KTM startet Produktion nach Insolvenz neu

Reguläre Fünf-Tage-Woche

KTM startet Produktion nach Insolvenz neu

Durch den Einstieg von Bajaj ist die Liquidität der österreichischen Motorradschmiede KTM wieder hergestellt. In Mattighofen laufen die Bänder wieder an.

Nach Monaten der Ungewissheit sind alle rund 1000 Fertigungsmitarbeiter an ihre Arbeitsplätze im KTM-Werk Mattighofen zurückgekehrt. Wie das Unternehmen mitteilt, konzentriert sich die Produktion zunächst auf die Wettbewerbsmodelle, bevor auch die beliebten Straßenmaschinen KTM 690 und Husqvarna 701 schrittweise in Serie gehen.

Die Fertigung soll nun im regulären Fünf-Tage-Betrieb bis zur Weihnachtspause fortgesetzt werden. »Die Lieferketten sind vollständig reaktiviert«, heißt es aus Mattighofen. Parallel arbeitet KTM daran, auch die Belegschaft in Verwaltung, IT und Marketing neu aufzustellen und sucht aktiv nach Personal.

Der Neustart folgt auf eine schwierige Phase: Im November vergangenen Jahres hatte KTM Insolvenz angemeldet. Neben einem deutlichen Nachfragerückgang machten hohe Lagerbestände und Qualitätsprobleme dem Hersteller zu schaffen.

Die Wende brachte schließlich der indische Partner Bajaj. Der langjährige Investor stellte Kredite in Höhe von 600 Millionen Euro bereit und stockte seine Anteile an der Traditionsmarke auf.

Hintergrund

Die Konstruktion des Firmengeflechts rund um KTM war schon immer kompliziert und wird es auch nach der Übernahme durch Bajaj Auto zunächst noch bleiben.
Bajaj Auto agiert über seine niederländische Tochtergesellschaft Bajaj Auto International Holdings BV (BAIHBV), die bislang 49,9 % an der österreichischen Pierer Bajaj AG (PBAG) hält. PBAG besitzt wiederum 75 % von Pierer Mobility AG (PMAG), dem börsengelisteten Mutterkonzern der KTM AG. Vor dem jüngsten Deal hatte Bajaj damit rund 37,0 bis 37,5 % der KTM-Gruppe kontrolliert.
Durch das jüngste Investmentpaket von insgesamt ca. € 800 Mio (davon € 200 Mio bereits im Voraus, € 600 Mio weitere Mittel) strebt Bajaj Auto an, die Mehrheitskontrolle zu übernehmen – d.h. mehr als 50 % der Anteile an der PBAG zu halten und somit indirekt über die PMAG auch bei der KTM AG die Kontrolle zu übernehmen. Parallel wurde eine Kaufoption eingeräumt: Bajaj kann bis Mai 2026 die 50,1 % von Pierer Industrie AG an der PBAG übernehmen – vorausgesetzt regulatorische Genehmigungen liegen vor.

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