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BMW R 18: Die sanfte Gewalt

| Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Das neue Modell des bayrischen Herstellers strotzt geradezu von Superlativen: Der größte Boxer-Serienmotor, das schwerste Boxermodell, der teuerste Serienboxer. Und auch das Fahrverhalten der R 18 überzeugt.

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BMW startet die Auslieferung der R 18 dieser Tage mit der „First Edition“.
BMW startet die Auslieferung der R 18 dieser Tage mit der „First Edition“.
(Bild: BMW/Markus Jahn)

BMW hat es spannend gemacht mit seinem Big Boxer namens R 18. Nahezu zwei Jahre vergingen von der Präsentation der ersten Customizing-Studie bis zum fahrfertigen Serienmodell. Es strotzt geradezu von Superlativen: Der größte Boxer-Serienmotor, das schwerste Boxermodell, der teuerste Serienboxer und – inoffiziell – die aufsehenerregendste BMW zumindest der letzten zehn Jahre. Ein Koloss von Motorrad mit einem Mordstrumm-Motor.

Inspiriert vom 1935 entstandenen Kultmodell R 5, trägt die neue R 18 alle Insignien einer historisch authentischen BMW der erfolgreichen 1930er-Jahre. Schwarze Lackierung im Farbton Blackstorm metallic, klassische Doppellinierung am 16-Liter-Tank und an den Kotflügeln, ein in doppelten Schleifen geführter Stahlrohrrahmen mit scheinbar ungefedertem Hinterrad. Schwarze, konisch zulaufende Gabelhülsen schützen die Standrohre der mächtigen 49-Millimeter-Telegabel.

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Dominiert wird die Erscheinung aber vom sogenannten Big Boxer, dem luft-/ölgekühlten Zweizylinder mit je vier Ventilen und zwei untenliegenden Nockenwellen. Er leistet 67 kW/91 PS, mehr als genug für das 345 Kilogramm wiegende Motorrad. Die Büffel-Charakteristik des Triebwerks mit seinen 158 Nm Drehmoment garantiert Souveränität in so gut wie jeder Situation, wobei die schiere Kraft stets kultiviert bleibt.

Die Gasannahme ist in jedem der drei Fahrmodi Rain, Roll und Rock schlicht perfekt, wobei das Großkolbentriebwerk erstaunlich leichtfüßig hochdreht; der Drehzahlbegrenzer setzt erst 1000 U/min über der Nenndrehzahl von 4.750 U/min ein.

Harmonisches Fahrverhalten

Das Fahren mit der BMW R 18 gestaltet sich harmonisch: Das breite Leistungsband macht die Gangwahl unkompliziert, das Fahrwerk ist trotz ellenlangen Radstands nicht unhandlich, was wohl auch dem niedrigen Schwerpunkt zu verdanken ist. Kurven machen Freude, weil man sie leicht einlenken, zielgenau absolvieren und auch zügig passieren kann. Freilich ist die Schräglagenfreiheit begrenzt; sie beträgt laut Hersteller 30 Grad, dann kratzen die Rasten.

Sehr wirksam, aber etwas zurückhaltend im Ansprechverhalten ist die Bremse; sie besteht aus drei Scheiben und ist teilintegral ausgelegt. Die Sitzposition ist für nicht allzu groß Gewachsene gut, der Kniewinkel akzeptabel. Die Seriensitzhöhe von 69 Zentimetern liegt auf Harley-Niveau. Dennoch gibt es optional eine elektrische Rückfahrhilfe.

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