BMW GS Trophy Germany: Team Deutschland steht fest!

Für die Sieger erfüllt sich ein Lebenstraum

| Redakteur: Maxim Braun

Die Sieger der GS Trophy Germany können sich auf den Antritt im Internationalen Wettbewerb 2016 freuen.
Die Sieger der GS Trophy Germany können sich auf den Antritt im Internationalen Wettbewerb 2016 freuen. (Foto: BMW)

Nach zwei spannenden Prüfungstagen voller Adrenalin und Nervenkitzel stehen zwei weitere Teams der BMW Motorrad International GS Trophy 2016 fest.

Team Deutschland und das Alpenteam sind startklar! Peter Kopf (Schwandorf), Jens Andres (Lichterfelde) und Steffen Rahn (Flieden) werden die deutschen Farben vertreten. Für das Alpenteam haben sich der Österreicher Alfred Scheurer sowie die Schweizer Andreas Tettamanti und Filippo Fania bei der BMW Motorrad GS Trophy Germany 2015 in Niedereschach qualifiziert. Sie alle werden im Frühjahr 2016 eine unvergessliche Reise nach Südostasien antreten.

Einige Teilnehmer waren ganz klar mit der Intention angereist, es mindestens bis ins Finale zu schaffen. Die meisten aber nahmen an der GS Trophy teil, um ein tolles Motorradwochenende im Geist der GS-Community zu erleben. Doch egal, ob Sport- oder Spaßfraktion: Bei der BMW Motorrad GS Trophy Germany 2015 ist es erneut gelungen, GS Fahrern mit unterschiedlichsten Ansprüchen ein unvergessliches Wochenende zu bieten. Unter den knapp 250 Enduristen, die an den Start gingen – der jüngste 19, der Älteste 61 Jahre alt –, stellten sich auch sieben Frauen der Herausforderung. Die weiteste Anreise hatte Csaba Szegö aus Gyenesdias (Ungarn). So unterschiedlich wie das Teilnehmerfeld waren auch die 18 Sonderprüfungen, welche über den ganzen Schwarzwald verteilt waren. Bei diesen waren außer fahrerischem Können auch Geschicklichkeit, Fitness, Teamfähigkeit und Köpfchen gefragt.

Während die Slackline-Aufgabe in der Wutachschlucht für manche Fahrer wortwörtlich zum „Affentanz“ wurde, war an der Sommersprungschanze in Bad Peterstal-Griesbach eine Punktlandung gefragt: Hier galt es, mit verbundenen Augen ins Ziel zu fahren. Für Adrenalinkicks sorgte das Abseilen vom 30 Meter hohen Vogteiturm bei Lossburg („Am seidenen Faden“). Muskelkraft war hingegen beim Baumstammrücken am Wolfacher Kinzigufer gefragt. Ob Bogenschießen aus einem BMW-Gespann (“Ben Hur“) oder Slalom-Paddeln auf dem Schömberger Stausee: Das Organisationsteam hatte erneut viel Fantasie bewiesen.

Wasser spielte auch bei der Teamaufgabe auf dem Fohrenbühl eine Rolle: Hier zählte es, Balance und Teamgeist zu beweisen, um das Team und zwei gefüllte 60-Liter-Fässer in kürzester Zeit von einem Floß aufs andere zu hieven und dann noch ans Ufer zu manövrieren. Kontrastprogramm gab’s auf dem Feldberg, wo Umsteigen auf die S 1000 RR angesagt war. So mancher musste feststellen, dass es gar nicht so einfach war, mit dem Supersportler bei abgeklebtem Tacho ein Tempo von 30 km/h einzuhalten. Auch wer sich auf die vier Roadbooks konzentrierte, hatte seinen Spaß: Die von Ali Métayer, 2012 selbst Gewinner des deutschen Qualifiers, zusammengestellten Routen waren mit einigen ganz besonderen Gimmicks und Überraschungen gespickt. Das Highlight waren für die meisten aber die sechs Enduro-Prüfungen. Selbst den routinierten Fahrern trieb das die Schweißperlen auf die Stirn – und das nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen.

Fahrkönnen und Nervenstärke mussten die besten Fahrer dann auch im Finale beweisen. Mit der BMW R 1200 GS war ein kniffliger Geschicklichkeitsparcours zu bewältigen, der es in sich hatte. Mit der schnellsten Zeit und lediglich vier Strafsekunden zeigte Peter Kopf aus Schwandorf hier die beste Performance. Für den 42-Jährigen ist mit dem Sieg beim deutschen Qualifier ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen: „Sechs Mal habe ich schon mitgemacht, war fünf Mal im Finale, und jetzt hat es endlich geklappt. Wahnsinn!“ Dabei hatte der Verkehrspolizist aus Schwandorf, der mit seiner R 1200 GS, Baujahr 2004, auch privat gern off-road unterwegs ist, nicht einmal gezielt für die GS Trophy trainiert. „Es sind so viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen: gute Planung, Ehrgeiz, Teamgeist, Glück. Und dann entscheidet auch noch die Tagesform.“

Auf Platz zwei landete der IT-Unternehmensberater Jens Andres aus Lichterfelde. Der 37-Jährige war mit seiner R 100 GS Paris-Dakar an den Start gegangen und entschied zugleich die Boxer-Klasse für sich. Dritter wurde der Sieger der Zweizylinder-Wertung, Steffen Rahn aus Fliedern (34). Der Motorradfahrlehrer hatte es bei seiner ersten Trophy-Teilnahme auf Anhieb ins Finale geschafft. Für das Alpenteam werden Alfred Scheurer (56, Österreich, Sachverständiger für Maschinenbau), Andreas Tettamanti (38, Schweiz, IT-Servicemanager) und Filippo Fania (51, Schweiz, Elektroniker) nach Südostasien fahren.

Dass das riesige Publikum auf dem Travel-Event-Gelände der Firma Touratech bis zum Schluss mitfieberte, lag auch an Maike Vater. Zum ersten Mal war die beste deutsche Fahrerin automatisch für das Finale qualifiziert. Was die zierliche 26-Jährige, die normalerweise eine G 650 Xcountry fährt, auf der vergleichsweise großen Boxer-GS ablieferte, war eine klasse Leistung. Das Publikum belohnte sie mit einem riesigen Applaus.

Die Einzylinder-Klasse gewann Frank Dubiel (Kaiserslautern), den Ladies Cup holte sich die Schweizerin Ina Lindauer. Roadbook-König wurde Raphael Jansen (Monschau). Von „Gänsehaut-Feeling“ sprach Kosta Lagoyannis, Marketingleiter von BMW Motorrad Deutschland, der zusammen mit Hennig Putzke, Leiter BMW Motorrad Deutschland, die Siegerehrung vornahm. Die Teilnehmer hätten sich mit Leidenschaft und Kameradschaft den Herausforderungen gestellt. Der sportliche Leiter Tomm Wolf zog ebenfalls eine rundum positive Bilanz: „Wenn sich die Teilnehmer für eine super Veranstaltung bedanken, ist das der Ritterschlag und der schönste Lohn.“

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