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Biker zeichnen Meister aus

| Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle / Christoph Baeuchle

Meister! Das muss gefeiert werden: In Bad Camberg traf sich das Zweiradmechaniker-Handwerk zur jährlichen Feier. 42 Männer und eine junge Frau absolvierten die Prüfung.

"Wir sind Meister" - Der Jahrgang 2011/2012 der Bundesfachschule im Zweirad-Mechanikerhandwerk hat die Prüfungen hinter sich. (Baeuchle)
"Wir sind Meister" - Der Jahrgang 2011/2012 der Bundesfachschule im Zweirad-Mechanikerhandwerk hat die Prüfungen hinter sich. (Baeuchle)

Ausbildung zu Ende, Prüfung absolviert: Meister! Am vergangenen Wochenende feierten 42 Jungmeister und eine Jungmeisterin ihren Abschluss in Bad Camberg. Nach monatelangem Lernen haben die Nachwuchskräfte ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt.

Die Erleichterung über die bestandene Prüfung war den Absolventen anzumerken. Peter Goltzsche, Landinnungsmeister der Zweiradmechaniker Hessen lobte Einsatz und das Durchhaltevermögen. Nun kam der Lohn der Entbehrung: „Der Abschluss ist der Höhepunkt der Ausbildung“, betonte Heinz Schaus, Stadtrat Bad Camberg. „Der Meisterbrief ist und bleibt das Qualitätssiegel des Könnens und Wissens.“ Er sei untrennbar mit der eigenen Persönlichkeit verbunden.

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Für die Nachwuchskräfte ist es ein weiterer Schritt auf ihrer Karriereleiter. Mit dem Meisterbrief haben sie nicht nur ihre Fähigkeiten unter Beweis gestellt, sondern zugleich einen hochwertigen Abschluss erworben, der dem Bachelor-Abschluss gleichgestellt ist. „Das Handwerk und die duale Ausbildung ist eine Alternative zum Studium“, betonte Bernd Ehinger, Präsident der Handwerkskammer Rhein-Main und des Hessischen Handwerkstages.

Die aktuelle Situation bietet den jungen Nachwuchskräften gute Chancen und diversen Perspektiven für die berufliche Weiterentwicklung. Etwa 80 Prozent der Handwerksbetriebe in Rhein-Main würden über eine gute Geschäftslage berichten, sagte Ehinger.

Zugleich lobte er das Engagement der Betriebe in den vergangenen Monaten und Jahren. Noch vor kurzem war die Situation in Deutschland eine andere: Wirtschafts- und Finanzkrise hat 2009 und 2010 die Lage geprägt. Mittlerweile ist dies anders: „Nun hat die Wirtschaft mühsam den Aufstieg geschafft“, so Ehinger. „Dabei war das Handwerk ein Bergführer.“

Doch in der aktuellen Situation gilt es sich nicht auszuruhen, neue Herausforderungen warten. Die demographische Entwicklung wirkt sich gravierend auf die Arbeitswelt aus, „die Alterspyramide verschiebt sich in wenigen Jahren drastisch“, erläutert der Handwerkskammer-Präsident. Für die jungen Handwerker bedeutet dies auch, dass sie auf dem Arbeitsmarkt länger gebraucht werden.

Doch dies sei kein Problem, wenn man den richtigen Beruf gefunden hat und sein Hobby damit verbinden kann, glaubt Jürgen Hunkeler, ehemaliger Leiter der Bundesfachschule des Deutschen Zweiradmechaniker-Handwerks. Er selbst hat dies vorgemacht: Zwei Jahre war Hunkeler über die offizielle Altersgrenze hinaus aktiv und hat sich für das Handwerk eingebracht.

Kein Wunder also, dass der Schulleiter an diesem Abend von allen Seiten mit viel Lob bedacht wurde. Bereits 1989/1990 führte Hunkeler einen Jahrgang zum Meister – doch der Bestand nur aus einem Teilnehmer. Viel Geschick und Improvisation gehörten dazu, um dies zu bewältigen. „Das war der Anfang einer bis heute 23-jährigen Erfolgsgeschichte der Bundesfachschule in Frankfurt“, betonte Ernst Brehm, Bundesinnungsmeister a.D.

Mit seinen Ideen, die Hunkeler sich aus der freien Wirtschaft abgeschaut hat, und deren Umsetzung sowie seiner offenen und freundlichen Art, habe er die Fachschule zum Erfolg geführt. „Heute ist die 1993 gegründete Bundesfachschule ausgelastet mit nicht nur Meisterlehrgängen, sondern auch mit überbetrieblichen Lehrgängen für Lehrlinge und Fortbildungsmaßnahmen, wie Rahmenbau, Lehrgänge für Elektromobilität und viele andere mehr“, so Brehm weiter.

Doch da Hunkeler einst sein Hobby zum Beruf machte, wird er auch künftig dem Motorrad und der Branche erhalten bleiben: Nicht nur als Motorradfahrer, sondern auch als Vorsitzender der Meisterprüfungskommission.

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