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BIV: Schließung von Kfz-Zulassungsstellen gefährdet Mobilität

Hilferuf nach Berlin: Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk schreibt an drei Bundesminister in Berlin und fordert die Öffnung der Kfz-Zulassungsstellen für den gewerblichen Motorradhandel.

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BIV-Geschäftsführer Marcus Büttner fordert die Politik auf, die Kfz-Zulassugsstellen für den gewerblichen Handel wieder zu öffnen.
BIV-Geschäftsführer Marcus Büttner fordert die Politik auf, die Kfz-Zulassugsstellen für den gewerblichen Handel wieder zu öffnen.
(Bild: Stephan Maderner/»bike und business«)

Die zunehmende Schließung von Zulassungsstellen stellt für Motorradbetriebe ein großes Problem dar. Der Bundesinnungsverband Zweirad-Handwerk (BIV) hat sich an die Herren Bundesminister Peter Altmaier, Andreas Scheuer und Dr. Helge Braun gewandt und in einem Schreiben eine Öffnung der Kfz-Zulassungsstellen für den gewerblichen Handel gefordert. Dieses Schreiben soll auch als Musterentwurf dienen, um sich auch auf kommunaler Ebene an die jeweiligen Ansprechpartner zu wenden, da dort die Entscheidung über die Zulassungsstellen getroffen werde.

Das Verbandsschreiben im Wortlaut:

Sehr geehrte/r Frau/Herr ,

die bundesweit mehr als 5.000 Motorradbetriebe befinden sich durch die Corona-Krise in einer existenzgefährdenden Situation. Daher bitten wir dringend um Ihre Unterstützung.

Seit Inkrafttreten der Landesverordnungen zur Eindämmung der Corona-Epidemie ist der stationäre Handel mit Motorrädern grundsätzlich untersagt. Die Auslieferung ist jedoch nach wie vor ebenso zulässig wie die Abholung durch den Kunden – vorausgesetzt beides erfolgt kontaktfrei und unter Beachtung von Schutzmaßnahmen vor Infektionen. In den Motorradbetrieben müssen bestellte Fahrzeuge in diesen Tagen ausgeliefert werden. Die Motorradsaison beginnt! Teilweise verlagern Unternehmen ihren Schwerpunkt derzeit auf den Online-Vertrieb. Vom ersten Kundengespräch über die Versendung der Vertragsunterlagen bis hin zur Aushändigung des Fahrzeugs an den Kunden kann die Abwicklung ohne körperlichen Kontakt zum Käufer erfolgen. Damit dieser das Motorrad aber nutzen kann, muss es zugelassen werden. Allerdings sind insbesondere Online-Zulassungen über die Internetportale der Zulassungsstellen nicht möglich. Ohne die örtlichen Zulassungsstellen ist der Verkauf von Motorrädern also faktisch ausgeschlossen.

Gegenwärtig ist bedauerlicherweise festzustellen, dass die Zulassungsstellen bundesweit zunehmend geschlossen werden. Während einige noch über einen Notbetrieb erreichbar sind, haben andere den Betrieb vollständig eingestellt. Wenn hier nicht gegengesteuert wird, wird der gesamte Handel zum Erliegen kommen – mit für die Gesamtwirtschaft nachhaltig negativen Folgen. Motorradhändler befinden sich bereits jetzt in einer wirtschaftlich bedrohlichen Situation, da der Fahrzeugbestand mit Krediten vorfinanziert ist und aufgrund der fehlenden Möglichkeit des Abverkaufs Liquiditätsengpässe entstehen. Diese Situation darf nicht noch durch eine vollständige Schließung aller Zulassungsstellen verschärft werden.

Der Motorradhandel garantiert die Individualmobilität in der Bundesrepublik. Motorräder dienen nicht nur der Freizeitgestaltung, sondern sind neben Pkw eine von vielen genutzte Alternative zum ÖPNV, der in dieser Zeit ja möglichst nicht genutzt werden soll. Um diese Mobilität aufrechtzuerhalten, bitten wir Sie darum, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, so dass die Zulassungsstellen zumindest für den gewerblichen Handel zu öffnen sind.

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