Der Bundesverband Energie Mittelstand (Uniti) hat vor negativen Folgen des EU-weiten Neuzulassungsverbots von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2035 gewarnt.
Nach Einschätzung des Verbands sind durch die von der EU erlassene Regelung in Deutschland rund 190.000 Arbeitsplätze gefährdet. Zudem könnte der Ausbau von Produktionsanlagen für alternative Kraftstoffe wie E-Fuels ins Stocken geraten. Diese seien jedoch notwendig, um die in der EU vorhandenen mehr als 230 Millionen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor klimafreundlich weiterbetreiben zu können.
Uniti fordert daher, die anstehende Überarbeitung der europäischen CO₂-Flottenregeln technologieoffen zu gestalten und den Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe auf die Klimaziele der Hersteller anzurechnen. »Die seit Monaten eintreffenden Meldungen über Umsatzrückgänge und Arbeitsplatzabbau zeigen, dass der Automobilstandort Deutschland unter Druck steht«, sagte Uniti-Geschäftsführer Elmar Kühn.
Wirtschaftsexperten sehen die Branche in einem tiefgreifenden Umbruch: Während Investitionen in Elektromobilität hohe Summen binden, sind die Absatzmärkte noch unsicher. Hersteller reagieren mit Kostensenkungen, Personalabbau oder Standortverlagerungen.
Kritiker der »All Electric«-Strategie betonen, dass Europa Gefahr laufe, Know-how bei Verbrennertechnologien zu verlieren, während selbst Länder wie die Elektroauto-Großmacht China auf einen Mix aus Elektroantrieben und Verbrennungsmotoren setzten. Auch japanische Automobil- und Motorradbauer setzen im Gegensatz zum Gros der deutschen Autohersteller nicht einseitig auf batterieelektrische Antriebe und arbeiten stattdessen intensiv an Hybrid- und Verbrennerkonzepten auf Wasserstoff- bzw. E-Fuel-Basis.
