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BMW-Motorrad strebt nach neuen Märkten

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Im Einklang mit dieser Trendwende ändert sich Stück für Stück auch das Modellportfolio des bayerischen Zweiradherstellers: Die Zahl jener Motorräder, die weniger technoid gestaltet sind, sondern bereits auf den ersten Blick eher das ursprüngliche Erlebnis des Motorradfahrens vermitteln, wird wachsen.

Auf das enorm stark gefragte Roadstermodell R nineT mit seiner historisierenden Formensprache wird bereits für die Saison 2016 das nächste Modell folgen, wiederum mit dem traditionell luftgekühlten Zweizylinder-Boxermotor; die neue Motorengeneration mit Wasserkühlung und allen nur denkbaren technischen Fahrwerksfinessen bleibt den fahrdynamischer konzipierten Modellen vorbehalten.

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Asien und Südamerika Wachstumsmärkte

Vorrangig wird das angestrebte Wachstum von BMW in den aufstrebenden Märkten Asiens und Südamerikas stattfinden. Da dort die Zeit für die Bayern-Bikes mit 800 bis 1.600 Kubikzentimeter Hubraum noch nicht reif ist, entwickelt man zusammen mit dem indischen Zweiradhersteller TVS seit einigen Jahren eine neue Modellfamilie, die von Einzylindermotoren mit weniger als 500 Kubikzentimetern Hubraum angetrieben werden. „Auch diese kleinen BMWs werden Premiumprodukte in ihren Segmenten darstellen“, verspricht Schaller; das Interesse daran will man in Indien, Vietnam, Brasilien oder Argentinien und vielen anderen Ländern mit Hilfe des neuen Markenauftritts „Make Life a Ride!“ beflügeln. Rechnet man die 2014er Produktionszahl von knapp 120.000 Motorrädern und Rollern auf die in fünf bis acht Jahren anvisierte Händlerzahl von 1.500 statt bislang 1.000 hoch, ergibt sich ein Volumen von annähernd 200.000 Einheiten im Jahr.

Konkurrenz ebenfalls in Richtung Lifestyle

Der Trend zu einem stärker an Lifestyle-Attributen orientierten Markenauftritt ist seit einiger Zeit auch bei anderen Motorradherstellern unübersehbar: So versucht Ducati momentan, sein neues Modell Scrambler als Submarke zu platzieren; auch Triumph setzt insbesondere bei seinen klassischen Zweizylindermodellen auf diese Schiene. 2015 forciert auch Yamaha diesen Trend, indem man einige klassische Modelle für die Individualisierung durch den Kunden präpariert. Denn im Customizing, also dem individuellen Verändern, sehen immer mehr Händler, aber auch Hersteller eine lukrative Zukunft. Das hat schon vor vielen Jahren Harley-Davidson erkannt; der US-Hersteller macht in manchen Jahren fast 20 Prozent seines Umsatzes mit Customizing-Produkten. Auch BMW sieht sein 2014 neu auf den Markt gebrachtes Modell R nineT als Basis für individuelle Veränderungen durch den Käufer und hält dafür eine Menge unterschiedlichster Nachrüst-Bauteile bereit.

Unabhängigkeit wahren

„Make Life a Ride!“ – damit will der bayerische Hersteller seine Unabhängigkeit wahren und die nächsten Jahre profitabel arbeiten. Jetzt müssen nur noch die (Noch)-Nicht-Motorradfahrer ihre Schwellenangst vor dem Betreten eines BMW-Motorradhändlers überwinden. Aber das sollte ihnen künftig ja leicht fallen: Wer regelmäßig seinen Kaffee im BMW-Shop einnimmt, nähert sich der BMW-Markenwelt unmerklich an. Und eines Tages ist es dann soweit und das erlebnisreiche Leben auf zwei Rädern beginnt.

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