Aprilia: In memoriam Ivano Beggio

Sein Leben und Wirken

| Redakteur: Stephan Maderner

Aprilia-Gründer Ivano Beggio ist am 13. März im Alter von 73 Jahren gestorben.
Aprilia-Gründer Ivano Beggio ist am 13. März im Alter von 73 Jahren gestorben. (Bild: Aprilia)

Motorradfahrer, Unternehmer und Visionär - am 13. März 2018 starb der Firmengründer von Aprilia im Alter von 73 Jahren. Eine Würdigung.

Die Branche trauert um Ivano Beggio, den Gründer der italienischen Motorradmarke Aprilia. Die Piaggio Group und Aprilia erinnern liebevoll und mit Respekt an Ivano Beggio, den Aprilia-Gründer, der im Alter von 73 Jahren in der Nacht zum 13. März 2018 verstarb.

Roberto Colaninno, Chairman und CEO der Piaggio Group, seit 2004 Inhaber der Konzernmarke Aprilia: „Ivano Beggio ist es gelungen, die Fähigkeiten und den Mut eines Unternehmers mit Kreativität und wahrer Leidenschaft für Motorräder zu verbinden. Er war ein Visionär – und seiner Zeit voraus. Die außergewöhnliche Kombination dieser Faktoren ermöglichte es ihm, praktisch aus dem Nichts eine der genialsten Geschichten in der italienischen Motorradindustrie zu schaffen, die einen Traum wahr werden ließ. Weiter am Rennsport teilzunehmen und die Marke Aprilia weltweit zu verbessern, ist der beste Weg, sein Andenken zu ehren“.

Romano Albesiano – Direktor Aprilia Racing: „Man muss sich einmal die Weltmeister, die Aprilia hervorgebracht hat, und die Siege, die auf Aprilias errungen wurden, vor Augen führen, um die Bedeutung des Projekts des Ivano Beggio zu verstehen. Wenn man darüber nachdenkt, die Japaner auf der Rennstrecke herausfordern zu wollen, und bei Null anfängt, um gegen die größten Hersteller der Welt anzutreten, um am Ende zu gewinnen, so bedeutet dies, dass man Geist und Seele vereinen muss. Beggio besaß große Führungs-Kompetenz und empfand eine besondere Liebe für unsere Welt“.

Weltmeister Max Biaggi, dessen glanzvolle Karriere 1992 unter Ivano Beggio auf einer Aprilia begann, erinnert sich: „Ivano Beggio war ein Teil meines Lebens als Sportler – im Rennsport war er wie ein Vater für mich. Er schenkte mir, als ich noch ein ganz junger Bursche war, sein Vertrauen und gab mir nach dem Gewinn der Europameisterschaft ein konkurrenzfähiges Motorrad. Seine Entscheidung war mutig, aber auch clever. Genau das sind die zwei Faktoren, an die ich mich bei Ivano Beggio am besten erinnere – genau zu wissen, wie man große Leidenschaft in den Dienst seines Könnens stellt, um stets Kraft und Energie für einen besonderen Schritt zu finden. Dies hat auch dazu beigetragen, dass ich so viele Siege auf Aprilia feiern konnte“.

Sein Leben und Wirken

Ivano Beggio wurde 1944 geboren. Seine Leidenschaft für Zweiräder begann in der Manufaktur seines Vaters, in der zunächst Fahrräder mit dem Markennamen Aprilia von Hand gefertigt wurden. Mit der Einführung von Rollern und Motorrädern legte er den Betrieb und die Produktpolitik neu aus.

1975 gründete er ein kleines Team für die Entwicklung von Rennmotorrädern, das sich mit leistungsfähigen, technischen Innovationen schon bald einen Namen machte. Bereits 1977 gewann man die italienische Motocross-Meisterschaft in den Klassen bis 125 und 250 Kubikzentimetern. 1980 startete Aprilia die Produktion kleiner Motorräder mit 50 und 125 Kubikzentimetern Hubraum. Es folgten sehr erfolgreiche, sowohl ästhetisch als auch technisch innovative Modelle im Bereich urbaner Mobilität: 1991 der Scarabeo, der erste Großradroller auf dem europäischen Markt; 1992 die ersten zweitaktgetriebenen Roller und Motorräder mit Katalysatoren; 1993 folgte der erste zulassungspflichtige Motorroller; 1998 betrat das Unternehmen mit der RSV Mille dann den Markt großvolumiger Motorräder.

Die Rennhistorie

In der Motorrad-Weltmeisterschaft, in der das Unternehmen 1985 in der 250er-Klasse sein Debüt gab, brachte Aprilia Weltmeister wie Max Biaggi, Marco Simoncelli, Valentino Rossi, Casey Stoner, Alvaro Bautista, Loris Capirossi, Marco Melandri, Manuel Poggiali und Alessandro Gramigni zu großen Erfolgen.

Mit 284 Grand-Prix-Rennen, die seit 1987 in der Motorrad-Weltmeisterschaft gewonnen wurden, hält Aprilia bis heute die meisten Siege eines europäischen Herstellers in der Geschichte des Motorrad-Grand-Prix-Sports. Gekrönt wurden diese Siege von nicht weniger als 54 Weltmeistertiteln: 38 im Motorrad-Grand-Prix, davon 20 in der 125er-Klasse, 18 in der 250er-Klasse. Sieben Titel wurden in der Superbike-WM gewonnen – 2010, 2012 und 2014 holte Aprilia sowohl den WM-Titel in der Fahrer- als auch in der Herstellerwertung, 2013 den WM-Titel der Hersteller. Mit weiteren neun Weltmeisterehrungen war Aprilia im Bereich Off-Road erfolgreich, sieben in der Klasse Supermoto, zwei im Trialsport. 2015 gewann Lorenzo Savadori, der heute zusammen mit Eugene Laverty für Aprilia in der Superbike-WM fährt, auf einer Aprilia RSV4 RF den Superstock 1000 FIM Cup.

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