Besuch bei Langenscheidt mit dem scrambled Popometer

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 33/2016/I). „Stephans Speedlog“ ist ein Branchenseismograph für Handel und Industrie rund um Motorrad, Roller und Quad/ATV. Folge 442: + Ducati Hypermotard 939 + Alexandra und der Siebenschläfer + Leberkäs-Semmel statt Latte Macchiato + Bikeparadies Gelbachtal + Glück muss man haben, Robert Glück + Hallo, Langenscheidt GmbH + Die Scrambler-Sitzbank + Vier Buchstaben drücken die Bank + Bike Woman of the year gesucht + Wanted: Motorradhändler des Jahres

KW 32 – was war das wieder für eine fantastisch fahraktive Woche! Male ich mir dick im Kalender an. Geschäftlich durfte ich mal wieder mit zig verschiedenen Mopeds unterwegs sein. Zunächst war da der Rücktransfer der Ducati Hypermotard 939 von Würzburg nach Köln. Den wilden italienischen Kurvenflitzer nutzte ich zunächst für eine Landstraßenpartie und jagte damit, nein nicht die virtuellen Pokemon-Geister, sondern die Räuber im Spessart. Nachdem die dingfest gemacht waren, ok sorry, ein Ritt auf der A3. Bis Limburg an der Lahn Tempo und Strecke machen. Dort wollte ich eigentlich Alexandra Tomasello von MCA Altendiez auf eine Urlaubstasse Latte Macchiato treffen und sie noch schnell überzeugen, beim „Award Bike Woman of the year“ mitzumachen. Doch ihr Sohn, ein ausgesprochener Ferien-Langschläfer, machte mir einen Strich durch die Rechnung. Diesen Siebenschläfer konnte Alex ja nicht so einfach mit mir für ein Biker-Date alleine lassen.

So fuhr ich unverrichteter Dinge an Ex-Bischof Tebart-van Elts ehemaligem Luxuswohnzimmer vorbei und steuerte Richtung Ufer der Lahn. Uii, was gibt es denn hier für romantische Fachwerkstädtchen? Diez zum Beispiel. Das Schloss oben auf dem Fels. Wow. Anhalten. Duc parken. Erstmal eine heiße Leberkäse-Semmel (hier besser bekannt unter Fleischkäs-Brötchen) beim Dorfmetzger geordert und auf dem wunderschönen und sonnenüberfluteten Marktplatz die Seele baumeln lassen. Leberkäs statt Latte Machiatto. Na also. Geht doch. Noch ein kurzer Facebook-Foto-Zwischenstopp bei unserem Silbermedaillenhändler von 2015, MCA Altendiez und weiter Richtung Nassau und Koblenz geblasen. Dank einer außerplanmäßigen, baustellenbedingten Umleitung sticht mir ein Schild ins Auge: Gelbachtal. Blinker rechts und runter von der Hauptstraße. Volltreffer! Wie ich jetzt zu bestätigen weiß: Das Gelbachtal ist bei Motorradfahrern ein beliebtes Ausflugsziel im südlichen Westerwaldkreis/Rhein-Lahn Kreis. Die gut geteerte Strecke bietet viele tolle Kurven inklusive zweier genialer Spitzkehren. Da ich an einem Montag unterwegs war, hatte ich die Piste fast alleine für mich. Am Wochenende ist hier bestimmt die Hölle los.

UMFRAGE
Zukunft des Motorradrennsports – in der Autofahrerhochburg Deutschland führen internationale Motorradrennsport-Großevents ein Schattendasein.
Bitte kreuzen Sie alles Zutreffende an!
Foto: Yuasa

Der Rennsportzirkus ist auf Dauer zu teuer für den Standort Deutschland und nicht mehr finanzierbar.

18 %

Die Motorradevents verlagern sich in die „Emerging Markets“ Asien und Südamerika.

15 %

Die Motorrad-Fanbasis ist stabil – Moto-GP und IDM haben auch in Zukunft eine sichere Heimat in Deutschland.

61 %

Moto-GP, IDM & Co. erleben hierzulande eine Renaissance.

