ACEM hat das jüngst vereinbarte Handelsrahmenabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA scharf kritisiert. Nach Einschätzung des Verbands drohen durch die Regelungen massive Wettbewerbsnachteile für die Branche, die sowohl Arbeitsplätze als auch jahrzehntelang gewachsene Geschäftsbeziehungen gefährden könnten.
Kern der Kritik ist die Einführung neuer Zölle auf Exporte in die Vereinigten Staaten. Für Motorräder, Zubehör und Ersatzteile aus Europa gilt künftig ein allgemeiner Zollsatz von 15 Prozent. Besonders ins Gewicht fällt jedoch ein zusätzlich erhobener Zoll von 50 Prozent auf den Stahlanteil der Produkte. Da Stahl ein wesentlicher Bestandteil des Motorradbaus ist, sieht die Industrie ihre Kostenstruktur erheblich belastet. »Diese Kombination macht große Teile des Abkommens für uns faktisch wertlos«, erklärte ACEM-Generalsekretär Antonio Perlot.
Die Hersteller warnen, dass die hohen Aufschläge ihre Position gegenüber amerikanischen Konkurrenten deutlich schwächen. Während das Abkommen vage künftige Gespräche über Zollkontingente für Stahl und Aluminium vorsieht, fordert ACEM rasche und verbindliche Zusagen mit klaren Zeitplänen. Anhaltende Unsicherheit sei für die Unternehmen nicht tragbar, heißt es.
Das Rahmenabkommen, das am 21. August in Kraft trat, sollte eigentlich die Handelsbeziehungen zwischen beiden Märkten stabilisieren. Für die Motorradindustrie bedeutet es nach deren Auffassung jedoch eher das Gegenteil: Diskriminierende Bedingungen, die bisherige Investitionen in den USA und Europa gefährden. ACEM kündigte an, den politischen Druck aufrechtzuerhalten und bot an, die Verhandlungen mit Fachwissen zu begleiten.
Die Branche fordert nun eine »ausgewogene Lösung«, die faire Wettbewerbsbedingungen wiederherstellt. Nur so könne die europäische Motorradindustrie ihre Position auf dem wichtigen US-Markt behaupten.
Foto: KTM / Rob Gray (Polarity Photo)
