Übernahme von Dainese durch Gläubigerfonds

Für 1 Euro

Dainese: Übernahme durch Gläubigerfonds

Dainese, traditionsreicher Hersteller hochwertiger Fahrerausstattung, steht einmal mehr vor dem Verkauf. Das überschuldete Unternehmen soll für einen Euro den Besitzer wechseln.

Rund 300 Millionen Euro Schulden, das 15-Fache des EBITDA, lasten auf Dainese. Allein im abgelaufenen Geschäftsjahr beliefen sich die Verluste des Fahrerausstattungsherstellers, zu dem auch Marken wie AGV (Helme) und TCX (Schuhe) gehören, auf rund 120 Millionen Euro. Jetzt soll die Firma an einen Gläubigerfonds übertragen werden – zum symbolischen Preis von einem Euro.

Lino Dainese holt einen Investor an Bord

Gegründet wurde das Unternehmen 1972 von Lino Dainese, der im Januar 2015 etwa 80 Prozent der Anteile für rund 130 Millionen Euro an Investcorp, einen Finanzinvestor mit Sitz in Bahrain, verkaufte. Dainese behielt 20 Prozent der Anteile und blieb im Unternehmen aktiv.

Im März 2022 verkaufte Investcorp seine Mehrheit an der Dainese Group weiter an die US-Investmentfirma Carlyle Group. Der Kaufpreis soll bei etwa 630 Millionen Euro gelegen haben. Carlyle übernahm sämtliche Marken sowie Produktionsstandorte und Immobilien.

Ziel der Übernahme durch den Finanzinvestor war eine Stärkung der Marktposition, vor allem in den Vereinigten Staaten und China. Carlyle schien aufgrund umfangreicher Erfahrungen in der Entwicklung von Konsumgütermarken der geeignet Partner zu sein, doch 2025 schlitterte Dainese in eine veritable Krise.

Unternehmensanteile für Entschuldung

Aufgrund der nicht mehr tragbaren Überschuldung befindet sich Carlyle aktuell in Verhandlungen über einen sogenannten Debt for Equity Swap, bei dem die Fonds HPS und Arcmont, die Carlyle Kreditlinien für die 2022er Übernahme zur Verfügung gestellt hatten, im Gegenzug zur Schuldentilgung Eigenkapitalanteile an Dainese erhalten sollen.

Kurzfristiges Ziel ist es, durch eine Rekapitalisierung mit rund 25 Millionen Euro frischem Geld die Bilanz zu stabilisieren und die Handlungsfähigkeit des Unternehmens wiederherzustellen.

Die Krise bei Dainese ist einerseits in einem insgesamt schwierigeren Marktumfeld bedingt, allerdings dürfte der Urgrund für die aktuellen Probleme in der fast vollständig kreditfinanzierten Übernahme durch Carlyle im Jahr 2022 liegen, die dem Unternehmen die finanziellen Spielräume nahm.

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