In memoriam Fritz Witzel senior
Foto: Stephan Maderner

Motorrad Witzel

In memoriam Fritz Witzel senior

Fritz Witzel senior ist tot. Mit großer Trauer und Anteilnahme nehmen wir Abschied von einem ganz großen Unternehmer der deutschen Motorradhandelsszene. Fritz Witzel ist zu Beginn des neuen Jahres (Freitag, 2. Januar 2026) friedlich im Kreis seiner lieben Familie eingeschlafen. 93 Jahre voller Geschichten, Erlebnisse und Lebenserfahrung. »bike & business«-Chefredakteur Stephan Maderner würdigt dessen Lebenswerk:

„Lieber Fritz, dein Leben ist ein einzigartiger Weg auf zwei Rädern: geprägt von Mut, Können, Ausdauer und einer unerschütterlichen Leidenschaft fürs Motorradfahren. Du hast Generationen inspiriert – als Ausnahmesportler, als Meister deines (Kraftfahrzeugtechniker)-Handwerks und als Herz deiner Familie. Als Werksfahrer von Fichtel & Sachs und Hercules hast du von 1953 bis 1975 sage und schreibe 214 Gold-, 14 Silber- und 9 Bronzemedaillen geholt. Im Gelände machte dir mit dem Motorrad keiner was vor. Du bist und bleibst einer der erfolgreichsten deutschen Crossfahrer der Nachkriegsgeschichte, eine Legende!

Dein Weg begann in einer Zeit, in der Motorräder nicht Lifestyle-Objekt, sondern für viele schlicht das erste erschwingliche Fortbewegungsmittel von A nach B waren. Das Land war noch komplett zweiradaffin, deutsche Marken wie Hercules, Sachs oder Mars dominierten den Markt.

In den 1950er-Jahren machtest du dich mit einer kleinen Werkstatt selbstständig, schraubtest an allem rum, was zwei Räder hatte. Schnell gewannst du den Ruf eines zuverlässigen, ehrlichen und leidenschaftlichen Mechanikers. Bald folgte der Aufbau eines eigenen Geschäfts – zunächst mit Ersatzteilen und Reparaturen, später mit dem Verkauf neuer Maschinen.

Du hast nicht nur unzählige Siege errungen, sondern auch eine Tradition aufgebaut, die heute weit über Schweinfurt hinausstrahlt. Dabei bist du immer dir selbst treu geblieben: bodenständig, humorvoll, hilfsbereit – und stets bereit, Gas zu geben, wenn andere längst abgebremst hätten.

Unter deiner Führung entwickelte sich das Motorradhaus Witzel zu einer festen Größe in der Region (und weit darüber hinaus). Kunden kamen nicht nur wegen der Fachkompetenz, sondern auch wegen der besonderen Atmosphäre: Bei euch wird man nicht einfach „bedient” – hier gehört man zur Familie. Du warst immer mittendrin, ob in der Werkstatt, im Verkauf oder bei den Ausfahrten, die du für deine Kundschaft organisiert hast. Bis vor wenigen Jahren hast du es dir nicht nehmen lassen, an euren legendären Afterwork-Rides teilzunehmen und drängtest sogar darauf, sportiv voranzufahren und die Gruppe auf der Ideallinie durch deine Heimat zu guiden. 

Nun hast du deine letzte Fahrt angetreten. Gerne erinnern wir uns daran, wie du zu Lebzeiten die Straße vor dir genossen hast, den Fahrtwind im Gesicht. Die vielen gemeinsamen Runden mit Familie und Freunden und deinen Kunden waren dein Lebenselixier. Du wirst uns fehlen.“

Mit tiefem Mitgefühl begleitet das Team des Syburger Verlags die Familie Witzel in diesen schweren Stunden. Wir werden Fritz ein ehrendes Andenken bewahren und vermissen ihn sehr. Ruhe in Frieden, lieber Fritz.

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