Suchen

Banken Paroli bieten: Aktiv werden, nicht jammern!

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 06/2017/I), Folge 477: Mein Speedlog vom vergangenen Freitag über pessimistische Bankenratings und die daraus resultierenden Folgen für die Kreditwürdigkeit von Motorradhändlern sorgt in der Szene...

Firma zum Thema

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
(Bild: Vogel Business Media)

... für ein geteiltes Echo (nochmals nachzulesen hier). Auf der einen Seite Zustimmung für die vorsichtige Vorgehensweise für die Banken, da die gegenwärtigen finanziellen Risiken eines Motorrad-Vertragshändlers durchaus nicht zu unterschätzen sind. Auf der anderen Seite stoßen sich viele an der „Oberflächlichkeit“ von Banken-Analysen. Alle wichtigen Kommentare und Stellungnahmen zum Thema gibt es wie immer in Kürze im Zündfunken.

So verbessern Sie das Rating

Stellvertretend für die Fraktion derjenigen, die Händler vor den Banken in Schutz nehmen, lasse ich an dieser Stelle meinen Mitstreiter im »bike und business«-Benchmark-Club zu Wort kommen, Martin Berning von der BBE Automotive: „Die Ratings sind auch nach unserer Erfahrung oft nur sehr lückenhaft erstellt und wie Deinem Text erwähnt mit vielen falschen Daten gefüttert. Ich habe die angesprochene Studie auch gelesen. Die Banken und auch die Zentralen tun sich da schwer an die relevanten Infos zu kommen, da sie für die Randbranchen keine Spezialisten befragen.

Umso wichtiger ist es, im persönlichen Gespräch mit der Hausbank das Rating bis ins Kleinste durchzugehen. Wir machen das als Berater oft im Beisein des Kunden und arbeiten dann die Fehlinformationen ab und liefern besseres Material über Branche und Unternehmen.

Wenn man herausgefunden hat, wo die Bank die Schwächen des Betriebes sieht, kann man durch Bilanzpolitik und Verbesserung des Informationsverhaltens (frühe Bilanzerstellung, korrekte BWA mit richtigem Branchenkontenrahmen, Abgrenzungsbuchungen, Erläuterung zur Nachfolge etc.) eine ganze Menge beisteuern, um das Rating zu verbessern.

Zusätzlich zur Gesamtkonjunktur und zur Branchenkonjunktur kommt halt die Unternehmenskultur: Entwickelt sich das Unternehmen nachhaltig besser als die Branchenkultur?

Es hilft also nicht zu jammern, es hilft nur, aktiv zu werden. Denn zum einen wird es sonst teuer, zum anderen kann man nicht mehr investieren in die Zukunft. Und die Notwendigkeit für die Marken zu investieren wird weiter zunehmen, wenn man weiter Vertragshändler bleiben will.“ Soweit also der O-Ton von Martin Berning.

Vom Risiko, ein Händler zu sein

Kommentator Jens V. springt dagegen den Banken argumentativ zur Seite: „Irgendwie kann ich die die Geldgeber auch verstehen. Den Händlern werden immer höhere Investitionen abverlangt, um einen Vertrag zu erhalten. Dies wurde hier auch schon kräftig diskutiert. Der Gewinn nach Steuern ist bei Neufahrzeugen erschreckend niedrig. Ausnahmen gibt es bei Hochpreisprodukten wie MV Agusta, Ducati & Co. Teils nur 10 bis 15 Prozent Reinkaufsrabatt, davon 1 bis 1,5 Stunden das Bike auf die Räder stellen und verkaufsfertig machen, versichern usw. usw. Und dann muss man noch zwei Drittel seines Rabatts herschenken, um überhaupt noch was verkaufen bzw. an den Mann/Frau zu bringen. Versetze ich mich in den Geldgeber oder auch den Banker würde ich mir dies auch genau anschauen. Zum Beispiel wie folgendes zu erwirtschaft ist: eine Mega-Ausstellung mit Werkstatt. 20, 30 oder auch mehr Neufahrzeugen, die in spätestens 90 Tagen zur Zahlung kommen. Hinzu kommen weiß Gott wie viele Gebrauchte, 30- bis 40.000 Euro, die im Lager und Zubehör gebunden sind sowie Angestelltengehälter, die auch im Winter erarbeitet werden müssen. Last but not last muss am Ende auch noch an das Auskommen des Händlers gedacht werden! Wenn ich mich bei meinem Nachbarhändler auf einen Kaffee einfinde und mir das Motorradgedränge in dem 600 m² großen Ausstellungsraum mit fünf Marken und unzähligen Gebrauchten anschaue, und mir überlege was da an Eigenkapital und eventuell Krediten herumsteht, wird mir ganz flau im Magen! Dass die Banken gerne überziehen, wissen wir alle. Aber genauso kennen wir auch das Risiko, das wir jeden Tag mit uns herumschleppen.“ Soweit die Meinung von Jens.

Zukunftsorientierte und ertragsstarke Dealer am Zug

Die beiden Positionen hätte ich nicht besser zusammenfassen können und so gönne ich mir heute mal einen relativ schnellen Abgang – ich muss ja nicht immer das letzte Wort haben. Ein Hinweis in eigener Sache sei mir dennoch kurz erlaubt. Denken Sie an den Bewerbungsschluss für den Award „Motorradhändler des Jahres“ 2017. Dieser renommierte Wettbewerb sehe ich auch als eine Maßnahme, den eher pessimistischen Bankanalysten Paroli zu bieten und Beispiele von modernen und ertragsstarken Dealern zu präsentieren, die es zuhauf gibt.

Signalisieren Sie uns bitte bis zum 31. März Ihre Teilnahme am Wettbewerb und machen Sie unverbindlich den Online-Check Motorradhändler des Jahres 2017. Kostet nicht mal drei Minuten Ihrer Zeit. Vergessen Sie am Ende der Kurzabfrage nicht, uns Ihre Adresse und Ihre Kontaktdaten zu nennen. Sonst können wir Ihnen kein Feedback geben und sagen, wie es weitergeht im Rennen um die Krone der Motorradhändlerszene. Auch Roller-, Quad-/ATV- und Trikehändler sind herzlich aufgerufen, mitzumachen sowie Betriebe aus Österreich, der Schweiz, Benelux und Südtirol. Nur Mut! Stellen Sie sich auf den Prüfstand und zeigen uns, wie gut Sie sind!

(ID:44506570)

Über den Autor