Nach der Rally Dakar ist die Rally dos Sertões eines der längsten und traditionsreichsten Cross-Country-Rennen. Die Gesamtdistanz der diesjährigen 33. Austragung liegt bei 3.482 Kilometern, davon sind 2.215 Kilometer Wertungsprüfung. Die Route verläuft durch fünf brasilianische Bundesstaaten mit Start in Goiás und Ziel erstmals in Praia do Francês an der Atlantikküste.
Der Kurs führt durch extrem abwechslungsreiches Terrain: Sandige Feldwege, harte Pisten, steinige Trails, Serpentinen und steile Anstiege gilt es zu meistern. Besonders auf den Etappen vier und fünf, die als Marathon-Wertung konzipiert sind, müssen die Fahrer auf ihr Material achten – Support durchs Team ist nicht zugelassen.
Was die Sertões von anderen Rallys unterscheidet, ist mehr als nur die Landschaft. Es ist die Kombination aus sportlicher Härte, kultureller Begegnung und brasilianischer Lebensfreude. Die Route führt durch entlegene Dörfer, wo Kinder dem Tross zujubeln, während Lokales wie gebratener Maniok oder Maracujasaft serviert wird. Dazu kommt ein starker sozialer Fokus: Die Organisation unterstützt medizinische Hilfsprojekte für abgelegene Gemeinden entlang der Strecke.
Für Adventure Rider, die den Spirit der Sertões erleben wollen, aber keine sportlichen Ambitionen haben, gibt es die Sertões Experience / Light. Die Hürden zur Teilnahme sind überschaubar. Internationale Fahrer benötigen für den Start bei der Light eine FIM Rally-Raid-Lizenz, die über den eigenen Motorradverband beantragt werden kann. Für die Experience-Klasse ist mitunter sogar eine vereinfachte Sonderlizenz möglich – abhängig von Kategorie und Organisation.
Gefahren wird auf kürzeren Etappen, mit vereinfachter Navigation und oft ohne Rennwertung. Die Experience-Klasse bietet echtes Rallyefeeling, erfordert aber kein Profimaterial oder Factory-Backup.
Auf der Website der Rally dos Sertões gibt es umfangreiche Infos in englischer Sprache, einige Bereiche des Web-Angebots sind allerdings nur in Portugiesisch verfügbar.
