Agentur für Arbeit: Zweiradhandwerk ohne goldenen Boden?

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 13/2017/I), Folge 491: Als ich diesen Leserkommentar auf den Schreibtisch bekam, hat es mich fast aus meinem Redakteurssessel gehauen. Harry sandte uns am 21. März...

...zu dem Artikel Zweiradmechatroniker: Handwerknachwuchs mit Zukunft folgende Anekdote: „Ist schon interessant. Wenn man eine Umschulung auf Zweiradmechatroniker (Motorrad) absolvieren möchte, wird das von der Agentur für Arbeit abgelehnt: keine Zukunftschancen...“ Wie bitte? Das kann doch wohl nicht wahr sein. Eine staatliche Behörde lehnt eine Umschulung zum Zweiradmechatroniker ab? Wir versuchen gerade herauszufinden, ob die Aussage dieses Mitarbeiters einer Agentur für Arbeit eine offizielle Position oder eine Einzelmeinung darstellt. Dazu haben wir die zentrale Pressestelle der Bundesagentur in Nürnberg um eine Stellungnahme gebeten.

Das sagt das Amt

Der Pressesprecher der Bundesagentur für Arbeit, Paul Ebsen, ein echter Medienprofi, antwortete prompt: „Gemessen an den Neuzulassungszahlen floriert der Motorradmarkt weiterhin. Es werden auch in Zukunft Zweiradmechatroniker (Fachrichtung Motorradtechnik) benötigt. Eventuell müssen sich die Beschäftigten mehr in Richtung Elektromobilität umstellen. Aktuell haben wir rund 700 offene Stellen (allerdings inklusive Fahrrad), wie im Vorjahr auch. In den vergangenen zwölf Monaten sind knapp 1.800 Stellen für Zweiradmechatroniker eingegangen, ein bisschen weniger als im Vorjahreszeitraum. Ende Februar waren 2.300 Zweiradmechatroniker arbeitslos gemeldet, 140 weniger als im Februar 2016.

Insofern zeigen die Daten, dass zwar kein Fachkräftemangel vorliegt, aber auf der anderen Seite die Nachfrage (gemessen an den Zugängen der gemeldeten Stellen) nach wie vor vorhanden ist.

Die Ablehnung der Umschulung zu beurteilen ist von unserer Stelle (Zentrale in Nürnberg) schwierig, da wir die Einzelheiten des Falles nicht kennen. Eine Umschulung sollte grundsätzlich nur dann gefördert werden, wenn die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer keine Ausbildung hat oder die Ausbildung schon solange zurückliegt, in der nicht mehr gearbeitet wurde. Des Weiteren sollte auch der regionale Arbeitsmarkt in Betracht gezogen werden: Gibt es genügend Motorrad-Werkstätten, Produktionsstätten in denen eine anschließende Beschäftigung möglich ist? Oder ist eine absehbare Beschäftigungsmöglichkeit (auf seinem/Ihrem Beruf) in der Region gegeben? Ist der / die Umschüler/-in bereit auch regional weiter wegzuziehen? Ist der Ausbildungsbetrieb bereit, die Umschulung auf zwei Jahre zu verkürzen (die Ausbildung dauert normalerweise 3,5 Jahre)? Die Förderung einer Umschulung ist immer eine ganz individuelle Angelegenheit, sowohl von Kundenseite als auch von der Arbeitsmarktseite.“

Danke, liebe Bundesagentur für Arbeit, für diese kompetente Einschätzung. Die Motorradszene sieht jetzt klarer. Das „Arbeitsamt“ muss halt tatsächlich immer von Fall zu Fall unterscheiden. Und schon relativiert sich die journalistische Überschrift „Zweiradhandwerk ohne goldenen Boden?“ zu einem differenzierteren Bild der Wirklichkeit.

UMFRAGE
Wie würden Sie Ihr gegenwärtiges Geschäftsverhältnis zu Ihren Motorradherstellern beschreiben?

Bestens, bin super zufrieden

8 %

Es passt weitgehend alles

9 %

Könnte besser sein

22 %

Bin ziemlich unzufrieden

22 %

Einfach katastrophal

39 %

Spamschutz:

Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein:

Schlagen Sie uns Ihren Lieblings-Motorradhändler vor

Hinweis in eigener Sache: Schmackhaft machen möchte ich Ihnen eine aktive Teilnahme beim Award „Motorradhändler des Jahres“. Seit kurzem gibt es ein nigelnagelneues Tool: auf der Landingpage können Sie uns ab sofort Händler vorschlagen, die aus Ihrer Sicht für die Nominierung für diesen Wettbewerb prädestiniert sind. Schlagen Sie einen Motorradhändler oder eine Freie Werkstatt mit schlüssiger Verkaufs- und Servicestrategie vor! Namen einreichen können alle Interessierte, Kunden, Kollegen, Industrievertreter sowie alle anderen Branchenkenner. Beachten Sie: Eine ausführliche Begründung der Vorschläge durch den Einreichenden ist unerlässlich! Die Jury berät dann darüber, ob die Betriebe den Anforderungen entsprechen, und entscheidet, ob diese für eine Nominierung in Betracht kommen.

Derweil läuft unser Online-Quick-Check weiter. Fast zwanzig Betriebe haben sich bisher bis zum Ende durchgearbeitet und uns dann noch ihre Kontaktdaten genannt. Bravo! Denn nur, wenn wir wissen, wer sich bewirbt, können wir die einzelnen Unternehmen auch vorab bewerten und Feedback geben. Das Gros der Digitalbewerber vergisst leider allerdings – bewusst oder versehentlich – uns am Ende Ross und Reiter zu nennen.

Der Countdown läuft: noch drei Tage bis zum ersten Einsendeschluss (31. März). Nutzen Sie jetzt schnell noch die auslaufende Vorsaison, bevor die Kunden endgültig ihre Werkstatt stürmen, und machen Sie den Test, der nur wenige Minuten Ihrer Zeit in Anspruch nimmt. Es lohnt sich, sich bei uns auf den Prüfstand zu stellen. Also auf zum Online-Check. Und nicht vergessen: Nennen Sie uns bitte am Schluss der Abfrage Ihren Namen und Adresse!

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