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BMW R 1200 RS: Sporttourer 4.0

| Redakteur: Jan Rosenow

Die passende Basis stand bereit, Nachfragen von Seiten der Kundschaft gab es auch: Also belebt BMW mal eben das Segment der Sporttourer neu. Warum eigentlich nicht?

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BMW R 1200 RS - die Rückkehr der weiß-blauen Sporttourer.
BMW R 1200 RS - die Rückkehr der weiß-blauen Sporttourer.
(Foto: Rosenow )

Wenn Produktplaner und Marketingstrategen reden, dann hören sich ihre Ausführungen immer total zwingend an. „Es gibt viele Motorradfahrer, die gerne einen Supersportler fahren würden, aber eine bequemere Sitzposition und bessere Reisetauglichkeit wünschen“, hieß es am 13. April auf einer BMW-Pressekonferenz in München. „Für diese Fahrer ist der Sporttourer das ideale Konzept.“

Das klingt so logisch, dass man sich wundert, dass nicht längst alle Biker auf einem Sporttourer sitzen. Denn wollen wir das nicht alle? Einen starken Motor und ein Top-Fahrwerk, aber gleichzeitig die Möglichkeiten. Gepäck und gegebenenfalls einen zweite Person menschenwürdig zu befördern? Klingt doch super.

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Und in der Tat war dieses Segment in den neunziger Jahren mit Modellen wie der BMW R 1100 RS, der Honda VFR 750 oder der Triumph Sprint sehr erfolgreich. Ein Blick in die Verkaufsstatistik zeigt aber, dass von dieser Herrlichkeit fast nichts geblieben ist: Maschinen wie die BMW F 800 GT oder die Kawasaki Z 1000 SX finden sich erst in der zweiten Hälfte der Top 50, andere schaffen es gar nicht in diese Liste.

RS: Tradition seit 1976

Nun versucht es also BMW mit der R 1200 RS. Mit dem prägnanten Kürzel reiht sich die Maschine in eine beeindruckende Traditionslinie ein, die 1976 bei der R 100 RS beginnt – dem ersten Motorrad mit im Windkanal entwickelter Verkleidung. Auch die Geschichte des Vierventil-Boxers begann 1993 in einer RS, und nicht in der heute so dominaten GS-Baureihe.

Basis des neuen Sporttourers ist die unverkleidete Variante namens R, die Änderungen beschränken sich im wesentlichen auf eine Halbverkleidung im Stil der S 1000 RR und eine etwas versammeltere Sitzposition. Der Massezuwachs soll bei gerade einmal fünf Kilo liegen (236 zu 231 Kilogramm).

Mit einem gekürzten Nachlauf glichen die Techniker den Effekt der schwereren Front aus und sorgten für die BMW-typische Handlichkeit. Das Windschild der Verkleidung lässt sich um 80 Millimeter in der Höhe verstellen, In der tiefen Position sorgt es für eine gleichmäßige Anströmung ohne störende Wirbel und Geräusche.

Statt des breiten Rohrlenkers der R 1200 R besitzt die RS eine schmalere Konstruktion aus zwei Lenkerstummeln in einem zentralen Gussteil, das einfach in die verhandenen Klemmböcke der R-Gabelbrücke geschraubt wird.

Gute Fahrleistungen bei leiserem Auspuffgeräusch

Der wassergekühlte Boxermotor weist prinzipiell die gleichen Leistungsdaten auf wie in der unverkleideten Schwester, doch sollen kleine Änderungen an Airbox und Auspuff für ein gesteigertes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich sorgen. Ob der Unterschied beim Fahren spürbar ist, sei dahingestellt – aber der Zweizylinder gefällt auch in der RS mit ausgesprochen zorniger Leistungsentfaltung, guter Laufkultur und niedrigem Verbrauch (etwa fünf Litern pro 100 Kilometer Landstraße). Dabei scheint der Auspuffsound etwas zurückhaltender zu sein als bei der R, nicht so prägnant bollernd.

Das umfangreiche Elektronikpaket der nackten Schwester hat die RS natürlich ebenfalls mit auf den Weg bekommen: das elektronische Dämpfersystem Dynamic ESA, diverse Fahrmodi, der Schaltassistent oder der bequeme Keyless Ride mit automatischer Schlüsselerkennung bieten viele Möglichkeiten, das Motorrad und den Verkaufspreis aufzuwerten. Zwei Farbvarianten stehen zur Wahl: „Basis“ in Blau/Hellgrau und schwarzem Rahmen und „Style 2“ in einer edlen Grau-Schwarz-Kombination.

Die neue BMW R 1200 RS geht am 12. Mai zum Einstandspreis von 13.500 Euro in den Handel. Das sind nur 700 Euro mehr als bei der unverkleideten Schwester. Konkurrenten in der Topliga der Sporttourer gibt es wenige, etwa die Honda VFR 1200 (UVP 15.090 Euro) oder die Kawasaki Z 1000 SX (ab 12.795 Euro).

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