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BMW-Scooter: Das starke C

| Redakteur: Jan Rosenow

Mit der C-600-Baureihe hat BMW ein überzeugendes Debüt auf dem Rollermarkt hingelegt. Sie besticht durch gute Fahreigenschaften und durchdachte Ausstattung.

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In der Großstadt macht der BMW C 600 Sport eine perfekte Figur.
In der Großstadt macht der BMW C 600 Sport eine perfekte Figur.
( BMW )

Madrid, Ende Februar 2012: BMW stellt seine neuen Kraftroller C 600 Sport und C 650 GT In der spanischen Hauptstadt vor. Das ist nicht nur dem frühlingshaften Wetter in der Metropole geschuldet, sondern auch der Tatsache, das BMW 75 Prozent seiner Rollerproduktion in Spanien, Italien und Frankreich absetzen will.

Entsprechend interessiert und fachkundig nahmen die Madrider die deutschen Neuankömmlinge auch in Empfang. Überall, wo die Karawane aus metallicblauen Sport- und bronzefarbenen GT-Modellen auftauchte, wurden Fotohandys gezückt, verrenkten Autofahrer sich die Hälse und nahmen Fußgänger die Maschinen in genauen Augenschein. Auch die Polizei, ihrerseits selbstverständlich ebenfalls auf Großrollern unterwegs, schaute interessiert hin – und das nicht nur, um eventuelle Verkehrsverstöße der Testfahrer aufzudecken.

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Die prüfenden Blicke brauchten die beiden BMW-Brummer nicht zu scheuen. Die Münchener haben es wieder einmal geschafft, in ein vollkommen neues Segment einzusteigen und dabei technisch auf Augenhöhe mit den besten etablierten Anbietern zu landen – oder noch etwas darüber.

Vorbildliches Fahrverhalten

Um eine möglichst breite Zielgruppe zu bedienen, unterscheiden sich C 600 Sport und C 650 GT trotz gleicher Antriebs- und Fahrwerkstechnik in vielen Punkten (die abweichende Hubraumangabe ist hingegen nur ein Fake). Der GT bietet mehr Sitzkomfort, hat eine elektrisch einstellbare Windschutzscheibe und einen größeren Stauraum als der schlankere, kompaktere Bruder.

Mit 44 kW/60 PS ist der eigens entwickelte Zweizylinder-Reihenmotor einer der stärksten Antriebe der Klasse – „und der effizienteste“, ergänzt BMW. Das CVT-Getriebe ist in das Motorgehäuse integriert; über eine Rollenkette gelangt die Kraft ans Hinterrad. Die rollertypische schwere Triebsatzschwinge entfällt deshalb und damit auch das trampelige Fahrverhalten an der Hinterhand. Sein guter Federungskomfort und das hochgeschwindigkeitssstabile, aber trotzdem handliche Fahrverhalten sind das wichtigste Merkmal der BMW-Scooter.

Variables Gepäckfach

Weitere Features, die im Konkurrenzumfeld positiv auffallen, sind das optionale LED-Tagfahrlicht (laut BMW kann es am Tag anstelle des Abblendlichts eingeschaltet werden), die trickreiche variable Gepäckfachkonstruktion beim C 600 Sport und eine Feststellbremse, die sich automatisch aktiviert, wenn der Fahrer den Seitenständer ausklappt.

Mit Preisen ab 11.100 Euro (C 600 Sport) und 11.450 Euro (C 650 GT) ordnen sich die BMW-Kraftroller wenig überraschend an der Spitze des Segments ein. „Aber das sind nur 100 Euro mehr als beim Yamaha T-Max“, betonte BMW-Motorrad-Chef Hendrik von Kuenheim auf der Präsentation und nannte damit auch gleich das wichtigste Konkurrenzmodell. Immerhin ist das ABS im Preis inklusive.

Die beiden Neulinge sollen das Produktionsvolumen von BMW in diesem Jahr um zehn Prozent steigern – dafür müssten im Werk Berlin über 10.000 Einheiten vom Band laufen. Weil die C-Modelle aber nicht nur technisch überzeugen, sondern auch optisch eine gute Figur machen und auf manches BMW-Stylingmätzchen der jüngeren Vergangenheit verzichten, sollte diesem großen Ziel nichts entgegenstehen. Das Madrider Publikum schien jedenfalls schon ganz heiß auf die teutonischen Kraftroller zu sein.

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