Bike-Generation Tron

Die Zukunft des Motorradfahrens

| Autor: Stephan Maderner

Visor statt Cockpit

Der wesentliche Teil des Informationsaustauschs zwischen Fahrer und Fahrzeug erfolgt über den Visor; das Sichtfeld umschließt eine Datenbrille mit Windschutzfunktion. Der Visor projiziert situativ relevante Daten direkt in das Sichtfeld des Fahrers. Dieses unterteilt sich in vier Anzeigenbereiche, die durch die Blickhöhe gesteuert werden: Je nachdem, ob der Fahrer seinen Blick hebt oder senkt, ändert sich auch der angezeigte Inhalt. Die normale Blickebene zeigt während der Fahrt bewusst keine Inhalte und erlaubt damit den absoluten Fokus auf das Fahrerlebnis.

Erst wenn Handlungsbedarf besteht oder der Fahrer gewisse Informationen wünscht wird der Visor aktiv. „Durch seine umfassende Vernetzung mit den Daten der Umwelt und die intelligent im Hintergrund arbeitenden Systeme kennt das Motorrad die voraus liegende Strecke. Auf Basis dieser gewonnenen Informationen erhält der Fahrer Hinweise zur Ideallinie, zur Schräglage oder zu Gefahrenstellen“, führt Hampf weiter aus. In diesem Fall blendet sich im unteren Drittel das Sinnbild des Digital Companions ein, ein umgedrehtes Dreieck aus dem sich zwei horizontale Linien entwickeln. Die Darstellung ist ähnlich wie in einem Flugzeugcockpit: es zeigt die aktuelle Schräglage sowie die Ideallinie. Besteht eine Abweichung kann der Fahrer selbst korrigieren. Reagiert der Fahrer nicht oder zu spät, regelt das Motorrad selbst nach. Durch diese Hinweise lernt der Einsteiger mehr über sich und was mit einem Motorrad möglich ist. Erfahrene Fahrer können sich immer wieder fordern und profunde Fähigkeiten verbessern.

Ein Blick nach oben bietet dem Fahrer eine Rückspiegelfunktion und zeigt, was hinter ihm geschieht. Senkt der Fahrer seinen Blick ein wenig unter die normale Blickebene, eröffnet sich ihm ein Menü, in dem der Fahrer per Fingergestiksteuerung die einzelnen Funktionen aufrufen kann. Ein Blick noch tiefer öffnet die Kartenansicht, die dem Fahrer die von ihm gewählte Route zeigt.

Smarte Fahrerausstattung

Die Fahrerbekleidung ist wesentlicher Bestandteil des einzigartigen Fahrerlebnisses. Klassisch in schwarz und weiß gehalten verstärkt der luftige Anzug das Freiheitsgefühl während der Fahrt. Er ist ebenso modisches Statement wie Wind- und Wetterschutz. Bei Bedarf kühlt oder wärmt eine Klimafunktion den Fahrer. Ein diagonaler Reißverschluss über der Brust weckt Assoziationen an traditionelle Motorradbekleidung. Die flexible Bandstruktur an Anzug und Schuhen ist von Muskelsträngen inspiriert. Sie kann den Fahrer je nach Fahrsituation aktiv stützen und dadurch entlasten. Der Nackenbereich der Fahrerbekleidung lässt sich bei höherer Geschwindigkeit mit Luft füllen, entlastet dann die Halswirbelsäule und erhöht den Komfort. Variable Öffnungen sorgen für zusätzliche Ventilation.

Neben den genannten Komfortfunktionen besitzt die Kleidung keine Sicherheitsfunktion. Sie ist aufgrund der intelligenten Assistenzsysteme nicht erforderlich. Sensoren in der Fahrerausstattung wachen über Daten wie Puls und Körpertemperatur, damit der Anzug bei Kälte- oder Stressempfinden die Klimatisierung entsprechend regulieren kann. Mit vibrierenden Elementen an Armen und Beinen gibt die Bekleidung Hinweise für die Navigation oder zeigt das Erreichen des Grenzbereichs in der Schräglage an. Fahrer und Maschine werden so zu einer funktionalen Einheit, das Fahrerlebnis noch intensiver. Edgar Heinrich: „Das BMW Motorrad Vision Next 100 vereint das Beste der digitalen und der analogen Welt. Es bietet das maximale, emotionale Erlebnis. The Great Escape.“

Fazit: BMW ist mit der Vision Next 100 ein kompromissloser, revolutionärer Zukunftsentwurf gelungen. Sicherlich gab es – beabsichtigt oder auch nicht – designtechnisch Anleihen bei Science-fiction-Filmen à la Blade Runner oder Tron, wo ähnliche Zweiräder für Furore sorgen. Doch weist das Bild einer Ur-BMW R 32 von 1923 neben der Vision Next 100 von 2016 (siehe Bildergalerie) erstaunliche Ähnlichkeiten auf. Auch in der Zukunft bleibt eine BMW eine BMW und ihrer Heritage treu. Und: Die Mobilität der Zukunft wird nicht mehr linear sein, sondern vernetzt. Helmut Schmidts bekannter Satz „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“ hat endgültig ausgedient. Visionäre, insbesondere Motorradvisionäre, pilgern nach München.

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