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BMW GS Trophy 2020 (Start und Tag 1): Teamspirit beim Haka und Sonne im Tank

Am vergangenen Wochenende startete die siebte BMW Motorrad International GS Trophy Ozeanien 2020 im neuseeländischen Rotorua. Das Offroad-Abenteuer in exotischen Gefilden hat begonnen.

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Alle Teilnehmer der BMW GS Trophy am neuseeländischen Pazifikstrand fiebern dem Event entgegen.
Alle Teilnehmer der BMW GS Trophy am neuseeländischen Pazifikstrand fiebern dem Event entgegen.
(Bild: BMW Motorrad)

Seit Samstag läuft die siebte Auflage der BMW Motorrad International GS Trophy Ozeanien 2020. Da mit Ausnahme des australischen Teams alle Teilnehmer Langstreckenflüge hinter sich haben, mussten sie erst einmal mit dem Jetlag zurechtkommen. Danach meldeten sie sich für das Event an, nahmen die BMW F 850 GS Motorräder in Besitz (und kümmern sich um individuelle Einstellungen), machten sich mit dem Leben in Neuseeland vertraut und werden in die Kultur der einheimischen Maoris eingeführt, wozu auch eine traditionelle Herausforderung zählt, mit der alle Neuankömmlinge konfrontiert werden: der weltberühmte Haka.

In diesem Jahr nehmen 22 Teams aus 25 Ländern teil, darunter vier neue Teams, und wie schon in der Mongolei (2018) auch wieder zwei internationale Frauenteams, die darauf brennen, sich den anderen Fahrern und Fahrerinnen der GS Trophy anzuschließen. Die Teams aus den Niederlanden, Malaysia, Nordafrika und dem Nahen Osten treten zum ersten Mal an. Ein deutsches Team ist dieses Jahr nicht am Start.

BMW GS Trophy 2020 (Start)

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Das passierte am Tag 1

Die BMW Motorrad International GS Trophy 2020 erlebte eine spektakuläre Eröffnungsetappe. Die Teilnehmer brachen von den Thermalquellen und der Heimat der Maori in Rotorua zu einer Fahrt auf, die sie durch einen Naturwald hinauf zu einem idyllischen Hochland und anschließend hinunter zur Hawke‘s Bay führte, wo sie ihr erstes Nachtlager aufschlugen – mit Blick auf den Pazifischen Ozean.

BMW GS Trophy 2020 (Tag 1)

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Die GS Fahrer waren schon vor der Morgendämmerung wach und hatten ihre Zelte bereits vor dem Frühstück um 5 Uhr 30 abgebaut, um für den Start um 7 Uhr gewappnet zu sein: Eine 11-stündige Motorradfahrt lag vor ihnen, und da war das Frühstück sehr wichtig. Nachdem die Fahrer den ersten Vulkan der Tour, den 821 m hohen Kegelberg Putauaki (Mt. Edgecumbe) hinter sich gelassen hatten, drangen sie in die Naturwälder der Huiarau Ranges vor, in denen sich Schotterpisten durch Flusstäler stromaufwärts schlängelten. Hier offenbarten sich nach jeder Kurve immer wieder neue Naturhighlights in dem beeindruckenden Buchenwald, in dem auch einheimische Exoten wie Silberfarn, Keulenlilien (Bergkohlbäume) und Fuchsien wachsen. Was für ein wunderbarer Anblick und welch ein süßer Duft!

Nach zwei Stunden erreichten die Fahrer das Ufer des Miniha Stream, eines Nebenflusses des Whakatane River, wo die Ankunft der BMW F 850 GS Motorräder weidende Kune-Kune-Schweine aufschreckte. Als die Motoren schwiegen, konnten die Fahrer den Geräuschen des Waldes lauschen: dem ‚Zid-Zid‘ der unaufhörlich zirpenden Zikaden und den unterschiedlichen Liedern der Glockenvögel, Tuis und Pfautauben.

Hier erwartete die Teilnehmer der erste Test bei der Int. GS Trophy 2020 – eine Flussdurchfahrt. Die drei Fahrer jedes Teams mussten einen TrialParcours absolvieren, bei dem der Fluss mehrfach zu überqueren war, bevor der Kurs an einer steilen Uferböschung endete. Alle drei Fahrer mussten den Parcours innerhalb eines Zeitlimits von vier Minuten bewältigen. Steine und Felsbrocken strapazierten die GS Motorräder ebenso wie die Nerven der GS Fahrer, insbesondere deshalb, weil Fußabsetzen und Stürze zusätzliche Strafpunkte zur Folge hatten – eine wenig ermutigende Aussicht an diesem Eröffnungstag. Tatsächlich kam es zu einigen Stürzen. Es gab aber auch einige spektakuläre Fahrten: Vor allem das französische Team fuhr bemerkenswert samtweich, schnell und effizient.

Nach der Flussdurchfahrt ging es wieder auf die Schotterpisten zurück, auf denen die Fahrer sich zu dem wunderschönen Lake Waikaremoana und zu dem beeindruckenden Mokau-Wasserfall hinaufkämpften. Hier mussten sich die GS Trophy Fahrer beim zweiten Test des Tages, der ‚Sena-Challenge‘, bewähren: Ein Fahrer, dem die Augen verbunden wurden, wurde unter Anleitung eines Teamkollegen – mit Hilfe seines Sena 50R Mesh Intercom Bluetooth-Headsets – über einen Slalomkurs geführt. Ein einfacher Vertrauensbeweis und ein Fun-Test zugleich, der aber auch deutlich machte, welche Vorteile den Fahrern zum ersten Mal bei einer GS Trophy dadurch geboten wurden, dass sie in Echtzeit mit den Marshals und untereinander kommunizieren konnten.

Unmittelbar nach dem Lake Waikaremoana änderte sich der Kurs gewaltig: Der Wald wich den Weideflächen des Hochlands, die schließlich zur Hawke‘s Bay hinunterführten. Charakteristisch für diese Region sind steile Täler, hohe Klippen und robuste Schafe! Sowohl die Asphaltstrecke als auch die Schotterpisten waren sehr kurvenreich und die Fahrer konnten die Agilität und 95 kraftvollen Pferdestärken der F 850 GS so richtig genießen.

Ziel war ein Zeltplatz am Rande des Hafens von Napier, einer schönen, für ihre Art-déco-Gebäude bekannten Stadt. Nach einem Erdbeben im Jahr 1931 war die zerstörte Stadt Napier eingeebnet und zum Teil in diesem Stil wieder aufgebaut worden. So puderweiß, wie die Teilnehmer aussahen, nachdem sie fast den ganzen Tag den von den MetzelerReifen aufgewirbelten Staub zu ertragen hatten, hätte man meinen können, sie wären gerade einem Erdbeben entkommen.

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