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Biker Union: Bitumenrallye im Ostalbkreis

| Redakteur: Melissa Mager

Marode Straßen, unsachgemäße Bitumen-Reparaturen und Leitplanken ohne Unterfahrschutz können zu Todesfallen für motorisierte Zweiradfahrer werden. Der Stammtisch Schwäbisch Gmünd der Biker Union e.V. hat auch in diesem Jahr wieder seine traditionelle Bitumen- und Straßenzustandsrallye im Ostalbkreis durchgeführt.

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Kreisstraße zum Mitnehmen. Die Biker Union möchte mit der Bitumen-Rallye auf Problemstellen hinweisen, die Bikern gefährlich werden können.
Kreisstraße zum Mitnehmen. Die Biker Union möchte mit der Bitumen-Rallye auf Problemstellen hinweisen, die Bikern gefährlich werden können.
(Bild: Biker Union e.V.)

Auf einer gemeinsamen Motorradtour der Stammtisch-Mitglieder Schwäbisch Gmünd der Biker Union e.V. (BU) durch das Kreisgebiet, wurden Problemstellen für motorisierte Zweiradfahrer fotografiert und auf den Meldebögen des Instituts für Zweiradsicherheit dokumentiert. Wenige Tage später wurden die Ergebnisse im Rahmen eines Gesprächs der Kreisverwaltung vorgestellt und über Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

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Keine zwei Wochen später bekam Bernhard Feifel, der Verantwortliche für den „BU“-Stammtisch Schwäbisch Gmünd, in einem offiziellen Schreiben mitgeteilt, dass ein Teil der beanstandeten Stellen bereits repariert wurden, wenn auch teilweise zunächst provisorisch. Weitere Mängel würden in den Folgewochen behoben. Meldungen, die nicht in den Verantwortungsbereich des Kreises fallen, wären an die jeweils zuständige Behörde zur Bearbeitung weitergeleitet worden.

Bitumenrallyes als wertvolle Ergänzung

„Schon nach unserer ersten Bitumenrallye vor einigen Jahren haben wir ein offenes Ohr für unsere Anliegen in der Kreisverwaltung gefunden“, so Bernhard Feifel. „Die verantwortlichen Mitarbeiter haben erkannt, dass unsere Bitumenrallyes eine wertvolle Ergänzung ihrer Arbeit sind. Denn den Kollegen in den Straßenmeistereien, die für die Straßenunterhaltung zuständig sind, fehlt häufig der Blick für die spezifischen Gefahren für Einspurfahrzeuge, was man ihnen nicht vorwerfen kann. Wir erleben schließlich immer wieder, dass selbst erfahrene Motorradfahrer(innen) kritische Stellen im Straßennetz nicht sofort erkennen. Wir füllen diese Lücke mit unseren Bitumen- und Straßenzustandsrallyes als sogenannte „Bestandsaudits aus Sicht der Nutzer“. Bereits zu Jahresbeginn kam die Anfrage aus der Kreisverwaltung, wann es denn wieder losgeht“.

Rallyes in ganz Deutschland

„Nach einem ersten, erfolgreichen Testlauf haben Bitumenrallyes in ganz Deutschland stattgefunden, durchgeführt nicht nur von unseren BU-Stammtischen“, sagte Michael „Hoecker“ Musche, als Vorstandsmitarbeiter der BU für das Thema Straßeninfrastruktur zuständig. „Denn die Informationen und Unterlagen, die zur Durchführung einer Bitumenrallye benötigt werden, stehen kostenfrei im Internet zur Verfügung. Die Ergebnisse werden zum einen an die zuständigen Straßenbauverwaltungen weitergeleitet. Sie werden aber auch in einer Datenbank gespeichert. Damit stehen sie bei Bedarf für die Durchsetzung von Schadensersatzforderungen zur Verfügung, falls eine Bikerin oder ein Biker an einer nicht beseitigten Gefahrenstelle einen Unfall hat."

„Biker Union, die tun was“

„Natürlich werden wir nicht alle Straßen im gesamten Bundesgebiet begutachten können“, so Musche weiter. „Unsere ganz konkrete, ehrenamtliche Sacharbeit hat uns aber viele Türen in der Politik und den Behörden geöffnet. Das hat dazu geführt, dass die BU heute der Ansprechpartner in Sachen motorisiertes Zweirad in Deutschland ist. Deshalb schreiben wir auch an Regelwerken für den Straßenbau mit, die in der gesamten Republik verbindliche Vorgaben werden. In Abwandlung eines bekannten Werbespruchs kann man also sagen: „Biker Union, die tun was“.“

Das Konzept der Bitumenrallyes wurde bereits vor ca. 15 Jahren von der Biker Union e.V. entwickelt. Im Jahr 2013 wurde das Konzept vom Bundesverkehrsminister mit dem ersten Preis im Ideenwettbewerb „Sicher auf Landstraßen“ ausgezeichnet.

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