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BMW GS Trophy 2020 (Tag 8, Finale): Südafrika schafft das Triple

Am letzten Tag der GS Trophy ging es von Wanaka zum Coronet Peak. 310 Kilometer, 50:50 auf Highway und auf Schotterpfaden. Die beiden letzten Challenges waren zu absolvieren: „Jerrycan“ und „final parcour“. Es siegte Südafrika vor Frankreich und Italien.

Die drei Siegerteams der GS Trophy 2020: Südafrika vor Frankreich und Italien.
Die drei Siegerteams der GS Trophy 2020: Südafrika vor Frankreich und Italien.
(Bild: BMW Motorrad/Markus Jahn)

Nach acht Tagen und rund 2500 Kilometern erreichte die BMW Motorrad International GS Trophy 2020 ihren Abschluss im Skigebiet Coronet Peak, unweit von Queenstown. Champion wurde das Team Südafrika, das sich knapp gegen die Teams Frankreich und Italien durchsetzen konnte. Damit triumphiert Südafrika bereits zum dritten Mal in Folge bei der International GS Trophy. 2016 hatte es bereits in Thailand und 2018 in der Mongolei gesiegt.

BMW GS Trophy 2020 (Tag 8, Finale)

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Gemäß der Tradition, das Beste möglichst bis zum Schluss aufzubewahren, stellte Tag acht der diesjährigen International GS Trophy technisch besonders hohe Ansprüche an die Teilnehmer, denn die Fahrt über die berühmte Nevis Road – Neuseelands höchste öffentliche „Straße“ – stellte eine große Herausforderung dar. Diese Strecke war mit 24 Flussüberquerungen und unzähligen steinigen Passagen auf einer Länge von knapp 70 Kilometern ein wahrer Offroad-Kraftakt. Die Fahrer verließen Wanaka, wie üblich, um 7 Uhr und kamen auf der Straße nach Cardrona zunächst schnell voran. Der gewohnte spektakuläre Sonnenaufgang wurde zwar durch Wolken verdeckt, dafür sorgte aber die ungewöhnlich warme Temperatur von 18 °C für einen angenehmen ersten Streckenabschnitt.

Die Fahrt folgte dem Verlauf der Crown Range und nach einer Stunde konnten die Fahrer einen ersten Blick auf die „Remarkables“ werfen, den 2300 Meter hohen Gebirgszug, der sich über Queenstown, die Hauptstadt der Abenteueraktivitäten, erhebt. Kaum hatten sie die Berge erblickt, stürzten sich die Fahrer auch schon den Steilpfad hinunter, der zu dem Goldgräberstädtchen Arrowtown führt. Bevor sie Arrowtown erreichten, mussten sie allerdings zunächst den stellenweise einen Meter tiefen Arrow River durchqueren. Mehrere Fahrer gerieten dabei durchnässt ins Stocken, bevor sie ans gegenüberliegende Ufer gelangen konnten. Einige mussten zunächst das Wasser aus ihren Stiefeln schütten, dann gab es eine Kaffeepause im historischen Ortskern von Arrowtown.

