Am 19. Januar 1945, der Krieg war in Italien so gut wie vorbei, gründete die Familie Agusta in Cascina Costa, in der Nähe des heutigen internationalen Flughafens Malpensa (Mailand) ,die Meccanica Verghera Srl. Der Bau von Flugzeugen, einst das Hauptgeschäft der Agustas, war auf absehbare Zeit kein tragfähiges Geschäftsmodell mehr. Also verlegte man sich auf motorisierte Zweiräder.
Erstes Modell war eine Maschine mit knapp 100 Kubikzentimetern, die MV98, die auf der Mailänder Messe 1947, einem Vorläufer der EICMA, gezeigt wurde.
Das goldene Zeitalter
Als Motorsportfan war Firmenchef Graf Domenico Agusta daran gelegen, seinen Produkten ein sportliches Image zu verleihen. Mit großem Geschick wählte er die talentiertesten Fahrer aus, die der Marke zu insgesamt 37 Weltmeisterschaftssiegen verhalfen. Die Liste der Werksfahrer liest sich wie ein Who-is-who der Rennsportelite der 1950er bis 1970er Jahre. Auf Franco Bertoni folgten Arcisio Artesiani, Carlo Ubbiali, Leslie Graham, Cecil Sandford, Fortunato Libanori, John Surtees, Mike Hailwood, Gianfranco Bonera, Giacomo Agostini und Phil Read.
Etwa zeitgleich mit dem Tod Domenico Agustas im Jahr 1971 war nicht nur der Zenit der sportlichen Erfolge erreicht, auch wirtschaftlich geriet das Unternehmen immer mehr in Schieflage. Im Jahr 1980 wurde die Motorradfertigung komplett eingestellt.
