Biker im Visier skrupelloser Zweiradhasser

Anmerkungen zu aktuellen Branchenthemen

| Autor: Stephan Maderner

Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin.
Rasender Reporter: An dieser Stelle redet »bike und business«-Chefredakteur Stephan Maderner regelmäßig Benzin. (Bild: Vogel Business Media)

Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 23/2017/I), Folge 510: Nicky Hayden von uns gegangen, Bert Poensgen tot – die Motorradbranche muss derzeit...

...jede Menge negativer Nachrichten verkraften. Okay, das ist das Leben, sagen die einen, für andere sind es Schicksalsschläge – gegen die kann man nichts machen. Was mir aber die Zornesröte ins Gesicht treibt, sind die von Menschen selbst verursachten, vermeidbaren Schicksalsschläge. Unfassbar, welche Spinner und extremen Motorradhasser da draußen im Moment frei herumlaufen und uns das Hobby/Handwerk legen wollen.

Fette Metalldornen, Drähte im Wald und Ölfallen

Beispiel Nürburgring: Hier warnt die Polizei in Adenau seit geraumer Zeit vor fetten Metalldornen auf Landstraßen, Feld- und Waldwegen, ausgelegt von Unbekannten mit dem Ziel, so die Gesetzeshüter, „größtmöglichen Schaden anzurichten“! Das Motiv der unbekannten Nagelfallensteller: Skrupelloser Zweiradhasser?

Was ist nur los mit unseren Mitmenschen? Im Bayrischen Wald und anderswo machen wieder Meldungen von ausgelegten Ölfallen die Runde. Im deutschen Wald werden vermehrt Drähte in Kopfhöhe (!) gegen Mountainbiker gespannt, um die Biker von ihren Böcken herunterzuholen; passierte in früheren Jahren auch auf Landstraßen. Für mich sind das alles untragbare Zustände! Leider bleiben diese Anschläge oftmals ungeklärt. Für mich sind solche perfiden Verbrechen nichts anderes als hinterhältige Mordversuche.

High Noon auf dem Asphalt

Auch sonst ist es um das Verhältnis zwischen braven Bikern und ganz normalen Autofahrern nicht gerade zum besten bestellt. Das hat auch der Industrieverband Motorrad (IVM) erkannt und versucht, mit einer Kampagne gegenzusteuern: „Das Verhältnis zwischen Motorrad- und Autofahrern in Deutschland ist nicht selten von Fehleinschätzungen gekennzeichnet. Zwar kommt es glücklicherweise eher selten zur direkten Konfrontation, aber die Meinung vom jeweils anderen ist zeitweise von Missverständnissen geprägt.“ Auf die Spitze treibt eine solche Szene nun der Videofilm „High Noon“ – der in Kooperation des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit dem Industrie-Verband Motorrad Deutschland (IVM) entstanden ist.

Der Biker in Leder und der leger gewandete Sportwagenfahrer stehen sich Auge in Auge gegenüber. Helm ab zum Showdown? Knisternde Spannung, knisterndes Leder an der sich ballenden Faust. Doch schauen Sie selbst.

Die Motorradsicherheitsinitiative „Motorrad: Aber sicher!“ wirbt für mehr Verständnis zwischen Motorrad- und Autofahrern. Doch über den Videoclip hinaus, der seit dem 4. März über 2,3 Millionen Sichtkontakte, über 850.000 Aufrufe und mehr als 7.000 Reaktionen wie Kommentare und Shares erzielte (Stand 15. Mai), werben auch neue Inhalte auf für ein stärkeres Miteinander im immer komplexeren Verkehrsgeschehen. Wir berichteten bereits in einem früheren Speedlog.

