Auch mit Betriebswirtschaft haben sie was am Helm

Der »bike und business«-Benchmark-Club

| Autor / Redakteur: Pia Greinacher / Stephan Maderner

Der Workshop des »bike und business«-Benchmark-Clubs am 24. November 2017 im Vogel Conference Center zu Würzburg brachte wieder einen Tag mit fruchtbarem Ideenaustausch.
Der Workshop des »bike und business«-Benchmark-Clubs am 24. November 2017 im Vogel Conference Center zu Würzburg brachte wieder einen Tag mit fruchtbarem Ideenaustausch. (Bild: Vogel Business Media/Johannes Untch)

Die Hochsaison ist zum Verkaufen da, in der Nebensaison kümmert man sich um die Zahlen. Dabei haben es Motorradhändler schwer. Der Markt glänzt hinsichtlich betriebswirtschaftlicher Aspekte nicht gerade mit Transparenz. Abhilfe schafft der »bike und business«-Benchmark-Club.

Das Geschäft platzt aus allen Nähten. Voll mit Kunden und solchen, die es werden wollen. Es ist Hochsaison und jeder möchte für die nächste Motorradtour mit dem passenden Zweirad und natürlich dem dazugehörigen Equipment ausgestattet sein. Allein an der Kasse tummelt sich eine Menge an kauffreudiger, enthusiastischer Kundschaft, die nur darauf wartet bezahlen zu dürfen. Alle Berater befinden sich in Gesprächen und sind von weiteren Kunden in Bikerjacken umgeben, die wie Tiger im Käfig nur auf die Beratung für ein neues, spritziges Motorrad warten. Da klingelt die Kasse.

Diese Zeiten sind jetzt vorbei, die turbulente Hochsaison ist überstanden. Und nun wird in die Sonne gefahren und einfach mal ausgespannt? – Natürlich nicht. Jetzt schaut Achim Trinkner, Leiter des Motorradbereichs von Auto + Zweirad Trinkner in Löchgau, ob sich die stressige Zeit aus betriebswirtschaftlicher Sicht gelohnt hat.

Das leidige Thema Daten

So geht es oft. Die eigenen Daten auszuwerten und deren Entwicklung zu den Vorjahren zu betrachten, fällt dabei meist leicht. Noch interessanter ist es aber, das eigene Geschäft im Vergleich zu anderen Händlern zu betrachten.

Hierbei kann der »bike-und-business«-Benchmark-Club helfen. Dieser Club ist eine Initiative von »bike und business«, der BBE Automotive Köln und CSB Warenwirtschaft. Die Santander Consumer Bank und Motul unterstützen und fördern das Projekt. „Da es dem Motorradmarkt bisher noch an Transparenz mangelt, ist es besonders wichtig zu sehen, wo die betriebswirtschaftlichen Messlatten in den einzelnen Bereichen liegen“, so Stephan Maderner, Chefredakteur »bike und business«. Zu Beginn werden die relevanten Daten der Mitglieder über die CSB-Software direkt an die Experten von BBE Automotive weitergeleitet.

Nachdem die eisige Jahreszeit nun vor der Tür steht, macht sich Achim Trinkner an die Zahlen. Heute ist der Stichtag für die Abgabe der relevanten Daten.

Einen Kaffee und zehn Minuten später

Einen Kaffee und ein paar Tastendrücker später ist alles erledigt. Eigentlich ist die ganze Prozedur in gut zehn Minuten erledigt und trotzdem gab es hierfür im vergangenen Jahr keine Zeit. Nebensaison bedeutet nämlich nicht, nichts zu tun zu haben. Schließlich verkauft das Geschäft von Achim Trinkner neben Zweirädern auch noch Autos – und die sind auch im Winter gefragt. Aber dieses Jahr hat es geklappt und alle wichtigen Betriebsdaten sind abgeschickt. Dass seine Daten bei dem Benchmark-Club in guten Händen sind, da ist er sich sicher.

Am Anfang steht das Vertrauen

Dieses Vertrauen seitens der Händler ist anfangs meist nur bedingt vorhanden. Martin Berning, der Experte von BBE Automotive, der auf der diesjährigen »bike und business«-Fachtagung einen Vortrag hielt, betont: „Generell werden wir schon erst mal gefragt, was mit den Daten dann passiert. Danach holen sich die Händler meist noch den Rat des Steuerberaters ein.“ Anders sieht es bei jenen aus, die Martin Berning schon länger kennen. Da er bereits seit 25 Jahren in der Branche tätig ist, war er einigen Händlern bereits vor der Gründung des Benchmark-Clubs bekannt. In diesen Fällen bestand, wie bei Achim Trinkner, schon zu Beginn eine ausgeprägte Vertrauensbasis.

Während es im Gründungsjahr 2013 noch 20 Händler waren, vertrauen dieses Jahr schon 30 Mitglieder den Experten und reichten ihre Daten zur Weiterverarbeitung ein. „Dreimal mehr wären möglich“, so Stephan Maderner. „Denn es stehen nämlich über 90 Mitglieder in unserer Excelliste.“

Haben die Daten der teilnehmenden Händler Berning dann erreicht, beginnt für ihn die eigentliche Arbeit. Die Zahlen werden nicht nur konsolidiert, sondern auch auf Plausibilität überprüft.

Wichtige Kennzahlen im Blick

Nach der Auswertung können die Durchschnittswerte der jeweiligen Kennzahlen, beispielsweise der Eigenkapitalquote, und auch die durchschnittlichen Werte der fünf besten Händler von anderen Mitgliedern des Benchmark-Clubs eingesehen werden. Zudem bekommt jeder Teilnehmer eine individuelle Auswertung.

Die Ergebnisse vom Benchmark-Club zeigen, dass die Fixkosten den Rahmen mal wieder vollends sprengen. Verzweiflung macht sich breit. Aber die Lösung liegt doch zum Greifen nah: man verkauft weniger Fahrzeuge, dafür aber mit mehr Ertrag. Dann würde die Zahl an Verkäufen zwar sinken, aber man hätte weniger Fixkosten. Auch an den Personalkosten könnte man ja noch schrauben.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45042925 / Handel)