Bikers Rechte: Aktuelle Motorrad-Gerichtsurteile

Redakteur: Martina Eicher

»bike und business« veröffentlicht in einer Serie eine Auswahl interessanter Motorrad-Gerichtsurteile. Wie das Gericht entschied im Fall: Rechtsüberholer riskiert Mithaftung zu einem Drittel.

Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad.
Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad.
(Foto: Archiv)

Am 18. Januar 2013 fällte das Landgericht Saarbrücken, Az: 13 S 158/12, Adajur-Dok.Nr: 100999 ein richtungweisendes Urteil zu einem – in der Praxis nicht ungewöhnlichen - Überholunfall.

Was war geschehen?

Der Biker überholte ein vor ihm fahrendes Auto rechts. Als er auf Höhe des Autos war, bog dieses nach rechts in ein Grundstück ab. Es kam zur Kollision zwischen Auto und Bike.

Das Gericht sah hier die Schuld zu zwei Dritteln beim Autofahrer und zu einem Drittel beim Biker. Es begründete diese Entscheidung unter anderem wie folgt:

Im Rahmen der Abwägung der wechselseitigen Verursachungs- und Verschuldensanteile der Unfallbeteiligten hält die Kammer eine Haftungsverteilung von 2/3 zu 1/3 zulasten der Beklagten für angemessen. Vorliegend hat der Erstbeklagte der ihm nach § 9 V StVO obliegenden, gesteigerten Sorgfaltspflicht des in ein Grundstück Abbiegenden nicht genügt. Ein Verstoß gegen diese höchstmögliche Sorgfalt begründet regelmäßig die Alleinhaftung des Abbiegenden, wenn er dem anderen einen Fahrfehler nicht nachweisen kann. Ein Zurücktreten der Betriebsgefahr des Kraftrades kommt allerdings im Streitfall nicht in Betracht. Denn das verbotene Rechtsüberholen des Zeugen wiegt schwer, nicht zuletzt weil er selbst im Unklaren über das weitere Fahrverhalten des Erstbeklagten war.

Quelle: ADAC

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