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BMW GS Trophy 2020 (Tag 6): Kein Fluss ist zu tief

440 km, von Punakaiki Beach zum Lake Tekapo. Zu bewältigen hat der Tross der GS Trophy am sechsten Tag des Wettbewerbs 330 Kilometer auf Asphalt und 110 Kilometer Bergpfade/Schotter und die beiden Tests „Rent-a-Ride“ sowie den „Fotowettbewerb“. Südafrika liegt vor Frankreich und Italien.

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Stille Wasser gründen tief –so lautete im übertragenen Sinne das Motto des sechsten Tags der GS Trophy.
Stille Wasser gründen tief –so lautete im übertragenen Sinne das Motto des sechsten Tags der GS Trophy.
(Bild: BMW Motorrad)

Wenn Tag fünf der BMW Motorrad International GS Trophy 2020 den Fahrern schon einiges abverlangt hatte, so wurde Tag sechs noch deutlich härter. Die GS-Fahrer durchquerten die Südinsel von Westen nach Osten, nahmen 440 km über Gebirgspässe und an den Canterbury Plains entlang unter die Räder, bis sie am frühen Abend im Vorland der neuseeländischen Alpen Lake Tekapo erreichten. Unterwegs bekamen sie es mit weiteren Bergpfaden und mehreren Flussüberquerungen zu tun und machten, wie Team Nahost begeistert hervorhob, die berühmte Kiwi Erfahrung: Sie erlebten alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag.

BMW GS Trophy 2020 (Tag 6)

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Die Fahrer der GS Trophy begannen den Tag wieder mit einem Frühstück um 5 Uhr 30 Uhr brachen um 7 Uhr auf. In der Morgendämmerung fuhren sie von Punakaiki Beach entlang der Westküste in südlicher Richtung bis zur Hafenstadt Greymouth. Der einzige Test des Tages erwartete sie schon früh, nur eine halbe Stunde nach dem Start. Bei ‚Rent-a-Ride‘ mussten die Teams zweimal einen Trial-Parcours absolvieren. Eine Schwierigkeit bestand darin, dass zwei unterschiedliche Fahrer möglichst gleiche Zeiten erreichen sollten. Da keine Zeitmessgeräte erlaubt waren, musste das dritte Teammitglied versuchen, die Geschwindigkeit der beiden Fahrer zu synchronisieren. Darüber hinaus mussten sie den Parcours natürlich fehlerfrei meistern – ohne Fußabsetzen oder Stopps. Da er aber teilweise unter Wasser stand, war die Sache vom Start bis zum Ziel ziemlich kompliziert.

Nach dem Test passierten die Fahrer die alte viktorianische Goldgräberstadt Greymouth (die später als Hafenstadt an Bedeutung gewann, in der land- und forstwirtschaftliche Produkte eine große Rolle spielten; heutzutage ist der Tourismus ein ebenso wichtiger Wirtschaftsfaktor). Anschließend ging es landeinwärts weiter. Über den Arthur‘s Pass überquerten die GS Fahrer das Gebirge und gelangten in die Canterbury Plain. Davor lag allerdings noch das Canterbury High Country, wo spektakuläre Kalksteinhänge von einer signifikanten seismischen Aktivität zeugen, die zur Folge hat, dass sich die Landschaft der Südinsel ständig verändert.

Auf Schotterpisten durchquerten die GS Fahrer dann die sanftere Canterbury Plain. Zum ersten Mal bei diesem inselübergreifenden Abenteuer waren nun Ackerbau und Viehzucht nebeneinander anzutreffen: Schafe und Kühe weideten in direkter Nähe von Weizen und Gerstenfeldern – eine friedvolle, ruhige Idylle nach der Dramatik in den Bergen. Nach einem späten Mittagessen in Geraldine führte die Route die GS Fahrer erneut in die Berge, wo sie die Schaffarmen des Mackenzie Country passierten, an felsigen Steigungen und Abfahrten ihr Fahrkönnen unter Beweis stellen konnten und wo Wasserdurchfahrten eine zusätzliche Herausforderung darstellten. Felsen und loses Gestein hoben nicht wenige Teilnehmer aus dem Sattel.

Der Tag endete am Lake Tekapo, der fast genau in der Mitte der Südinsel liegt. Der See wurde in den 1970er-Jahren aufgestaut. Sein leuchtendes Türkis verdankt er der Kieselsäure, die in dem Gletscherwasser enthalten ist, aus dem er sich speist. Er ist Teil eines umfangreichen Netzes von Wasserkraftwerken, das 85 % des gesamten Energiebedarfs von Neuseeland deckt. Darüber hinaus nutzt Neuseeland geothermische Quellen für die Energiegewinnung und bezieht seinen Bedarf damit fast vollständig aus nachhaltigen, erneuerbaren Energiequellen.

Erst nach 18 Uhr trafen die Fahrer im Camp ein, waren also erneut 11 Stunden lang mit dem Motorrad unterwegs gewesen. Obwohl es nur einen Test gegeben hatte, waren die Teilnehmer angesichts der anspruchsvollen Fahrt und der spektakulären Landschaften überglücklich.

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