BMW: Krüger folgt auf Reithofer als BMW-Chef

Autor / Redakteur: dpa / Christian Otto

Norbert Reithofer zieht sich frühzeitig von seinem Posten als Vorstandsvorsitzender bei BMW zurück. Ihm folgt 2015 als neuer Konzernlenker Harald Krüger, der bis jetzt als Vorstand den Bereich Produktion verantwortete. Neben diesem Wechsel an der Spitze, verabschiedet sich auch der derzeitige Entwicklungschef Herbert Diess in Richtung VW.

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(Foto: ampnet/BMW)

Der langjährige BMW-Chef Norbert Reithofer gibt vorzeitig seinen Vorstandsposten bei dem Autobauer im kommenden Jahr ab. Bei der Hauptversammlung am 13. Mai soll der bisherige Produktionsvorstand Harald Krüger zum neuen Vorstandschef bestellt werden, wie BMW am Dienstag (09.12.14) nach einer Aufsichtsratssitzung in München mitteilte. Dafür soll Reithofer an die Spitze des Aufsichtsrates bei dem Münchner Premiumhersteller wechseln.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende steht seit 2006 an der BMW-Spitze und hat den Konzern seither zu neuen Bestmarken geführt: Im laufenden Jahr will BMW weltweit erstmals mehr als zwei Millionen Autos verkaufen. Sein Vertrag sollte eigentlich noch bis zum Jahr 2016 laufen. Seit Wochen wurde aber über sein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Vorstand spekuliert. Im November war bekanntgeworden, dass Reithofer im kommenden Jahr in den Siemens-Aufsichtsrat einziehen will.

Krüger: seit über 22 Jahren bei BMW

Harald Krüger ist seit 2008 Vorstandsmitglied bei BMW. Der Diplomingenieur hat seine Karriere bei BMW 1992 begonnen. Er war unter anderem Manager für das Ressort Mini, BMW Motorrad, Rolls-Royce und Aftersales verantwortlich, bevor er im April 2013 zum Produktionsvorstand berufen wurde.

Neben diesem Wechsel an der Spitze gab es bei BMW noch eine weitere Änderung im Top-Management. Am Morgen hatte Volkswagen angekündigt, dass der BMW-Entwicklungschef Herbert Diess zum 1. Oktober 2015 den Chefposten bei der Hausmarke VW Pkw übernimmt. Er folgt in dieser Rolle auf Konzernchef Martin Winterkorn und wird auch einen Sitz im Vorstand von Europas größtem Autobauer bekommen.

Die Führung der BMW-Entwicklung übernimmt Klaus Fröhlich. Er ist seit 1987 im Unternehmen und seitdem in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, zuletzt für die kleineren und mittleren Modellbaureihen.

Umkämpfter Markt

Obwohl das Autogeschäft bei BMW weiter rund läuft, mussten die Münchner zuletzt einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Während der Umsatz im dritten Quartal zulegte, schrumpfte der Gewinn um 1,2 Prozent auf 1,314 Milliarden Euro. Dazu kommt die weiterhin schwierige Lage auf dem Heimatkontinent. Dort kämpfen die Hersteller mit teils harten Bandagen um die wenigen Neukunden - und räumen dabei nach wie vor Rabatte ein.

Insgesamt verschob sich der Modellmix bei BMW im Sommer etwa durch den Anlauf des neuen Mini aber hin zu kleineren Autos. Diese werden immer wichtiger, denn sie helfen BMW dabei, die CO2-Auflagen in der Europäischen Union einzuhalten - spülen aber weniger Gewinn in die Kassen.

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