Der große K(r)ampf zwischen Auto- und Motorradfahrer

Der große K(r)ampf zwischen Auto- und Motorradfahrer

26.05.17 - Aus dem Tagebuch des »bike und business«-Chefredakteurs (KW 21/2017/II), Folge 507: Dass Motorradfahren nicht ungefährlich ist und stets trotz aller vorausschauender Fahrt und passiver Bikervorsicht etwas... lesen

Die harmonische spanische Verkehrsfamilie

Wie harmonisch es zwischen Auto- und Motorrad-/Rollerfahrer zugehen kann, habe ich am vorvergangenen Wochenende in Barcelona am eigenen Leib erfahren dürfen. Zwei Tage völlig tiefenentspannt ging ich im Sattel eines Großrollers auf touristische Entdeckungstour. Ich sage nur „La Sagrada Familia“, Rücksichtsnahme pur. Zweirädern wird vor der Ampel ein fünf Meter tiefer Streifen eingeräumt, enges Vorbeischlängeln und das Nutzen von Lücken zum Vorwärtskommen – kein Problem. Flüssiges Durchqueren (aller Fahrzeuggattungen) im Kreisverkehr und nie mehr Parkplatznot: Ach, wie schön könnte das auch auf Deutschlands Straßen sein?

Deutschlands Straßenverkehr, ein Sündenpfuhl?

Ich bin derzeit auf einem Kymco AK 550 unterwegs. Schon auf der Rückfahrt von der Präsentation aus der Oberpfalz spürte ich den krassen Unterschied, den es ausmacht, ob man auf einer spanischen oder einer deutschen Straße unterwegs ist. Mein Überholen auf der Bundesstraße wurde mehrfach mit wildem Hupen oder Gestikulieren quittiert. Böse Blicke beim Vorfahren an der Ampel, beim Touchieren einer durchgezogenen Linie, beim vorsichtigen Durchgleiten in der Autobahn-Mittelgasse! Ja, ich weiß – ist alles verboten. Aber wir Deutschen halten uns nun mal an Verbote und die heilige Straßenverkehrsordnung. Wir freuen uns, dass der Schilderwald wuchert, nehmen es klaglos hin, dass wir als Verkehrs- und Parksünder verunglimpft werden. Schon das Wort Sünder empfinde ich als Anmaßung!

Freiheit der motorisierten Zweiradfahrer in Gefahr

Ich fürchte um die Freiheit der motorisierten Zweiradfahrer. Sie wird vom Staat, dem politisch korrekten Mainsstream – und sorry, ich muss das so drastisch formulieren – von allzu vielen Blockwarten auf vier Rädern gefährdet. Es ist auch eine Mentalitätsfrage: Der Deutsche gönnt einem anderen Verkehrsteilnehmer einfach nicht den Vorteil, schneller voranzukommen. Hier bin ich, Ellenbogen raus und keiner kommt an mir vorbei! Da kommt mir Heinrich Manns „Der Untertan“ in den Sinn. Diederich Heßling, die Hauptfigur dieses Romans, der in der wilhelminischen Kaiserzeit spielt, ist obrigkeitshörig, feige und ohne Zivilcourage. Er ist ein Mitläufer und Konformist. Deutschland, Deine Auto- und Motorradfahrer: Wehret den Anfängen – und seid netter zueinander!

Ihre Meinung gefragt

Was meinen Sie? Glauben Sie, dass ein vernünftiges Miteinander zwischen Auto- und Motorradfahrer möglich ist? Wo schlug Ihnen schon mal blanker Zweiradhass entgegen? Schildern Sie ruhig auch Ihre Erlebnisse mit rücksichtsvollen, freundlichen und helfenden Pkw- und Lkw-Lenkern. Die gibt es natürlich auch. Man sollte niemals alle Verkehrsteilnehmer über einen Kamm scheren. Schreiben Sie mir Ihre Meinung. Sie kennen meine E-Mail-Adresse: stephan.maderner@vogel.de.

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Die Bikefänger von Hameln und Kurvenkönige im Harz

Die Bikefänger von Hameln und Kurvenkönige im Harz

01.06.17 - Die 12. Motorradtour der Fachmagazine »bike und business«, »kfz-betrieb« und «Fahrzeug+ Karosserie« vom 20. bis 23. Juli in Einbeck ruft. Lassen Sie sich die Chance nicht entgehen und reservieren Sie sich einen Platz an diesem gleichermaßen begehrten wie einzigartigen Business-Biker-Branchenevent. lesen

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