6 %

Von der Hyper zur Scrambler

Weiter ging der Ritt auf der aggressiven Duc über Bad Ems und Nassau nach Koblenz und dann weiter über Bonn nach Köln. Ich konnte jede Menge Anregungen für ein mögliches Ziel unserer Motorradtour mitnehmen. Deutschland, du herrliches Motorradland! Zwischen Lahn und Rhein gibt es geile Bikereviere. Im Gewerbegebiet des Kölner Stadtteils Hahnwald bei Ducati Motor Deutschland angekommen, wollte ich schon das iPhone zücken, um die letzten Meter sicher in das Fahrerlager für italienische Lebensfreude auf zwei Rädern zu navigieren, kurbelt da plötzlich einer das Fenster eines Transporters herunter und ruft mir freundlich zu: „Bitte einfach folgen!“ Na so ein Glück, da fährt mir doch tatsächlich der Ducati-Pressesprecher Robert Glück über den Weg und lotst mich auf den letzten Metern persönlich ins Allerheiligste. Mit etwas Wehmut händige ich den Schlüssel der Hypermotard aus und übernehme den Key der neuen Testmaschine. Da steht sie vor mir, ein Traum in Gelb, eine Ducati Scrambler Classic mit braunem Sitzpolster im Siebziger-Jahre-Look. Designtechnisch ein uriges Motorrad. Pur, ästhetisch und edel. Das Synonym für Retro, der Stil, welcher der Zweiradbranche momentan gute Umsätze beschert.

Hallo, Langenscheidt!

Weiter geht's auf dem gleichermaßen coolen wie agilen Retrokracher nach Datteln bei Recklinghausen. Zum Firmensitz des Zubehörgroßhändlers Langenscheidt. Schon lange hatte ich Peter Iwazew, der seit 2012 die Geschäftsleitung von Langenscheidt verstärkt, versprochen, mal bei ihm vorbeizuschauen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Kennenlernen durfte ich auch Christian Saporetti, Familienmitglied der italienischen SGR-Gruppe, der Langenscheidt seit 2001 mehrheitlich gehört, nach dem Ausscheiden von Firmengründer Langenscheidt 2011 zu 100 Prozent. Was habe ich in Datteln gesehen? Ein hochmotiviertes Team mit attraktiven Produkten im Portfolio: Yuasa-Batterien oder Supersprox-Kettenräder, um nur zwei Beispiele zu nennen. Langenscheidt setzt auf Nähe zum Händler und lässt sein dichtes Partnernetz professionell durch fähige Außendienstler betreuen. Gegenwärtig wird noch ein fähiger Handelsvertreter für die Postleitzahlengebiete 6 und 7 gesucht. In angenehmer Atmosphäre haben wir uns dann fast zwei Stunden nach offiziellem Feierabend über aktuelle Branchenentwicklungen unterhalten. Sehr inspirierend.

Da ich mir am selben Tag den Ritt nach Hause auf der popoanstrengenden Scrambler nicht zumuten wollte, quartiere ich mich kurzerhand in der Studentenbude meines Sohnes an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf ein. Parke die Scrambler frech direkt neben den abgestellten Drahteseln und angejahrten 50er-Rollern: Campus-Marketing à la Italia. An der längsten Theke der Welt klingt der adrenalingetränkte Tag dann mit köstlichem Altbier aus.

Popometer schlägt aus

Bei kühler, aber trockener und sonniger Witterung knattere ich anderntags mit der Scrambler nach Hause. Bis Siegen auf der Autobahn und dann über Erndtebrück, Bad Laasphe, Alsfeld, Fulda und Motten back to Würzburg. Insgesamt rund 350 Kilometer. Und bei aller Begeisterung über den Motor und das Design der Scrambler, darf ich an dieser Stelle einen Nachteil des Bikes nicht verschweigen. Das Popometer schlägt spätestens nach 50 Kilometern ununterbrochener Fahrt mächtig aus. Die Intervalle der Stopps und Erholungspausen kommen letztlich immer schneller. Die vier Buchstaben melden sich gandenlos, jeder einzelne von ihnen. Doch soll es ja bereits ganz passable Scrambler-Sitzbänke im Aftermarket geben.

Noch 15 Tage bis Einsendeschluss

Erinnern möchte ich hier erneut an unsere beiden Awards Bike Woman of the year und Motorradhändler des Jahres. Der Einsendeschluss naht. Bis zum 2. September müssen die Unterlagen bei uns in der Redaktion sein. Jetzt gilt es, im Endspurt nochmal richtig Gas zu geben. Der heiße Herbst kommt bestimmt. Ernten Sie die Früchte der Saison auf der Fachtagung »bike und business« und räumen Sie unsere Preise ab.

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