EICMA 2018: Verzückende Vorspiele

Studien und Konzepte

| Autor / Redakteur: Mario Hommen/SP-X / Stephan Maderner

Mit dem Konzept KX zeigt Royal Enfield ein spannendes Retro-Modell im Bobber-Stil.
Mit dem Konzept KX zeigt Royal Enfield ein spannendes Retro-Modell im Bobber-Stil. (Bild: Royal Enfield)

Einige der sehenswertesten EICMA-Neuheiten sind lediglich prickelnde Vorspiele. Superveloce oder SuperNEX heißen die heißen Öfen, die zwar als Konzepte deklariert wurden, doch zum Teil bereits in naher Zukunft startende Serienmodelle andeuten.

Neben einer Vielzahl neuer Modelle zeigen einige Motorradhersteller auf der Zweiradmesse EICMA in Mailand (bis 11. November) auch besonders interessante Konzepte. Die meisten dieser Ausblicke dürften bereits in naher Zukunft in Serie gehen. Wünschen würde man es allen.

Royal Enfield KX

Reichlich Will-haben-Aura und wohl gute Chancen auf den Serienbau hat das vom indischen Hersteller Royal Enfield vorgestellte Bobber-Konzept KX. Der flache und gestreckte Einsitzer mit wuchtigem 833-cm³-V2-Motor vermengt eindrucksvoll Retro-Elemente mit futuristisch wirkenden Details. So wird das Hinterrad von einem massiv wirkenden Schwingarm nur einseitig geführt, der am unteren Motorblock sowie unterhalb vom Sattel über ein liegendes Zentralfederbein angelenkt wird. Vorne kommt eine ebenfalls massiv wirkende Parallelogramm-Gabel zum Einsatz, die zugleich den Rundscheinwerfer mit schickem LED-Tagfahrlicht integriert. 19-Zoll-Gussfelgen und eine Doppelscheibenbremsanalage mit radial verschraubten Brembozangen am Vorderrad sind weitere Details, die im Zusammenspiel mit Leder- und Kupferakzenten neoklassisches Flair vermitteln.

Aoprilia Concept RS 660

Eine ganz andere Richtung schlägt die seriennahe Aprilia Concept RS 660 ein, die in einer zeitgemäßen, supersportlichen Aufmachung angetreten ist, der jedoch eine besondere Eleganz innewohnt. Dafür sorgen unter anderem das sich nach hinten stark verjüngende, kurze Heckteil, filigrane Schmiederäder oder das recht dezente Auspuffendrohr. Angetrieben wird die aus vielen Alu- und Carbonteilen bestehende RS 660 von einem Midsize-V2, der um 100 PS leisten dürfte.

Husqvarna Vitpilen 701 Aero

Ebenfalls optisch recht sportlich wirkt die Vitpilen 701 Aero von Husqvarna, die sich unter anderem durch eine klassisch anmutende Halbschalenverkleidung ohne Scheinwerfer auszeichnet. Im Kern handelt es sich bei der Aero um einen Ableger des unverkleideten, designlastigen Einzylinder-Bikes Vitpilen, die sich allerdings zusätzlich, wie der Namen bereits andeutet, einige aerodynamisch geformte Anbauteile aufweist. Das Konzept dürfte einen Ausblick geben, in welche Richtung die Vitpilen-Familie wachsen könnte.

Brixton BX 500

Die noch junge Marke Brixton ist bislang für Retro-Bikes mit kleinen Suzuki-Motoren und Einfach-Technik bekannt. Doch der chinesische Hersteller will die nächsthöhere Evolutionsstufe erklimmen und künftig mit einem selbstentwickelten Zweizylinder anspruchsvollere Kunden locken. Wie das aussehen könnte, zeigt das Konzept BX 500. Wichtigstes Element dieses formschönen Nakedbikes ist ein Reihenzweizylinder mit 486 Kubikzentimeter Hubraum, der rund 50 PS leisten dürfte. Optisch besonders reizvoll wirkt das schnörkellose, von Ballast befreite Heck. Die Linie störende Elemente wie Rücklicht oder Nummernschildhalterung befinden sich auf einem zusätzlichen, an der Hinterradschwinge montierten Ausleger. Weitere besondere Stilelemente sind markante LED-Leuchten oder die x-förmigen Charakterlinien im Tank. Voraussichtlich schon nächstes Jahr könnte ein entsprechendes Serienmodell auf den Markt kommen.

Honda CB 125 X un d M

Mit der CB 125 X und der CB 125 M zeigt Honda zwei futuristische Leichtkraftrad-Studien. Während es sich bei der M um einen Kurvenräuber mit starken Supermoto-Elementen handelt, deutet die X eine progressiv gestylte Reise- und Abenteuer-Enduro an. Auffällig ist in beiden Fällen das minimalistische, aufgeräumte und zugleich dynamische Design. Charakteristisch sind in beiden Fällen sehr kleine LED-Leuchten sowie recht kurze und freischwebende Heckteile. Mit den beiden Konzepten will Honda vor allem junge Kunden ansprechen, wann diese allerdings entsprechende Serienmodelle kaufen können, ist noch ungewiss.

MV Agusta Superveolce 800

Bereits definitiv als Serienmodell angekündigt ist die als Studie deklarierte Superveloce 800 von MV Agusta. Bei diesem edlen Hingucker haben die Italiener modernes Supersportler-Design mit Vintage-Elementen vermengt. So ist der obere Teil der Frontverkleidung mit einer gelbgetönten Plexiglasscheibe eine Hommage an den Stil sportlicher Bikes der 70er-Jahre. Hinzu kommen chromgerahmte Rundleuchten vorne und hinten, in denen allerdings moderne LED-Technik steckt. Weitere Retro-Elemente sind ein sich über den Tank spannender Lederriemen oder die 3-in-1-in-3-Auspuffanlage mit einem Doppelendrohr auf der rechten und einem Einzelrohr auf der linken Seite.

Yamaha 3CT

Eine völlig andere Stoßrichtung verfolgt das Yamaha-Konzept 3CT. Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um einen dreirädrigen Roller-Prototypen, dessen zweirädrige Vorderachse sich durch eine besondere Neigungstechnik auszeichnet. Mit dem Scooter Tricity 125 sowie dem Tourenbike Niken hat Yamaha bereits zwei ähnliche Dreiradfahrzeuge am Markt. Der futuristisch gestylte 3CT dürfte andeuten, das Yamaha demnächst auch im Maxiscooter-Bereich dreirädrig antreten wird. Die Antriebstechnik entspricht übrigens dem des Serienmodells X-Max 300.

Kymco SuperNEX

Die eigentlich als Rollermarke bekannte, taiwanesische Hersteller Kymco zeigt erstmalig mit der SuperNEX ein Motorrad, dessen Serienfertigung allerdings noch ungewiss ist. Auf den ersten Blick würde man vermuten, dass es sich um einen zeitgemäßen Sportler handelt, doch bei genauerem Hinsehen fällt die Abwesenheit einer Auspuffanlage auf. Tatsächlich handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes Bike, das in unter drei Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprinten und maximal 250 km/h erreichen soll. Besonderheiten sind Fahrdynamikregelungen wie eine Traktions- und Wheelie-Kontrolle. Außerdem ist ein Soundgenerator an Bord, der das Geräusch eines Verbrenners simulieren soll.

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