Nerven lagen blank

Die Pause kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn von hier gelangten die Fahrer entlang des Ostufers des atemberaubend schönen Lake Wakatipu zur Nevis Road. Dort erwartete sie zunächst ein spektakulärer und 1300 Meter langer Aufstieg zum Hochland des Nevis-Tals. Darauf folgten die 24 Flussdurchquerungen. Die vielen Felsen und schlammigen Abschnitte setzten hohes Trialkönnen voraus. Einige der Fahrer waren am Ende völlig durchnässt. Am Straßenende erwartete die Fahrer der erste Test des Tages, die „Jerrycan Challenge“. Hier mussten sie einen dem Fluss folgenden Weg hinauffahren, wobei zwei von ihnen zwei Kraftstoffkanister zu tragen hatten. Am oberen Ende des Wegs stieg der Sozius ab. Das dritte Teammitglied lief mit den Kanistern zum Fluss hinunter. In der Zwischenzeit kehrten die anderen Fahrer zur Start-/Ziellinie zurück, wo alle zum Abschluss des Tests wieder zusammenkamen. Bei den führenden Teams lagen die Nerven, deutlich erkennbar, teilweise blank, was zu Fehlern führte, die für den Ausgang des Wettbewerbs entscheidend waren. Nach dem Test schlossen die Fahrer die Umrundung der Remarkables ab. Zurück auf der befestigten Straße, brachen sie zum Schlussparcours ins Skigebiet Coronet Peak auf. Da bei diesem Test die doppelte Anzahl von Punkten vergeben wurde und die drei Topteams punktemäßig dicht beieinanderlagen, war dies für den Ausgang des Wettbewerbs von größter Bedeutung. Der Test erforderte Trialgeschick gepaart mit aggressiver Fahrweise. Nur so waren eine schnelle Zeit und ein Minimum an Strafpunkten zu erreichen. Die drei Fahrer jedes Teams fuhren in einer Staffel – und wieder durften sie weder stürzen noch das Motorrad abwürgen, wenn sie eine schnelle Zeit mit möglichst wenigen Strafpunkten erzielen wollten. Das alles spielte sich vor der großartigen Kulisse von Queenstown und dem fast 900 Meter weiter unten gelegenen Lake Wakatipu ab.

Knapper Sieg

Als die Gesamtpunktzahlen ermittelt waren, stellte sich heraus, dass der Neuling bei der International GS Trophy, das Team Niederlande, den Tag dominiert und sich in der Gesamtwertung auf den vierten Platz vorgekämpft hatte. Team Südafrika hatte es gerade noch geschafft, sich erfolgreich gegen seine schärfsten Rivalen, Team Frankreich und Italien, durchzusetzen und seine dritte GS Trophy zu gewinnen. Brandon Grimsted, Team Südafrika: „Heute morgen sind wir mit einem Vorsprung von nur 5 Punkten in den Wettbewerb gegangen. Anfangs waren wir nervös und zerbrachen uns über alles den Kopf. Beim Jerrycan-Test hatten wir ein paar Probleme, rappelten uns dann aber wieder auf und machten weiter. Was den Schlussparcours betrifft, so war er einer der anspruchsvollsten Offroad-Prüfungen, an denen ich je teilgenommen habe. Trotzdem war es toll. Wir haben eine schnelle Zeit hingelegt, weil wir super ambitioniert gefahren sind. Wir hatten das Gefühl, alles getan zu haben, was uns möglich war. Und es hat tatsächlich gereicht! Wir freuen uns riesig über diesen Sieg und wissen, dass er für die GS Community daheim ein Grund zum Feiern ist. Unser dritter Sieg. Das ist einfach wunderbar! Wir hatten auch jede Menge Spaß in dieser Woche. Wir haben sie in vollen Zügen genossen. Das war, ehrlich gesagt, eine der besten offroad Touren meines Lebens. Schon vorher waren wir ein eingeschworenes Team. Die Woche aber, in der wir Stunde für Stunde, Tag und Nacht zusammen waren, hat uns für immer zusammengeschweißt! Dass wir unterwegs Freunde aus den verschiedensten Ländern gewonnen haben, macht das Glückserlebnis vollkommen.“

Die GS Fahrer haben acht unglaubliche, abenteuerliche Fahrtage erleben dürfen. Die beiden Inseln Neuseelands hatten, von den Meeresstränden bis hin zum Mt. Cook, die vielfältigsten Naturwunder zu bieten. Die Fahrer mussten sich in unterschiedlichstem Gelände bewähren und kamen mit einer Flora und Fauna in Berührung, die den Aufenthalt in diesem fernen Land zu einem intensiven Erlebnis machten. Und unterwegs wurden zwischen den 22 internationalen Teams sehr viele neue Freundschaften geschlossen. Das ist der beste Beweis dafür, dass eine gemeinsame Motorrad Leidenschaft Frauen und Männer aus der ganzen Welt unter einem Emblem vereinen kann – dem der GS!

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