Bikers Rechte: Aktuelle Motorrad-Gerichtsurteile

Motorradfahrer haftet zu 60 Prozent

| Redakteur: Martina Eicher

Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad.
Gerichtsurteile rund ums Thema motorisiertes Zweirad. (Foto: Archiv)

»bike und business« veröffentlicht in einer Serie eine Auswahl interessanter Motorrad-Gerichtsurteile. Wie das Gericht entschied im Fall: Zu schnelles Motorrad und unachtsamer Fußgänger – beide haften.

Das LG Mönchengladbach hat in einem richtungweisenden Urteil, Az: 1 O 1/06, NZV 2012,280, einem zu schnell fahrenden Biker 60 Prozent Mitverschulden an einem Unfall zugesprochen.

In dem tragischen Fall stürzte ein zu schneller Motorradfahrer aufgrund eines unaufmerksam, über die Straße laufenden Fußgängers und erlitt eine Querschnittslähmung. Das Landgericht sah die Sache so:

Bei der Überquerung einer Straße außerhalb besonders geschützter Stellen obliegt es einem Fußgänger, dafür zu sorgen, nicht die Fahrspur eines nahenden Kfz zu betreten. Befindet sich ein Fußgänger beim Überqueren einer zweispurigen Einbahnstraße bereits auf der Mittellinie, muss der motorisierte Verkehr damit rechnen, dass der Fußgänger nicht dort wartet, sondern dass er die Straße schnellstmöglich verlässt, so dass eine erhöhte Rücksichtnahme zu verlangen ist.

Ein bevorrechtigter Verkehrsteilnehmer, der sein Fahrzeug mit überhöhter Geschwindigkeit führt, darf nicht erwarten, dass der die Straße kreuzender Fußgänger verkehrkonform handelt.

Bleibt ein Motorradfahrer aufgrund eines Unfalls querschnittsgelähmt, so ist ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro und eine lebenslange monatliche Rente in Höhe von 120 Euro angemessen, wenn der Motorradfahrer zu 60 Prozent mithaftet.

Quelle: ADAC

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