überfordert. Die ungewöhnliche Nachfrage in seiner Dorfkneipe, noch dazu während eines bevorstehenden Fußball-EM-Halbfinales, welches das Gros der autochthonen Bevölkerung vor ihren Glotzen verbringen lässt, ließ ihn aber nicht aus der Ruhe bringen. Selbst, als mysteriöserweise eine Spinne ins Bierglas kam, nahm er es wie wir mit Humor und brachte ein neues alkoholfreies Bier. Unter Tieren gebe es wohl auch Alkoholiker, erklärte uns der Wirt freudig. Aber für unsere Spinne konnte das nicht der Grund gewesen sein, das Bier war ja alkoholfrei… Stephan ließ es sich nicht nehmen, diesen Moment mit der Kamera festzuhalten und dann sogar noch einen Schluck aus dem mit Spinne „verseuchtem“ Glas zu nehmen, was eine Bikerin fast zu einem Würgeanfall nötigte.

Die Auber Benzin-Gespräche

Nun hatten fast alle ihr Kaltgetränk, das freundlicherweise vom Vogel-Chefbiker spendiert wurde, und es sollte endlich angestoßen werden. Nur das alkoholische Weizen von Michael ließ auf sich warten. Das Bierfass musste noch in die Kneipe gerollt und angestochen werden… Er hatte generell keine gute Wahl bei Speis' und Trank getroffen, zumindest was die Zubereitungszeit anging. Die urfränkischen Klöße mussten noch gerollt und die Pilze gesammelt werden – und dann fehlte am Ende auch noch der bestellte Schweinsbraten. Ansonsten waren die meisten mit Bier und Essen ziemlich zufrieden. Typisch fränkische Nürnberger-Bratwürste mit Sauerkraut und Brot, Blaue Zipfel und Schnitzel genossen einige der Biker. Dabei unterhielten wir uns prächtig, lachten viel und erzählten Geschichten. Bikerlatein halt oder besser: die berüchtigten Benzingespräche. Da konnte der Wirt locker mithalten und befeuerte die Runde mit allerlei lustigen Anekdoten und spitzen fränkischen Bemerkungen…

Nachdem der Durst und bei einigen der Hunger gestillt war, traten wir auch schon wieder die Heimreise an. Entlang der B13 dünnte sich unsere Gruppe immer weiter aus. Servus und Tschüss, winkende Bikehandschuhe und ein kurzer Huper. Schließlich kamen Stephan und ich wieder beim Vogel-Hauptquartier an. Ein bisschen war ich auch froh, dass ich wieder heil an meinem Auto stand. Die Fahrt war nicht nur psychisch, sondern auch physisch wirklich anstrengend. Ich war zwar weniger verkrampft, doch die gesamte Fahrt über angespannt gewesen. Besonders der Nacken musste einiges mitmachen. Der Gegenwind ist ziemlich stark und in den Kurven lässt man sich ja auch nicht hängen. Entspannt geht anders. Aber das soll Biken ja auch nicht sein. Und Offroadfahren ist auch nicht gerade ein Ponyhof. Obwohl ein Ponyhof natürlich auch viel Arbeit macht… Aber lassen wir das.

Respekt vor Bikern

Ich bin auf jeden Fall froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, war echt cool. Jetzt habe ich noch etwas mehr Respekt vor Bikern. Motorradfahren ist keine leichte Angelegenheit, aber welches Hobby ist das schon? Und besonders, welcher Motorsport? Wir sind doch alle verrückt, dass wir so auf unseren fahrbaren Untersatz abfahren. Wir haben das gleiche Interesse, nur auf eine andere Art und das verbindet uns.

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