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Annika Gramlich: Ein Reporterinnenleben für die Bike-Community

| Autor / Redakteur: Stephan Maderner / Martina Eicher

Annika Gramlich ist ein Multitalent: Tourismus, Events, Marketing und das Schreiben liegen ihr im Blut – vor allem wenn es um Motorräder geht. Das Energiebündel aus Berlin baut an einem fulminanten Motorradnetzwerk nicht nur für Frauen. Top Five beim Award „Bike Woman of the year“.

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Frau steht ihren Mann auch in der Motorradbranche. Annika will weg von der männerdominierten Perspektive der Motorradwelt.
Frau steht ihren Mann auch in der Motorradbranche. Annika will weg von der männerdominierten Perspektive der Motorradwelt.
(Bild: She is a Rider)

Von null auf hundert in weniger als einem Jahr! So kann man laut Annika die Entwicklung von „She is a Rider“ am besten skizzieren. Annika Gramlich stammt aus dem Jagsttal in Baden-Württemberg, lebt schon lange in Berlin, kickstartete das Online-Motorradmagazin für Frauen 2018 nach einer zweijährigen Planungsphase. Seitdem wächst die Online-Community unaufhaltsam – was auch das übergeordnete Ziel des Magazins beschreibt.

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Annika will weg von der männerdominierten Perspektive der Motorradwelt. Von wegen: „Schaut her, das Power-Bike für echte Männer!“ Und: „Ach ja, die Stiefel gibt’s auch in Pink!“ – Frauen gehören ebenfalls ins Rampenlicht!

Um diesem Ziel ein Stück näher zu kommen, gibt es viel zu tun: technische Hürden, Budgetfragen und der Ausbau persönlicher Fähigkeiten stehen an der Tagesordnung des drei-köpfigen Redaktionsteams von „She is a Rider“. Mittlerweile bieten immer mehr freie Autoren, unter anderem aus der Schweiz und aus Südafrika, Beiträge an. Organisatorisches Geschick ist für Annika extrem wichtig, damit bei der Vielzahl der Themen und Partner nichts unter den Tisch fällt. Annikas Team bleibt jedoch auch bei kleinen bis mittelschweren Krisen gelassen. Was wäre denn schon eine Welt ohne Herausforderungen?

Klischeefrei Eindrücke teilen von Frau zu Frau

Annika meint, dass es abgesehen von Machosprüchen und Klischees in der Frauenmotorradwelt nicht mehr Herausforderungen gibt als in jedem anderen Bereich des Lebens. Eindrücke, die von Frau zu Frau geteilt werden; Frauen, die sich gegenseitig Mut zusprechen und Rückendeckung geben, wenn es einmal nicht so läuft wie geplant – von solchen Besonderheiten lebt die Welt der Lady-­Biker und somit auch „She is a Rider“.

Annikas Vorstellung eines vorurteilslosen Zusammenkommens von Bikerinnen aus purer Leidenschaft liefert Inspiration für ihre Arbeit am noch sehr jungen Magazin. Über 30.000 Leser sowie eine kumulierte Reichweite von über 100.000 Kontakten pro Monat bestätigen ihre Mühen. Monatlich kommen 2.000 neue Fans allein auf Facebook hinzu. So spürt Sie auch jetzt schon, dass sich etwas in der Motorradwelt verändert.

Roadtrip durch Florida und offroad durchs Atlasgebirge

„She is a Rider“ soll in den nächsten fünf Jahren zum „Place to be“ für alle motorradbegeisterten Frauen werden – ein Ziel, das sich schwer auf die Work-Seite der Work-Life-Balance auswirkt, sodass sich Annika manchmal selbst daran erinnern muss, etwas Zeit für Freunde und Familie aufzubringen. Dass Frauen sich trauen sollen, alle Bikes zu fahren und auf alle Touren zu gehen, die sie möchten und von welchen sie träumen, wird bei „She is a Rider“ nicht diskutiert, sondern steht fest! Um diese Maxime der breiten Öffentlichkeit zu verstehen zu geben, ist eben noch einiges an Arbeit erforderlich.

Annikas Pläne für 2020 klangen sehr verlockend: Sie wollte diverse Touren außerhalb Europas machen, die sie sich schon länger vorgenommen hatte. Ein Offroad-Trip durch das Atlasgebirge und on the road in Florida waren geplant – natürlich inklusive Berichterstattung im Magazin. Corona-bedingt sind diese Projekte auf 2021 verschoben.

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