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BMW: Gewinnrückgang zwingt zum Sparen

| Autor: Andreas Wehner

Der Auto- und Motorradbauer rechnet damit, auch 2019 weniger Geld zu verdienen. Die strategisch angepeilte Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent im Autogeschäft wird BMW wohl dieses Jahr nicht erreichen, wohl aber bei Motorrädern. Ein neues Sparprogramm soll ohne einen Stellenabbau auskommen.

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(Bild: BMW)

BMW wird wohl auch in diesem Jahr weniger Geld verdienen. Nach einem Gewinnrückgang im vergangenen Jahr rechnet der Autobauer für 2019 mit noch weiter schrumpfenden Erträgen, wie Finanzvorstand Nicolas Peter am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz des Konzerns mitteilte.

Mit einem Sparprogramm, das in den nächsten vier Jahren zwölf Milliarden Euro bringen soll, will der Autobauer gegensteuern. Anders als beispielsweise Volkswagen will BMW dabei jedoch ohne Stellenstreichungen auskommen. Stattdessen will das Unternehmen die Modellvielfalt reduzieren: „Wir lassen nicht so stark nachgefragte Derivate entfallen und reduzieren bis zu 50 Prozent unseres Antriebsportfolios und unserer Ländervarianten“, sagte Peter.

Zudem soll die Entwicklung von Fahrzeugen durch Digitalisierung vereinfacht und verkürzt werden. Mit der Bündelung der Pkw-Marken im Vertriebsressort unter Pieter Nota und der Verkleinerung des Vorstands nach dem Ausscheiden von Peter Schwarzenbauer im Herbst will der Konzern ein Signal für schlankere Prozesse und effizientere Strukturen setzen.

Mitarbeiterzahl soll gleich bleiben

Nachdem BMW im vergangenen Jahr 5.000 Arbeitskräfte eingestellt hatte, will das Unternehmen zunächst kein Personal mehr aufbauen. Zwar würden für das neue Werk in Mexiko sowie für Zukunftsthemen wie die Elektromobilität neue Mitarbeiter gebraucht. Personalchefin Caina Carreiro-Andree rechnet jedoch durch Altersteilzeit und Ruhestand mit dem Weggang von jährlich 4.000 Mitarbeitern. Das schaffe ausreichend Flexibilität.

Die BMW Group hatte im vergangenen Jahr 2,49 Millionen Autos verkauft, was einem Plus von 1,1 Prozent entsprach. Der Umsatz ging jedoch um 0,8 Prozent auf 97,5 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern sank um 8,1 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro, wegen höherer Steuern verbuchte BMW aber beim Nettogewinn sogar ein Minus von 17 Prozent (7,2 Mrd. Euro).

Das strategische Ziel, im Automobilgeschäft eine Ebit-Marge zwischen 8 und 10 Prozent zu erreichen, hatte BMW 2018 mit 7,2 Prozent wie erwartet verfehlt. Auch für 2019 rechnet der Autobauer jetzt mit einer Marge zwischen 6 und 8 Prozent. „Bei der Ebit-Marge bleiben 8 bis 10 Prozent grundsätzlich unser klarer Anspruch, den wir in einem stabilen Umfeld erreichen wollen. Auf viele Rahmenbedingungen haben wir allerdings nur bedingt Einfluss“, sagte Nicolas Peter. Neben hohen Rohstoffpreisen werden sich 2019 Währungseffekte und der Brexit in der Bilanz niederschlagen. Für Unsicherheiten sorgen zudem die Zollstreitigkeiten mit den USA.

Im Motorradgeschäft erwartet Peter eine Ebit-Marge von 8 bis 10 Prozent (2018: 8,1 Prozent), der Bereich Finanzdienstleistungen werde sich auf dem Niveau von 2018 bewegen. Im vergangenen Jahr betrug die Eigenkapitalrendite 14,8 Prozent und lag damit über dem Zielwert von 14 Prozent.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«