Autoscout 24 und Mobile.de: Handel ärgert sich über höhere Preise

Tarife klettern teils um über ein Viertel

| Autor / Redakteur: Martin Achter / Stephan Maderner

Preiserhöhungen bei Mobile.de (links) und Autoscout 24 (rechts) beschäftigen einmal mehr den Handel.
Preiserhöhungen bei Mobile.de (links) und Autoscout 24 (rechts) beschäftigen einmal mehr den Handel. (Bild: »bike und business«/Stephan Maderner)

Preiserhöhungen bei Mobile.de und Autoscout 24 beschäftigen einmal mehr den Auto- und Motorradhandel.

Mobile.de hat mit seiner Ankündigung Ende September nachgezogen: Die beiden großen Onlinefahrzeugbörsen, Autoscout 24 und Mobile, haben 2019 die Preise erhöht oder tun dies noch bis zum Jahresende – und zwar teils deutlich. Bei Autoscout 24 ist die Preiserhöhung in der Spitze prozentual ein Stück größer ausgefallen als bei Mobile.de. Dies geht aus Preislisten und Händlerschreiben der Marktplatzbetreiber hervor, die »kfz-betrieb« und »bike und business« vorliegen.

Demnach setzt Mobile zum 1. November seine Preiserhöhung um. Je nach Tarifpaket steigen beim Branchenprimus die Preis um bis zu ein Fünftel. Händler, die beim Marktführer das Basispaket „Kompakt“ gebucht haben, zahlen bei einem Bestand zwischen 21 und 30 Fahrzeugen ab November 19,7 Prozent mehr. Ein entsprechendes Schreiben verschickte Mobile Ende September an seine Händlerpartner.

Auch für jedes zusätzliche Fahrzeug, das über das jeweils gebuchte Tarifpaket hinausgeht, müssen Händler deutlich mehr hinlegen. Je nach Tarifstufe fallen hier Mehrkosten von bis zu 18 Prozent an. Für Händler mit Minimalbeständen von bis zu drei Fahrzeugen bleiben die Preise unverändert.

Mobile bestätigt auf Anfrage den Preisschritt zum 1. November: „Im Durchschnitt über alle Staffeln und Pakete steigen die Preise um rund elf Prozent“, erklärt das Unternehmen schriftlich.

Der Marktführer begründet die Anpassungen mit technologischen Entwicklungen und der Reichweite, die die Plattform bietet: „Mit 16 Millionen individuellen Nutzern im Monat generieren wir fast doppelt so viel Reichweite wie der nächste Wettbewerber. In Zukunft werden wir den Fahrzeugwechsel noch weiter vereinfachen, um unseren Händlern noch mehr kaufbereite Kunden auf den Hof zu senden.“

Autoscout verlangt bis zu ein Viertel mehr

Autoscout 24 hatte seine Preiserhöhungen bereits zum 1. Juni umgesetzt. Diese fielen in der Spitze teils deutlich höher aus als bei Mobile. Dies zeigte sich vor allem bei Händlern mit großen Beständen, wie aus Preislisten des Münchner Plattformbetreibers Scout 24 hervorgeht. Händler mit 200 Autos und mehr müssen um die 25 Prozent mehr zahlen als noch 2018.

Den Preislisten zufolge fallen die Preiserhöhungen umso stärker aus, je größer der inserierte Bestand des Händlers ist: Die Spanne reicht von elf bis 25 Prozent.

Allerdings lässt Autoscout 24 Teile seiner Preistabelle auch unverändert. Dies gilt für die Kosten für jene Fahrzeuge von Händlern, die über das jeweils gebuchte Kontingent hinausgehen – bis auf eine Ausnahme: Bei Händlern mit über 250 Fahrzeugen setzt die Plattform ein Preisplus von 25 Prozent für jedes zusätzliche Fahrzeug an.

Autoscout 24 wollte die Preiserhöhungen auf Anfrage nicht kommentieren. „Zu Preisanpassungen veröffentlichen wir keine Informationen“, heißt es bei den Münchnern.

Der Handel ist verärgert

Die Preiserhöhungen der Online-Marktplätze kommen im Handel gar nicht gut an: „Wie so häufig in der Vergangenheit macht mobile.de schon wieder eine Preiserhöhung. Mit Ihrem Monopol haben die auch die Möglichkeit dazu. Aber irgendwann muss doch mal das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Insbesondere, da die aktuelle Erhöhung nicht gering ist, je nach Paket sind es netto 100 Euro, die mobile.de monatlich mehr verlangt. Die letzten Preiserhöhungen waren in einem ähnlichen Bereich“, monierte ein niedersächsischer KTM- und Husqvarna-Händler.

Eine freie Motorradwerkstatt aus NRW, die auch Gebrauchtmotorräder verkauft, stellte sich die Frage, wie man angesichts der Preiserhöhung, die satte 70 Euro im Monat oder 840 Euro im Jahr ausmache (Paket Komfort, 30 Fahrzeuge), da noch mitgehen könne. Das sei kein Pappenstiel. „Da muss man sich tatsächlich fragen, ob bei der Preispolitik, die an den Tag gelegt wird, es überhaupt noch Sinn macht, hier weiter zu machen. Große Händler, die genug Kapital haben, stört das wahrscheinlich auch, aber nicht so sehr wie uns Kleinhändler, die immer mehr ums Überleben kämpfen müssen. Da schadet sich mobile selber, wenn nach und nach immer mehr Händler abwandern...“

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit unserem Schwesternblatt »kfz-betrieb«.

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