Bidabike.de oder 3, 2, 1… meins!

Neuer Wettbewerber im Online-Business

| Autor / Redakteur: Regina Schmidt / Stephan Maderner

Torsten Sentis, Co-Gründer und Geschäftsführer Bidabike.de.
Torsten Sentis, Co-Gründer und Geschäftsführer Bidabike.de. (Bild: Vogel Business Media/Johannes Untch)

Seit Mai 2017 können Händler und Privatpersonen online auf der neuen Auktionsbörse Bidabike ihre Motorräder anbieten. Torsten Sentis, Co-Gründer und Geschäftsführer der Plattform, stellte das Konzept auf der Fachtagung »bike und business« vor.

Fünftausend Höhenmeter im Himalaya, August 2015. 25 Motorradfahrer sind auf tausenden von Höhenmetern unterwegs. Darunter Torsten Sentis. So frei wie hier oben hat er sich noch nie gefühlt. Er spürt die gewaltige Naturkraft des höchsten Gebirges der Welt. Die eisige Kälte umringt ihn und die anderen Fahrer. Er genießt die bergige, majestätische Schneelandschaft und hält plötzlich an. Er steigt von seinem Motorrad, sucht nach seinem Handy und hält das Naturschauspiel fest. Er macht ein Erinnerungsfoto, eins von insgesamt 1.500 auf dieser Reise. Dann geht es weiter. Er steigt auf sein Motorrad, der Motor springt an und mit einem kraftvollen Motorheulen braust er in die Kälte des Himalayas davon.

Sobald es dunkel wird, stellen Torsten Sentis und seine 24 Begleiter ihre Zweiräder ab. Sie bauen das Lager für die heutige Nacht auf. Zelte werden hergerichtet, ein Lagerfeuer entfacht und zu Abend gegessen. Wie jeden Abend versammeln sich die Reisenden am knisternden Lagerfeuer. Das Feuer spendet den Motorradfahrern wohltuende Wärme. Sie beobachten den Nachthimmel. Bierflaschen zischen, die Fahrer stoßen auf einen ereignisreichen Tag an.

„Once in a lifetime trip“, fasst Torsten Sentis seine Reise kurz und knapp zusammen. Seine Augen leuchten auf, wenn er über die spektakuläre Landschaft und das Fahrgefühl auf bis zu 6.000 Metern spricht. Der Freiberufler ist seit 25 Jahren leidenschaftlicher Motorradfahrer. Doch auf dieser Reise hatte er eine Idee, die sein Hobby nun zum Beruf machen würde.

Start-up auf dem Himalaya-Gipfel

„Irgendwann haben wir uns über die Probleme und Möglichkeiten der Motorradbranche unterhalten“, so Torsten Sentis. Der Vertriebler ist einer der wenigen auf dieser Reise, der sein Geld nicht als Motorradhändler verdient. 14 der 25 Teilnehmer sind Motorradhändler und geben ihre Inserate online auf. Sentis stellte fest, dass alle unzufrieden mit der derzeitigen Situation waren. „Sie alle haben mir ihr Leid geklagt“, so Sentis. Händler hätten nur zwei Portale zur Verfügung, um ihre Inserate online zu vertreiben. Durch den fehlenden Wettbewerb unter den Portalen würden Inseratskosten jährlich steigen, und zusätzliche Kosten damit immer höher ausfallen.

Das Gespräch in unbeschwerlicher Lagerfeueratmosphäre ist die Geburtsstunde von Bidabike, einer neuen Inserats- und Auktionsbörse für Motorradhändler und Privatkunden. Auf der Fachtagung »bike und business« hat Torsten Sentis, einer der Gründer der Plattform, das Konzept von Bidabike vorgestellt. Der Name „bid“ (englisch für „bieten“) und „a bike“ (englisch für „ein Motorrad“) ist Programm. Auf www.bidabike.de können Händler und Privatleute seit Mai dieses Jahres ihre Zweiräder kaufen und verkaufen. Das Portal bietet zwei Auktionsmodi an.

Motorradhändler sind keine Goldesel

„Der Motorradhändler ist kein Goldesel“, stellt Sentis zu Anfang seiner Präsentation fest und findet bei den anwesenden Händlern prompt Gehör. Der Unterschied zu konkurrierenden Portalen: Anmeldung, Registrierung, das Einstellen von Inseraten sowie die Auktionen sind kostenfrei. „Wir wollten nicht schon wieder ein Verkaufsportal sein, wo wir wieder beim Händler die Hand aufhalten“, stellt Torsten Sentis während seiner Präsentation klar. Laut ihm würden Händler ihre Online-Inserate bisher reduzieren, um zu hohe Kosten zu vermeiden.

Vorteil, Dealer?

Auch Alice Wickmaier und Willi Streicher geben ihre Inserate online auf. Die zusätzlichen Kosten sind auch ihrem Arbeitgeber, Motorradtechnik Laure aus Breitenthal, ein Dorn im Auge. Dabei sei es heute im digitalen Zeitalter unumgänglich, seine Angebote online zu platzieren. „Das Internet bietet ein wesentlich größeres Kundenspektrum an, weil die Leute sich vorab informieren können. Sie können sehen, dass bei uns beispielsweise ein Modell steht, dass sie in ihrer Region nicht finden“, so Wickmaier. Das kostenlose Angebot von Bidabike sei daher eine zukünftige Möglichkeit für das Unternehmen. „Bidabike ist eine Option, weil es schwierig ist, die wahnsinnig hohen Kosten wieder reinzuholen.“

Lediglich bei erfolgreichen Auktionen berechnet das Portal eine Gebühr von 59 Euro. Sonst würden keine Kosten auf die Nutzer zukommen. Die Händler können ihre gesamten Inserate kostenlos aufgeben. Dass es keine Maximalgrenze für Inserate gibt, erstaunt und freut Willi Streicher zugleich. Er hakt im persönlichen Gespräch mit Torsten Sentis noch einmal nach: „Kann ich wirklich alle meine Motorräder inserieren?“

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