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Bikers Rechte: Aktuelle Motorrad-Gerichtsurteile

| Redakteur: Martina Eicher

»bike und business« veröffentlicht in einer Serie eine Auswahl interessante Motorrad-Gerichtsurteile. Wie das Gericht entschied im Fall: Mithaftung des im Stau überholenden Bikers zu 30 Prozent.

Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad.
Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad.
(Foto: Archiv)

Das Oberlandesgericht München hatte am 13.09.2013, Az: 10 U 1919/12 über einen Zweiradunfall zu entscheiden, der von seinem Ablauf her sehr häufig auf unseren Straßen vorkommt.

Ein Rollerfahrer hatte im Stau unter Überschreiten der Straßenmittellinie die Wagenkolonne in seiner Fahrtrichtung überholt. Plötzlich wollte ein im Stau stehender Pkw wenden und zog mit seinem Fahrzeug ohne Beachtung des rückwärtigen Verkehrs und damit auch des Rollerfahrers nach links. Es kam zum Unfall und der Rollerfahrer stürzte.

Da man sich nicht außergerichtlich einigen konnte und der Rollerfahrer auch ganz erheblich verletzt war (Oberschenkelhalsfraktur mit Beinverkürzung und beginnender Arthrose sowie einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von 25 Prozent und Schlaflosigkeit) ging die Sache vor Gericht.

In letzter Instanz hat das Oberlandesgericht schließlich die bereits vom Ausgangsgericht entschiedene Haftungsverteilung - 70 Prozent zulasten des wendenden Autofahrers, 30 Prozent zulasten des überholenden Rollerfahrers - bestätigt.

Das verbotene Überholen des Zweiradfahrers im Stau wurde dabei als deutlich weniger schuldhaft gewertet als das Wenden ohne Beachtung des rückwärtigen Verkehrs in einer Situation, in der ein umsichtiger Kraftfahrer durchaus damit rechnen müsste, dass von hinten Fahrzeuge und insbesondere Zweiräder kommen können.

Quelle: ADAC

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