Ben Hur oder die Inklusion des Motorradfahrens

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Communications Group)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 36/2018/I), Folge 626: Der lange Bikesommer des Jahres 2018 neigt sich seinem Ende entgegen und mündet direkt in einen...

...heißen Motorradherbst. Am vergangenen Wochenende war in ganz Deutschland mächtig was los in der Zweiradszene. Drei Beispiele: Auf dem Flugplatz Hartenholm gelang Brösel mit seiner viermotorigen Horex Marke Eigenbau die Revanche im legendären „Werner“-Rennen gegen den getunten 911er Porsche seines Kumpels Holgi. Mit drei zehntel Sekunden Vorsprung und einer Zeit von 10,08 Sekunden auf der Achtelmeile raste Werner-Erfinder Rötger Feldmann mit seinem „Red Porsche Killer“ über die Ziellinie und ließ seinen alten Freund Holger Henze knapp hinter sich. Die Neuauflage des Kultrennens von 1988 inklusive zahlreicher anderer Rennsportaktivitäten und einem parallel laufenden Musikfestival zog rund 50.000 Besucher an. Das Medienecho auf das im Vergleich zu früher ziemlich durchkommerzialisierte Event war riesengroß. Der Veranstalter sprach von Europas größtem Motorsportfestival, "der größte Knaller seit Ben Hur!" Den Bericht lesen Sie in diesem Newsletter.

Weiter im Süden ging ebenfalls ein spektakuläres Motorradevent über die Bühne: das Glemseck 101 lud bereits zum 13. Mal zu den legendären 1/8-Meilen-Sprints – mit deutlich schnelleren Zeiten auf die Renndistanz als im hohen Norden, aber nicht minder kommerzialisiert. Serious 1/8-Mile-Business halt. Gefördert und unterstützt wurde das von der Zeitschrift „Mo“ initiierte Zweiradevent fast von der kompletten Motorradindustrie. Namhafte Hersteller waren an Bord sowie alles, was in Sachen Zubehör und Bekleidung und Zweiraddienstleistern Rang und Namen hat. Neben der speziellen Rennatmosphäre standen Networking und natürlich ein Musikprogramm im Vordergrund, welches die Herzen (nicht nur) der Hipster höher schlagen ließ.

Dass man auch mit einer Nummer kleiner positive Schlagzeilen für die Motorradszene produziert, zeigten die Harley-Friends Würzburg mit ihrer jüngsten Saison-Abschlusstour. 14 Motorräder der US-Kultmarke und ihre 14 gehandicapten Beifahrer der Lebenshilfe Würzburg absolvierten am vergangenen Wochenende 200 unvergessliche Kilometer im Spessart rund um die Fischerhütte am Ausee und Bayrischer Schanz. „So geht ungezwungenes Miteinander von zwei gesellschaftlichen Randgruppen ohne Berührungsängste“, schrieb die „Main Post“. Was heißt hier gesellschaftliche Randgruppe(n)? Über fünf Millionen aktive Motorradfahrer gibt es hierzulande. Zum Zeitpunkt 1. Januar 2018 gab es laut Statistischem Bundesamt sogar rund 16,5 Millionen eingetragene Fahrerlaubnisse für Motorräder. Von wegen gesellschaftliche Randgruppe.

Zeit, dass sich was dreht

Es wird höchste Zeit, dass sich in der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Motorradfahrer was dreht. Motorradfahrer sind weit mehr als Rocker und Lärmverursacher. Sie spielen im Wirtschaftssystem eine ökonomische Rolle und wirken segensreich als sinnvoller Anbieter von unterhaltsamen Freizeitaktivitäten inklusive gelebter Inklusion. Seien wir uns unserer gesellschaftlichen Stellung und unserer wirtschaftlichen Macht bewusst und lassen uns die bisweilen aufbrandende öffentliche Diskriminierung von Bikern und die Politik der zunehmenden Vorschriften und Verbote (Streckensperrungen) nicht mehr länger gefallen. Das nächste Mal besteht dazu auf der Intermot in Köln die Gelegenheit.

Laut soziologischer Definition ist Inklusion dann verwirklicht, wenn jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben und teilzunehmen, gleich ob mit oder ohne Handicap. Dieses Recht bezieht sich auf sämtliche Lebensbereiche, in denen sich alle barrierefrei bewegen können sollen - bei Arbeit, Wohnen und Freizeit. Und gilt für alle – Biker inklusive.

In eigener Sache

Wichtiger Hinweis in eigener Sache: Der Countdown für unsere beiden renommierten Awards Motorradhändler des Jahres und Bike Woman of the year läuft.

Sind Sie reif für den Award?

Sind Sie reif für den Award?

19.03.18 - Der „Motorradhändler des Jahres“ von »bike und business« ist d i e renommierte Auszeichnung für exzellentes Vertriebs- und Servicegeschäft im Zweiradmarkt. Machen Sie mit und begeistern Sie Ihr Team und ihre Kunden, indem Sie uns von Ihren Stärken erzählen. lesen

Sie sind die Power der Branche

Sie sind die Power der Branche

07.12.17 - Nach wie vor sind Frauen in der Motorradbranche unterrepräsentiert. Dabei stellen sie eine attraktive Zielgruppe für den Handel dar. Und auch hinter den Verkaufstresen und Werkbänken stehen jede Menge Powerfrauen. Sie zu würdigen und zu ehren, dafür ist der »bike und business«-Award „Bike Woman of the Year“ da. lesen

Einsendeschluss für die Bewerbungsunterlagen ist der 7. September. Noch ist Zeit für eine Last-Minute-Bewerbung. Einfach den Link klicken – begeistern Sie uns mit Ihrer kreativen Energie.

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