BIV vor, schieß' ein Tor - Schulterschluss zwischen Handel und Industrie

Branchengipfel in der HSV-Arena

| Redakteur: Stephan Maderner

BMW Motorrad zu Gast beim BIV

Dass es dem BIV ernst ist mit seiner Motorradinitiative, zeigte der nächste Referent. Es war kein geringerer als Henning Putzke, Leiter BMW Motorrad Deutschland. Sein Thema: Fachkräftemangel. Aus Sicht des Herstellers, der möglichst viele Motorräder an Endverbraucher verkaufen möchte, stelle er sich die Frage: „Wie kriegen wir junge Menschen aufs Motorrad?“ Genauso wichtig sei aber für die Händler, Werkstätten und das Zweiradhandwerk die Frage: „Wie kriegen wir junge Menschen ans Motorrad?“ Putzke tritt für den Schulterschluss zwischen Industrie und Handwerk ein. Es ist ihm ein Herzensanliegen, den Handel zu befähigen, sich kaufmännisch fit zu machen für die Herausforderungen des Marktes.

Nur eine konsequente und durchdachte Weiterqualifizierungsstrategie für Unternehmer und Führungskräfte des Handels führe hier langfristig zum Ziel. Überlebenswichtig für die Branche sei es auch, das Berufsbild attraktiver zu machen, wie man es etwa mit dem Servicetechniker Zweirad schon getan habe. Immer mehr Motorräder weisen vernetzte Systeme auf, die ohne Onboard-Diagnose und Schnittstelle zum Computer nicht richtig gewartet und repariert werden könnten. Putzke forderte die anwesenden Händler auf, sich Servicekonzepte zu überlegen, welche auf den zunehmend gealterten Bike-Bestand (im Durchschnitt 15 Jahre) abzielten.

Henning Putzke warnt die Branche vor Jugendwahn

Putzke warnte davor, trotz des fehlenden Bike-Nachwuchses in übertriebenen Jugendwahn zu verfallen, und verwies auf die sich wandelnde Bevölkerungspyramide, die sich auf den Kopf stellt und immer mehr aktive Senioren hervorbringe. „Vielleicht ist der heute 30-Jährige der damals 18-Jährige?“ stellt der BMW-Manager rhetorisch in den Raum und fügte hinzu: „Vielleicht steigen sie später auf's Motorrad, bleiben aber länger drauf sitzen!“ Abschließend riet Henning Putzke den Händlern, das Gebrauchtfahrzeuggeschäft nicht zu vernachlässigen. „Unter den jährlich 400.000 Besitzumschreibungen ist mir der private Anteil des Geschäftes noch viel zu hoch. Wenn ich es als Händler richtig betreibe, ist das Gebrauchtfahrzeug-Business ein echter Renditebringer.“

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